tom's networking guide
 
Anzeige
17. 06. 2015
Peter Knoll
Tom's Networking Guide

Interview mit EnterpriseDB

Kein Zugang zu sensiblen Daten

Open Source Anwendungen im Unternehmensumfeld stoßen auf Skepsis. Umso verblüffender ist der anhaltende Erfolg von EnterpriseDB (EDB), einem Anbieter von Datenbanken. Das US-Unternehmen setzt mit Postgres Plus auf Open-Source und zählt auch bekannte deutsche Unternehmen zu seinen Kunden. TNG fragte nach den Hintergründen.
.

Kein Zugang zu sensiblen Daten

Open-Source-Lösungen haben es im Firmenumfeld schwer. Der amerikanische Datenbank-Spezialist Enterprise DB setzt auf Postgres Plus auch für unternehmenskritische Anwendungen. Das Interview führte Peter Knoll.

Sascha Scholing, Sales Director für Zentral- und Osteuropa und die Türkei, EnterpriseDB. (Bild: EnterpriseDB)

Tom's Networking Guide:
An wen richtet sich EnterpriseDB?

Sascha Scholing:
EnterpriseDB richtet sich an Unternehmen jeder Größe, die durch den Einsatz von Open Source-Software Kosten einsparen und das dadurch freigewordene Budget in strategischere Dateninitiativen investieren wollen. EnterpriseDBs Postgres-Plus-Lösung ist hoch performant und für den professionellen Unternehmenseinsatz entwickelt, sodass auch sehr große, internationale Konzerne Postgres Plus für unternehmenskritische Anwendungen einsetzen. Unternehmen aus zahlreichen Branchen fragen Postgres Plus nach ? weitläufig etabliert ist EnterpriseDB bereits in den Bereichen der öffentlichen Hand sowie dem Versicherungs-, Finanz-, Produktions- und Telekommunikationssektor.

Tom's Networking Guide:
Wie genau sieht die Cloud-Lösung von EnterpriseDB aus?

Sascha Scholing:
EnterpriseDBs Postgres Plus Cloud-Datenbank bietet Postgres-Datenbanken kombiniert mit der Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit, automatisierten Backups und anderen Funktionen der Cloud. Unsere Kunden können das Einrichten, die Inbetriebnahme und Überwachung ihrer Datenbank über ein einfach zu bedienendes, Cloud-basiertes Management-Dashboard regeln.

Jede Kundendatenbank wird als ein Postgres-Datenbanken-Cluster konfiguriert. Dieses besteht aus einer Master-Datenbank und einer oder mehrerer schreibgeschützter Replikat-Datenbanken (Read-only) zur Leistungsverbesserung. Anwendungen sind mit einem Load-Balancer verbunden, der SQL-Anfragen vermittelt, indem er Schreibvorgänge in die Master-Datenbank und Lesevorgänge an die Replikate mit einem Round-Robin-Algorithmus weiterleitet. Jede Datenbank, Master und Replikate, werden in einer einzigen privaten virtuellen Maschinen-Instanz im Besitz des Kunden bereitgestellt. Der einzige Multi-Tenant-Teil der Lösung ist das Management-Dashboard, das Datenbank-Bereitstellung und Cloud-Funktionalität orchestriert, jedoch niemals Informationen aus der Kundendatenbank beinhaltet.

Das Dashboard überwacht bereitgestellte Datenbanken und skaliert automatisch den Speicher und die Replikate. Es erkennt Situationen, die das Ausführen eines Failover-Prozesses erfordern, plant und initiiert Backup-Vorgänge und führt alle anderen Cloud-Operationen durch, die nicht die Datenbank betreffen. Die verwendeten Datenbankinstanzen sind die gleichen Postgres-Datenbanken, die auch auf physischen Maschinen laufen. Also können Datenbank-Workloads zwischen lokalen Infrastrukturen und der Cloud ohne zusätzliche Änderungen verschoben werden.

Wer will, kann die Cloud-Lösung kostenlos testen. (Grafik: EnterpriseDB)

Tom's Networking Guide:
Was kostet sie?

Sascha Scholing:
Die Postgres-Plus-Cloud-Datenbank ist entweder als Pay-as-you-go-Modell oder Jahresabonnement auf Amazon erhältlich. Dazu zwei Beispielrechnungen:

Anwendungsfall 1: Proof of Concept

Bereitstellen und Einrichten einer Datenbank auf einer kleinen virtuellen Maschine, m1.small, sowie Durchführen eines Tests über eine Dauer von einer Woche.

Technische Daten:

  • Eine m1.small-Instanz mit Community-PostgreSQL (AWS Produkt: Postgres Plus Cloud-Datenbank Basic): $ 0,106 / Stunde
  • 10 GB Lagerung von magnetischem Speicher ohne PIOPs (geschätzt): $ 0,20
  • Elastische IP-Adresse (geschätzt): $ 2,50
  • Datenübertragungskosten (geschätzt): $ 1,00

Gesamtkosten: $ 21,50 (entspricht 18,9 Euro, Stand 16.05.15, Anm. d. Red.)

Anwendungsfall 2: Produktionsbetrieb einer Web-Anwendung

Bereitstellen und Einrichten eines Datenbankclusters aus m3.xlarge-Instanzen über den Zeitraum eines Jahres; gekauft als Jahres-Abonnement.

