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LED-Lampen - ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Es werde LED

LED-Lampen versus Glühlampen

Im Gegensatz zur damaligen Einführung (1983/84) der DULUX-Lampen (so genannte herkömmliche Energiesparlampen), wo man bei Osram sofort einen neuen Universalsockel (heute G24d-1, d-2 und d-3) verwenden wollte, aber mit diesem kaum auf dem Markt Fuß fassen konnte, hat man heute für die Markteinführung der LED-Lampen auf die gängigen Fassungen (wie E27, E14, G9, GU10 und sogar auf G24) gesetzt. Dies erleichtert natürlich bei den Kunden den Entschluss, einmal "die Neue" auszuprobieren. Dabei sind sicher die birnenförmigen Lampen bevorzugter gegenüber der Maiskolbenform (NUMO), obwohl diese Form sogar eine Abstrahlung des Lichts in fast alle Raumrichtungen erlaubt. Dies ist bei der Glühlampenform bisher noch nicht verbreitet (siehe aber oben bei Osrams Neuentwicklungen).

Wir vergleichen nun die Einsparmöglichkeiten der derzeit leistungsfähigsten LED-Lampe von Bioledex (Fassung E27) mit dem Verbrauch einer herkömmlichen, inzwischen nicht mehr produzierten 75-Watt-Glühlampe. Beide Lampen besitzen etwa die Helligkeit von 750 Lumen.

Normale Glühlampe, 75 Watt, Brenndauer ca. 1.000 Stunden

LED NECA von Bioledex: 10 Watt, Brenndauer ca. 30.000 Stunden

Vorausgesetzt, dass beide Lampen gegeneinander austauschbar sind (ähnliches Farbspektrum, etwa gleiche Helligkeit, sofortige volle Helligkeit), so ergibt sich für die Brenndauer von 30.000 h folgender Kostenvergleich bei einem angenommenen kWh-Preis von 0,235 Euro:

Normale Glühlampen, 75 Watt, Brenndauer ca. 1.000 Stunden:

75 W x 1.000 h x 30 Stück

2.250.000 Wh = 2.250 kWh

Kosten

528,75 Euro

LED-Lampe von Bioledex 10 Watt, Brenndauer ca. 30.000 Stunden:

10 W x 30.000 h

300.000 Wh = 300 kWh

Kosten

70,50 Euro

Differenz:

458,25 Euro

Daraus ergeben sich folgende Aussagen:

  • Die herkömmlichen Glühlampen verbrauchen bei gleicher Brenndauer ca. 7,5-mal mehr Strom.
    Das sollte Verständnis dafür wecken, dass die EU aus Sorge um unsere Umwelt die Verbote der Glühlampen mit Recht durchgesetzt hat.
  • Die eine LED-Lampe spart in ihrer Lebenszeit (30.000 h) 458,25 Euro an Stromkosten ein.
    Das sollte bereits heute jedem Bürger Mut zur Verwendung von LED-Lampen machen!
  • 30 Glühlampen kosteten früher etwa 30 Euro; wenn man sie heute beschaffen will, muss man wahrscheinlich mindestens 90 Euro hinblättern, während die LED-Lampe gerade einmal 40 Euro kostet.
  • Wer heute noch auf Glühlampen steht, ist nicht nur ein Energieverschwender, sondern er schadet sogar seinem eigenen Geldbeutel. Wenn man die 50.000 h Brenndauer ansetzen würde, wäre sein finanzieller Verlust sogar noch deutlich höher.

    LED-Röhren versus Leuchtstoffröhren

    DEL-KO bietet inzwischen sehr ansprechende LED-Röhren (T18 G13) für die herkömmlichen Leuchtstoffröhren-Leuchten in den Maßen 60cm, 90cm, 120cm und 150cm an. Nach beiliegender Anleitung muss man die Stromversorgung auf 220 Volt ummontieren. Im Prinzip wird dadurch die Startereinheit ausgeschaltet. Dafür brummt die Leuchte nicht mehr und startet flackerfrei ohne Verzögerung. Man muss allerdings beachten, dass die LED-Röhre zwei verschiedene Seiten (aktiviert und desaktiviert) besitzt und dementsprechend seitenrichtig nach Anleitung einzusetzen ist. Dazu sollte man sicherheitshalber einen Elektriker beauftragen.

