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15.09.17 23:04 Alter: 94 Tage
Kategorie: Administratoren, Internet-Intranet, Internetdienste, Sicherheit, Security, Hacking, Internet-Filter, Verschlüsselung, Top-News
Von: Arno Kral

ZITiS – Cyberforschung für Behörden, Ämter und Nachrichtendienste

Mit der "Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" - kurz ZITiS - ist München ab sofort Standort für die "Forschungs- und Entwicklungsinstanz für technische Lösungen mit Cyberbezug".


Aufmacher der ZITiS-Eröffnungs-Pressekonferenz. (Bild: Arno Kral)

Aufmacher der ZITiS-Eröffnungs-Pressekonferenz. (Bild: Arno Kral)

Das erste Nest baut sich ZITiS in einem ehemaligen Betriebsgebäude von Giesecke & Devrient an der Zamdorfer Straße im Münchner Osten. (Bild: Arno Kral)

Das erste Nest baut sich ZITiS in einem ehemaligen Betriebsgebäude von Giesecke & Devrient an der Zamdorfer Straße im Münchner Osten. (Bild: Arno Kral)

Den ZITiS-Eröffnungsakt vollzogen ZITiS-Präsident Wilfried Karl, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. (Bild: Arno Kral)

Den ZITiS-Eröffnungsakt vollzogen ZITiS-Präsident Wilfried Karl, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. (Bild: Arno Kral)

Ein Platz im “Nest” der neuen Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtung der Bundesregierung, ZITiS. (Bild: Arno Kral)

Ein Platz im “Nest” der neuen Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtung der Bundesregierung, ZITiS. (Bild: Arno Kral)

Zwei Vertreter des Vereins Digitalcourage demonstrierten vor dem ZIZiS-Gebäude gegen den Abbau von Bürgerrechten. (Bild: Arno Kral)

Zwei Vertreter des Vereins Digitalcourage demonstrierten vor dem ZIZiS-Gebäude gegen den Abbau von Bürgerrechten. (Bild: Arno Kral)

ZITiS-Logo. (Bild: Arno Kral)

ZITiS-Logo. (Bild: Arno Kral)

München – Am 14.09.2017 hat das Bundesinnenministerium ZITiS in München eröffnet. Die neue "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" soll fortan dafür sorgen, dass Deutsche Dienste und Behörden künftig auf Augenhöhe mit Cyber-Kriminellen agieren können. Die neue Einrichtung versteht sich, so ZITiS-Präsident Wilfried Karl, als "Forschungs- und Entwicklungsinstanz für technische Lösungen mit Cyberbezug. Wir verstehen uns als Dienstleister der Sicherheitsbehörden in Deutschland und unterstützen diese, indem wir das technische Know-How bündeln. Durch unsere Expertise schaffen wir Werkzeuge und Lösungen, die die Aufgabenerfüllung der Sicherheitsbehörden zukünftig noch besser unterstützen." Es geht um Cybersicherheit, um die Durchsatzung von Recht im Internet und um die Abwehr von Gefahren, die aus der Digitalisierung erwachsen. Die ZITiS-Arbeitsfelder beschreiben die dürre Pressemitteilung und die Web-Seite wie folgt: Digitale Forensik, Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), Kryptoanalyse und Big-Data-Analyse.

Die Zuständigkeiten von ZITiS beschrieb Bundesinnenminister Thomas de Maizière wie folgt: "Das ZITiS soll Forschung und Entwicklung des Bundes bündeln." Im Gegensatz zu Einrichtungen wie dem Bundesamt für Sicherheit im Informationswesen (BSI) oder dem Bundesnachrichtendienst (BND) führe ZITiS keine hoheitlichen Aufgaben aus- "Hier wird nicht abgehört", versicherte der Bundesinnenminister. Er betonte: "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!" Die Behörden müssten im Internet das Können, was Sie auch außerhalb auch können. Denn die Behörden hätten die Verpflichtung, Straftäter und Gefährder zu erwischen.

Deutlich sprach sich der Innenminister FÜR die Privatsphäre aus: "Die Bundesregierung wünscht und fördert sichere Kommunikation. Wir unterstützen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung." Dennoch müssten Strafverfolger zugreifen dürfen. Die Überwindung der Verschlüsselung sei im Einzelfall nicht leicht. Dennoch lehne man die Übergabe von Schlüsseln und von Backdoors – wie andernorts praktiziert – entschieden ab. Zugriffe mit ZITiS-Technik würden nur im Einzelfall erfolgen und müssten ein Rechtgrundlage haben, so der Bundesinnenminister. Die Verantwortung bliebe immer bei der anwenden Behörde.

Trotz der hohen Lebenshaltungskosten sei München wegen der hier vorhandenen Kompetenzen und der Industrielandschaft als ZITiS-Standort gewählt worden. Das Start-Team des ZITiS soll, so de Maizière, in München zunächst ein Nest bauen und dann Menschen werben, in das Nest zu kommen – zunächst in einem ehemaligen Betriebsgebäude der Firma Giesecke&Devrient. Später soll ZITiS in ein eigens dafür errichtetes Gebäude auf dem Gelände der UniBwM in Neubiberg bei München umziehen.

ZITiS selbst habe eine "gute und auskömmliche" Ausstattung mit Geldmitteln und soll anfangs 170 Mitarbeiter haben. Der Bundesinnenminister bedankte sich bei der ebenfalls anwesenden Bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner. Sie habe sich den Aufbau der ZITiS zur Aufgabe gemacht. Dank richtete er ferner an die Universität der Bundeswehr (UniBW), die die die Gefahrenabwehr einem eigenen Lehrstuhl für Cybersicherheit unterstützt. Das neue Forschungsinstitut "CODE" werde, so UniBwM-Pressesprecher Michale Brauns, ab dem 1. Januar 2018 mit elf neu geschaffenen Professorenstellen besetzt.

Für Ilse Aigner wiederum ist München nicht nur wegen räumlichen der Nähe zur Bundeswehr-Universität genau der richtige Ort für ZITiS. In Bayern existiere ein Zentrum für Digitalisierung, das mit der Technische Universität München und umliegenden Firmen ein Sicherheitsnetzwerk bilde.
Vor dem ZITiS-Gebäude demonstrierten, trotz Kälte und Regen, zwei Vertreter des Vereins Digitalcourage, gegen einen weiteren Abbau von Bürgerrechten und Privatsphäre.


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