Technische Daten:

  • Ein Jahr von EnterpriseDB gekaufte Software und Support für drei m3.xlarge-Instanzen mit Community-PostgreSQL in einem Postgres Plus Cloud-Datenbank Kontext (geschätzt): $ 4.375
  • Rechen-Ressourcen, von AWS gekauft:
    • drei m3.xlarge reservierte Instanzen (geschätzt): $ 4.510
    • 100 GB SSD-Speicher mit 1000 PIOPs (geschätzt): $ 20
    • Elastische IP-Adresse (geschätzt): $ 29
    • Datenübertragungskosten (geschätzt): $ 30

    Gesamtkosten: $ 8.964 (entspricht 7.871 Euro, Stand 16.05.15, Anm. d. Red.)

    So funktioniert die Postgres Plus Cloud-Datenbank. (Grafik: EnterpriseDB)

    Tom's Networking Guide:
    Warum werden die Daten in AWS erst jetzt "persistent storage verschlüsselt" und wie funktioniert dieses Verfahren genau?

    Sascha Scholing:
    EnterpriseDB bietet seinen Kunden nun die Möglichkeit, ihre Daten zu verschlüsseln, wenn sie dauerhaft gespeichert sind. Diese Funktion wird von zahlreichen Compliance-Richtlinien vorausgesetzt und viele unserer potentiellen Kunden fragen danach.

    Die Kodierung mit AES 512-Bit-Verschlüsselung ist auf Blockspeicherebene möglich, so dass die Anwendung mit unverschlüsselten Daten arbeitet, die verschlüsselt werden, wenn die Daten dauerhaft gespeichert werden. Kodierungsschlüssel und Hauptschlüssel sind zwischen der Management-Konsole und der privaten Instanz des Kunden aufgeteilt.

    Tom's Networking Guide:
    Es gibt spezielle Entwicklungsumgebungen, um Anwendungen in Großunternehmen kostengünstig zu entwickeln. Welche empfiehlt EnterpriseDB und warum? Wie viel Geld lässt sich damit sparen?

    Sascha Scholing:
    EnterpriseDB kann mit der ganzen Bandbreite an Entwicklungsmethoden und -Umgebungen seiner Kunden arbeiten. EnterpriseDB-Datenbanken werden für den Einsatz in einer Vielzahl von Kontexten eingesetzt, vom traditionellen Release-basierten Entwickeln bis hin zu DevOps-Modellen mit kontinuierlicher Integration. Jede bietet Vorteile im jeweils gegebenen Reifegrad der Organisation, den Anwendungs-Anforderungen und der Entwicklungskultur.

    Tom's Networking Guide:
    Nach dem NSA-Skandal fordern viele Firmen, sensible Daten dem Zugriff des US-amerikanischen Geheimdienstes zu entziehen. Wie trägt EnterpriseDB dieser Forderung Rechnung?

    Sascha Scholing:
    Alle Datenbanken, die via Postgres Plus Cloud-Datenbank eingesetzt werden, sind private Instanzen im Besitz des Kunden. Daraus ergibt sich, dass EnterpriseDB keinerlei Zugang zu Inhalten in der Datenbank des Kunden hat. Der Zugriff auf sensible Kundendaten wird ausnahmslos durch EnterpriseDB verweigert.

    Neue Cluster lassen sich mit EDB intuitiv einrichten. (Grafik: EnterpriseDB)

    Leserkommentar

    Keine Kommentare
    Kommentar hinzufügen

    * - Pflichtfeld

    *





    *
    *
    Rubriken
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Mehr zum Thema
    LED, das Leuchtmittel der Zukunft
    EU und Bundesregierung haben der alten Glühbirne den Kampf angesagt. Die von beiden empfohlene Alternative Energiesparlampe ist nicht zuletzt wegen ihres Quecksilbergehalts nicht empfehlenswert. Der Autor zeigt auf, dass langfristig nur Lampen mit LED sin [mehr]
    LED-Lampen - ökologisch und ökonomisch sinnvoll
    Das EU-Verbot der Glühlampen ist eine der umstrittensten Entscheidungen der letzten Zeit. Die als Ersatz angepriesenen Energiesparlampen sind zunehmend umstritten und die öffentliche Meinung geht nach wie vor davon aus, dass der eigentliche sinnvolle Nach [mehr]
    Kommentar zum Glühlampenverbot der EU
    Die Abschaffung der Glühlampen ist nur eine von vielen übereilten Entscheidungen der letzten Zeit, wie der Autor ausführt. Eine Alternative für Energiesparlampen können OLED sein, die ein Naturähnliches Licht aussenden und noch bessere Energiesparwerte br [mehr]
    Report TELI "Kaltes Licht schont Umwelt und Geldbeutel"
    Glühlampen droht der gesetzliche Bann. Sogenannte Energiesparlampen sind allerdings nicht unproblematisch. Ob und wie es mit LED-Licht besser geht, klärte ein TELI-Expertengespräch, in dem Sharp über den aktuellen Stand der Technik informierte. [mehr]
    Das Universum in einer Schachtel
    Das Universum soll vor allem aus "Dunkler Materie" bestehen. Sehen kann man sie allerdings nicht, nur auf Hochleistungsrechnern simulieren. Passen die Simulationen zur sichtbaren Welt? [mehr]
    Display-Technik-Trends im HD-Zeitalter
    TV-Bildschirme werden immer größer und flacher. Wie die Broadcaster die neue Technik sehen, erläuterte Dipl.-Ing. Gierlinger vom IRT im Rahmen eine TELI-Veranstaltung [mehr]
    Nobelpreistraegertreffen in Lindau 2008
    Sieben Nobelpreisträger ? sieben Meinungen. Aus aller Welt zum 58. Treffen wissenschaftlichen Elite angereiste Jungforscher konnten sich aussuchen, was sie am meisten interessiert. Hoch im Kurs: Nobelpreisträger anfassen und mit ihnen reden. [mehr]
    Anzeige