    Hat man so die Leuchte ordnungsgemäß bestückt, kann man zuerst die Helligkeit und das Wahrnehmungsverhalten begutachten. Man hat die Auswahl zwischen Warmweiß (3.000 K/ 1.730 lm), Neutralweiß (4.000 K/1.770 lm) und Weiß (6.000 K/1.850 lm). Diese Lumenwerte gelten für Röhren von 120 cm Länge.

    Anordnung der einzelnen Leuchtdioden in einer LED-Röhre T8 G13 ohne Abdeckung. Um diese Einzeldioden zu verdecken gibt es auch Milchglasabdeckungen, die allerdings etwas Helligkeit schlucken.

    Jetzt folgt die Effizienzberechnung für die herkömmliche Leuchtstoffröhre im Vergleich zur LED-Röhre in der 120 cm-Leuchte; dazu soll der Extremfall angenommen werden, wo die Leuchten wirklich 24 Stunden am Tag brennen, da in den Fabrikhallen z.B. die Glasschmelzöfen Tag und Nacht, also 24 Stunden, in Betrieb sind:

    Weitere Annahmen:

  • Ganzjähriger Betrieb also 365 Tage
  • Leistungsaufnahme der herkömmlichen Leuchtstoffröhre 36 W, der LED-Röhre 18 W
  • Brenndauer pro Tag 24 Stunden
  • Angenommene Stromkosten pro Kilowattstunde: 0,235 Euro
  • Berechnung:

    365 d/a x 36 W x 24 h/d = 315.360 Wh/a = 315,36 kWh/a

    Da die LED-Röhre nur die halbe Stromaufnahme besitzt, halbiert sich ihr Verbrauch auf 157,68 kWh/a. Sie kostet anstatt

    315,36 kWh/a x 0,235 Euro/kWh = 74,11 Euro/a nur 37,055 Euro/a.

    Nun müssen noch die unterschiedlichen Brenndauern berücksichtigt werden. Moderne herkömmliche Leuchtstoffröhren haben eine Lebensdauer von deutlich unter 20.000 Stunden; die LED-Röhren sollen 50.000 Stunden Brenndauer besitzen. Man kann davon ausgehen, dass annähernd 3 herkömmliche Leuchtstoffröhren etwa der Lebensdauer einer LED-Röhre entsprechen. Berechnet man noch die Kosten für die Arbeitszeit des Austausches mit ein, so kommen die LED-Röhren sicher deutlich billiger trotz ihres höheren Anschaffungspreises, der anfangs wieder die Hemmschwelle sein könnte. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Anschaffungskosten bei höheren Stückzahlen sicher noch deutlich sinken werden. Zudem fallen bei an LED-Röhren angepassten neuen Leuchten die Kosten für die Vorschaltgeräte weg, da die LED-Röhren direkt an 220 Volt angeschlossen werden.

    Die eindeutige Aussage dieser beiden Beispiele ist, dass LED-Lampen, wenn man ihre ganze Lebensdauer und den Stromverbrauch berücksichtigt, wesentlich preisgünstiger sind als die herkömmlichen Lampen, selbst im Vergleich mit den herkömmlichen Energiesparlampen. Was sollte uns daher noch vom Einstieg in die LED-Technologie abhalten? Verhalten Sie sich informierter und konsequenter als es die Regierenden empfehlen!

    Leserkommentar

    Hans-Jürgen, 29-08-14 13:21:
    Dieser Artikel ist ebenfalls Lobbyismus, denn es fehlen zwei relevante Angaben: Farbwiedergabequalität und Lichtmenge bezogen auf die Leistung (lumen/Watt).

    Eine herkömmliche Leuchtstoffröhre in Langform (18/36/58 W, als Beispiele) hat in den energieeffizienten Lichtfarben mit den Nummern 8xx eine Energieausbeute von über 100 lumen pro Watt, woran die LED-Technik erst noch kratzt

    Anders sieht es bei Kompaktleuchtstofflampen aus - die Dinger für E27 und E14. Hier ist die Effizienz deutlich schlechter, nur etwa die Hälfte (ca. 50 lumen pro Watt).

