tom's networking guide
 
Anzeige

WiMAX auf der CeBIT 2005

22. 03. 2005
Bernd Schöne, Arno Kral
Tom's Networking Guide

Drahtlos-DSL

WiMax zwischen Wahn und Wirklichkeit

WiMax ist der neuer Drahtlos-Standard, in den Viele die verschiedensten Hoffnungen setzen. Wir haben nachgeforscht, worum es dabei wirklich geht und wieso WiMax weder Wi-Fi-WLAN noch UMTS ablösen sondern bestenfalls ergänzen wird.
.

WiMax zwischen Zwergen und Elefanten

Netzwerk ist in, drahtlos ist in, trotzdem dürften die meisten CeBIT-Besucher am Zukunftsstandard WiMAX schlicht vorbeigelaufen sein. Ein kleines Eckchen im USA-Pavillon in Halle 13 - das war es dann schon. Wer bei den Großen der Branche nachfragte, erntete auf den Ständen von Intel und Motorola jedoch zunächst nur Stirnrunzeln. Dabei soll es dieses Jahr nun wirklich losgehen. Ein Funkstandard für die bislang stiefmütterlich ans Internet angeschlossenen Randgebiete, die berühmten DSL-Löcher der Telekom, ist im Kommen.

Suggeriert, dass WiMax und Wi-Fi zusammen gehören.

Die Grundzüge des Standards sind fertig, an den Geräten wird teilweise aber noch gelötet. Völlig offen ist noch die Haltung der deutschen und der europäischen Regulierungsbehörde. Denn im Gegensatz zu den bekannten WLAN-Standards wird WiMAX nicht in einem ungeregelten Frequenzband vor sich hin senden, wo es von jedem gestört werden kann. Der Bereich von 3,4 bis 3,6 GHz ist fix reserviert. WiMAX soll nämlich nicht Altbauten oder Fabrikhöfe vernetzen, sondern komplette Ortschaften. Ein Access Point versorgt dabei, ganz ähnlich wie die Basisstationen beim Mobilfunk, eine komplette Funkzelle.

WiMax ist dabei keine neue Technologie! Vielmehr handelt es sich dabei um eine innovative und kommerziell besser umsetzbare Adaption einer Technologie, die bereits für Bereitstellung drahtlose Breitbanddienste in proprietären Installationen rund um den Globus zum Einsatz kommt. Sobald es aber global wird, sind die Interessen globaler Spieler geweckt. So definiert Intel die eigene Rolle im WiMax-Spiel folgendermaßen: "Die Drahtlosindustrie entwickelt sich von Web-unabhängigen Netzwerken zu einem einzigen, integrierten drahtlosen Netzwerk mit multiplen Standards. Die Erwartung ist, dass Wi-Fi, WiMax und 3G koexistieren werden und dass aus dieser Koexistenz eine Menge neuer aufregender Anwendungen und Geschäftsmodelle hervorgehen werden."

Gemeint sind da vor allem die Geschäftsmodelle von Anbietern drahtloser Internet-Dienste, die eine Alternative zu UMTS darstellen ? die WISPs (Wireless Internet Service Providers). Sie wollen ganze Stadtteile mit drahtlosen Internet-Zugängen abdecken und dafür hatten die Europäer den zu Gunsten von Wi-Fi aufgegebenen Drahtlos-Funkstandard HiperLAN- (High Performance Local Area Network) um HiperMAN (Metropolitan Area Network) erweitern wollen ? Anstrengungen, die jetzt in WiMax zusammenzufließen scheinen. Zumindest ist Ericsson, einer der größten Zellfunkausstatter, inzwischen WiMax-Mitglied und das Credo heißt nicht mehr entweder/oder sondern IMS (IP Multimedia Subsystem): Auf der Computer und Telekommunikationsmesse CTIA in New Orleans hatte Ericsson am 15. März 2005 ? dem vorletzten CeBIT-Tag ? eine mobile Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung mit 11 MBit/s im Download und in Streaming-Anwendungen über UMTS / HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) Phase 2 demonstriert. Dabei wurde mit konstant 11 MBit/s über ein kommerzielles WCDMA-Netz ein neuer Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.

