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Report - WLAN 802.11b+ vs. 802.11g

13. 10. 2003
Arno Kral
Tom's Networking Guide

Report ? WLAN 802.11b+ vs. 802.11g

Das große "Plus" im WLAN> 802.11b+ bringt oft mehr als 802.11g

Die neue WLAN-Welle 802.11g wird mit mehr Speed und Abwärtskompatibilität zu 802.11b beworben - Durchsatz, Koexistenz mit bestehenden 802.11b-Geräten und Reichweite sind indes Faktoren, die den Ruf nach Alternativen wecken.
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Einleitung

Mehr Durchsatz lautet die Devise für drahtlose Netzwerke, denn gerade im privaten Umfeld ist es nicht damit getan, ein paar Textdateien oder Kalkulationstabellen auf Arbeitsplätzen verfügbar zu machen - hier gilt es Rich-Media-Content wie Mega-Pixel-Bilder-Alben, MP3-Musikarchive und alle Arten Digitalvideo durch Netz zu wuchten.

Wer schon drahtlos genetzt hat und enttäuscht war, dass eine 11 Megabit (knapp 1,5 MByte) große Datei eben nicht in einer Sekunde am Ziel ist, sondern zwei- bis dreimal so lange dafür braucht, könnte leicht auf die vollmundigen Marketingversprechungen hereinfallen, die - wie im Fall von 802.11g satte 54 MBit/s versprechen oder gar das Doppelte...

Das Plus steht bei D-Link - hier im Fall des WLAN-DSL-Routers mit Printserver DI-714+ - für die Temposteigerung im 802.11b-Funkstandard auf Brutto 22 respektive 44 MBit/s, von denen dem Anwender netto 12 MBit/s für die Übermittlung seiner Daten bleiben. Die Vorteile: größere Reichweite gegenüber 802.11g, Abwärtskompatibilität UND Koexistenz mit "alten" 802.11b-Geräten im WLAN.

Produkt(e) in unserer Smartbase Datenbank

Derzeit sind drei Methoden auszumachen, den Durchsatz im WLAN über die Standards hinaus zu erhöhen:

  • D-Link setzt auf die von Texas Instruments entwickelte Technologe PBCC-22 (Packet Binary Convolutional Coding), die als proprietäre Erweiterung zu 802.11 die Symbolrate gegenüber dem 802.11b-Standard auf 22 MBit/s und mit einem Software-Update gar auf 44 MBit/s verdoppeln soll.
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  • Lancom verdoppelt durch Bündelung zweier 802.11g-Kanäle den Brutto-Durchsatz auf 108 MBit/s.
  • US Robotics setzt in ihren 802.11g-Produkten auf Packet Aggregation, also die Gruppierung kurzer zu langen Datenblöcken, um damit die Signalisierungsrate auf 100 MBit/s zu steigern.
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So weit die Theorie. In der Praxis bleibt von diesen großen, schönen Zahlen für Signalisierungsrate, Symbolrate oder Brutto-Durchsatz nicht einmal die Hälfte für den Anwender. Für den aber zählt nur, was hinten dabei heraus kommt, also welchen Netto-Durchsatz diese schönen neuen WLAN-Technologien erzielen. So räumt der Pressesprecher der Lancom GmbH, Eckhart Traber im Telefoninterview ein, dass mit der Turbo-Technologie "der Durchsatz so an die 42 bis 44 Megabit pro Sekunde" liege - Testgeräte seien derzeit leider noch nicht verfügbar. Und auch die Testergebisse von Dr. Harald Karcher, der Praxistests, die in einem Standard-Mehrfamilienhaus durchgeführt hat, sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache: Statt der 100 MBit/s liefern die Geräte von US Robotics im günstigsten Fall knapp 22 MBit/s.

Die von US Robotics postulierten 100 MBit/s Symbolrate des Access Point USR AP 8054 reichen in der Praxis selbst unter idealen Bedingungen nur für knapp 22 MBit/s.

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Warum Anspruch und Realität gar so weit auseinander klaffen, liegt zum einen in der Technologie selbst, zum anderen am zwanghaften, nennen wir es "Marketing der großen Zahl": Warum sollte das, was bei den Taktraten von Prozessoren so blendend funktioniert (hat), nicht auch bei die Bewerbung der Datenraten von Funk-Netzwerken klappen?

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