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Report - WLAN Testverfahren

12. 10. 2003
Dr. Harald Karcher
Tom's Networking Guide

Report ? WLAN-Testverfahren

Praxisorientiertes WLAN-Testen

Dieser Artikel beschreibt WLAN-Testverfahren, die von Dr. Harald Karcher entwickelt wurden.
.

Praxisorientiertes Testverfahren für WLAN von Dr. Harald B. Karcher*

Test-Gebäude

Alle zu testenden Funk-Module gleich welcher Norm und Geschwindigkeitsklasse werden seit dem Jahr 2000 immer im gleichen Gebäude und dort immer an vier gleichen, fest markierten Stellen getestet: Es handelt sich um ein für Zentraleuropa typisches Mehrfamilienhaus mit Keller, Erdgeschoss (EG), Obergeschoß (OG), Dachgeschoß (DG) und Kellergeschoß (KG).

Mal konkret: Im Karcher'schen Messhäuschen bestehen Wände und Decken aus Beton (engl.: concret), der ähnliche Dämpfungseigenschaften aufweist wie massive Ziegelsteinwände. Gemessen wird der an sechs Stellen erzielbare Netto-Durchsatz anhand der Übertragungszeiten für eine 1000 kByte große Datei.

Die Decken wie auch die tragenden Wände bestehen aus Stahlbeton der die Funkwellen weitaus stärker dämpft als etwa die brusthohen Leichtbau-Stellwände in amerikanischen Großraumbüros, die zum Sichtschutz zwischen den einzelnen Schreibtischen eingezogen wurden und WLAN-Signalen damit weitaus bessere Ausbreitungs-Bedingungen bieten.

WLAN-Access-Point

Der zu testende WLAN-Access-Point wird an einem fest markierten Punkt an der Decke im DG links befestigt und per Netzwerkkabel der Kategorie CAT-5e und 10/100/1000-Mbps-Switch von 3Com mit einem Windows-XP-Rechner verbunden.

WLAN-Client-Adapter

Der zu testende WLAN-Client-Adapter wird in einen schnelles Notebook eingebaut (oder je nach Bauform daran angesteckt), der ebenfalls unter Windows XP betrieben wird.

Test-Datei

Über Funk wird eine 1000 kByte große Datei ohne jegliche WEP- oder VPN-Verschlüsselung zehnmal vom XP-Notebook über den Access-Point im Dach zum XP-Ziel-Rechner gesendet. Die Übertragungszeit wird gemessen und in Megabit pro Sekunde (MBit/s) umgerechnet.

Test-Strecken

Die erste Messung führt der Tester mit seinem Funk-Laptop im DG links in lediglich zwei Meter Abstand vom Access-Point durch. An dieser Stelle ergeben sich wegen der freien Sichtlinie zwischen den Kommunikationspartnern in der Regel die höchsten Bruttodurchsatzwerte.

Bei der zweiten Messung sitzt der Tester mit seinem Funk-Client im DG rechts an einer genau fixierten Stelle, vom Access-Point im DG links getrennt durch eine tragende Brandschutzmauer aus Stahlbeton. Allerdings steht seitlich eine Tür zum DG-Links offen, so dass auch reflektierte Funksignale eine Chance haben, den hinter der massiven Betonwand befindlichen Client-Adapter über Umwege zu erreichen.

Bei der dritten Messung sitzt der Tester mit seinem Funk-Laptop im OG links an genau fixierter Stelle, quasi direkt unter dem AP im DG, von dem ihn lediglich eine Stahlbetondecke trennt. Die Funkwellen müssen in diesem Fall die Decke lediglich im rechten Winkel durchdringen, deshalb ergeben sich hier meistens die zweitbesten Testergebnisse.

Bei der vierten Messung sitzt der Tester mit seinem Funk-Laptop im OG rechts, ebenfalls immer an genau bekannter Stelle, in einer funktechnisch bekannt schwierigen Ecke des Raumes: Hier muss das Signal auf dem Weg vom Notebook Laptop zum Acess Point also zwei Betonwände sowie eine Betondecke durchdringen, und zwar in spitzen Winkeln. In dieser Konstellation ergeben sich bei den meisten Funkfabrikaten die schlechtesten Netto-Durchsatzraten.

Die fünfte Messung im EG und die sechste Messung im KG werden bis auf weiteres noch nicht in den Gesamtschnitt eingerechnet, weil die meisten WLAN-Systeme ohne teure Zusatzantennen hier schon gar keinen zuverlässigen Dauerkontakt mit dem Access Point mehr aufrecht halten können.

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