    Dazu kommt die Farbwiedergabequalität. Fast alle modernen Lampentechniken sind verrufen wegen "schlechter Farben", aber niemand erklärt es der Allgemeinheit. Es kommt nicht alleine auf die "Gelbheit" des Lichts an, wie es die Hersteller mittlerweile übertreiben mit den LIchtfarben 827 und 825. Es kommt darauf an, daß viele verschieden Spektralanteile drin sind, möglichst stetig! Tageslicht hat eine Farbwiedergabe von 100 % (Ra=100) und eine wechselnde Farbtemperatur von etwa 5000 (weiß) bis 12000 K (extremes Blau bei wolkigem Himmel / indirektem Licht).

    Hochwertige, farboptimierte Leuchtstofflampen, erkennbar an den Farbnummern 9xx, erreichen zwischen 90 und 100 % Farbqualität - die 9 steht für >= 90 Prozent.

    Energieoptimierte Lampen erreichen 80-90 % und dind erkennbar an den Nummern 8xx.

    Die LED-Technik erreicht in üblichen Produkten MAXIMAL zwischen 80 und 89 Prozent, viele am Markt befindliche Produkte liegen weit darunter.

    Dann noch die Lichtfarbei: bei Leuchtstofflampen sind das die beiden hinteren Ziffern der dreistelligen Nummer. Die stehen für die ersten beiden Zahlen der Farbtemperatur in Kelvin.

    Damit ergibt sich z.B.

    840 - energieoptimiert, "neutralweiß" (zwischen Glüh- und Tageslicht)

    940 - farboptimiert, neutralweiß (4000 K)

    950 - farboptimiert, mittleres Tageslichtweiß (5000 K)

    960/965 - farboptimiert, gleißendes Tageslichtweiß (6000-6500 K)

    930 farboptimiert, warmweiß (3000 K, wie Halogenlicht etwa)

    usw.
    Jedermann, 16-01-14 09:43:
    Wichtiger Artikel. Nur hängt die ganze Kosten-/Energie-effizienzrechnung davon ab, wie lange die LEDs wirklich leben. Die Elektroniik geht i.d.R. schneller kaputt wie die Leuchtdioden. Und nicht immer sind die LEDs gleich hell trotz gleicher Angaben, wie eine Glühbirne. Auch EMV-technisch strahlen LEDs eine Überdosis aus. All die Fehler wurden schon mit der Energiesparlampe gemacht. Der Kunde glaubte, zahlte nd die Umwelt verlor. In den ersten Jahren wird das wohl mit den LEDs nicht anders sein.
    Gert, 26-06-13 16:30:
    Hallo niemand,
    Ihre Bedenken sind nur dann berechtigt, wenn man Billigartikel irgendwo kauft. Als LED-Berater gehe ich sehr individuell auf die Ansprüche meiner Kunden ein und kann bisher bestätigen, dass die Preise für LED-Lampen eher gesunken sind. Man muss berücksichtigen, dass bei vollständiger Umrüstung ein Kunde sehr lange keinen Neubedarf hat. Dies ist Realität, aber mir geht es darum, dass wir möglichst alle sehr viel Strom einsparen, um bei der inzwischen teurer werdenden Beleuchtungsrechnung massiv sparen zu können. Mit diesem Ziel bin ich eingestiegen und möchte Kunden zu überzeugten Umweltschützern machen. Gert Latzel
    niemand, 04-04-13 12:59:
    Der artikel ist gut und schön. Was die LED aber erst noch beweisen muss, ist ob diese wirklich 30K bzw. 50K stunden halten.
    Selbst wenn diese nur 2200h halten (2h/Tag*3Jahre), dann ist die garantie um und es muss ein (recht teurer) kostenpflichtiger Ersatz her. Da ist dann nicht mehr viel erspartes vorhanden, eher im gegenteil.
    Hartmut, 15-01-12 17:09:
    Ein sehr interessanter Artikel, der auch meine bisherige Meinung voll bestätigt. Leider sind die Verkäufer in den Baumärkten z.Teil noch nicht auf diesem Informationsstand und man sieht vielfach noch Personen, die herkömmliche Glühlampen in größeren Mengen als Reserve kaufen.
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