In IMS sieht Dr. Uwe Horn von der Ericsson Deutschland GmbH die die Verbindungsvielfalt zu "Always best Connected" zusammenwachsen. (Grafik: Ericsson)

Dieses sowohl als auch sieht Dr. Uwe Horn von der Ericsson Deutschland GmbH im IP Multimedia Subsystem (IMS) entstehen, das in der Ericsson-Lesart IPMM (IP Multimedia) heißt und damit klarer macht, wohin die Reise wirklich geht: Auch Video mobil zu machen ? was bei anderen wiederum Triple-Play heißt (und unkorrekterweise als Triple-Pay verballhornt wird). Denn IMS ist fester Bestandteil der Ericsson Terminal-Plattform und bietet Vorteile für Mobilfunkbetreiber, die IMS-basierte Dienste anbieten wollen: Sechs der der Top-Ten Handy-Hersteller wie Sony Ericsson, Sharp und LG verwenden die Ericsson Terminal-Plattform.

Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehr zum Thema
CeBIT 2005 V
Bewegung im Netzwerkmarkt: WLAN weiter, UMTS billiger, HomeplugAV später, Sicherheit besser, Storage vernetzter, WiMax später [mehr]
Neue IEEE-802.11-Standards
Die drahtlose Vernetzung mit 802.11-Produkte gilt als unsicher. WEP: geknackt, Authentifizierung: Fehlanzeige. IEEE802.1x, IPSec-Funk-VPNs und IEEE802.11i-Technologien wie AES und WPA2 sollen die Sicherheitslöcher stopfen. [mehr]
Internet im Auto
Die totale Vernetzung greift langsam aber sicher auf das Auto über. Aus Freude am Fahren wird Freude am Surfen, sofern der Nutzen stimmt. Lesen Sie, was die Automobilhersteller schon können und wo die Stärken integrierter CarPCs liegen. [mehr]
Report ? CeBIT 2004 WLAN
Ganz im Zeichen der Vernetzung von Menschen, Computern und Unterhaltungselektronik stand die diesjährige CeBIT: WLAN, Bluetooth, Powerline, Voice over IP mit SIP-Phones und das leidige Thema Sicherheit auf der einen, Digital Home auf der anderen Seite näh [mehr]
Intel Centrino PRO/Wireless 2200BG
Intels WLAN-Doppel für 802.11b und g bringt solide, wenngleich unspektakuläre Performance. Hervorzuheben sind indes verbesserte Sicherheitsmerkmale, die in enger Kooperation mit Cisco implementiert wurden. [mehr]
Windows Netzwerksicherheit
Was kaum jemand weiß ? viele Anwendungen (vor allem schädliche) öffnen Ports für mögliche Netzwerkverbindungen und ohne Wissen des Anwenders. Das kostenlose Tool Portqry hilft beim Identifizieren solcher Programme. [mehr]
Remotedesktop mit Windows XP
Mit der Remotedesktop-Funktion in Windows XP Professional wird der PC von einem Client-Computer über eine Netzwerkverbindung ferngesteuert. Die Einrichtung ist einfach, erfordert aber Sicherheitsvorkehrungen. Unser Workshop zeigt, was zu tun ist. [mehr]
Kostenbremse Internet-Telefonie
VoIP birgt Risiken, denen sich Anwender und Anbieter gleichermaßen stellen müssen. Im TNG-Interview zeichnet Jonathan Zar, Sekretär der neuen Organisation VOIPSA, ein Bild der grundlegenden Probleme und deren Lösungsansätze. [mehr]
NAS im Dreierpack
Netzwerkspeichergeräte (NAS) besetzen eine starke Nachfragenische. Allnet 6200, Linksys EFG250 und Ovislink MU 5000 FS/E haben wir einem Praxistest unterzogen. Eines sei vorweggenommen: Daten speichern können sie alle. [mehr]
Anzeige