tom's networking guide
 
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DSL für Alle!

07. 04. 2005
Arno Kral
Tom's Networking Guide

Alternative Breitband-Internet-Zugänge

DSL für Alle!

Millionen hoffen vergeblich auf DSL als schnellen Internet-Zugang. Die Kabellücke wollen DBD mit WiMAX und AirData mit PortableDSL drahtlos schließen ? fragt sich nur, wie lange sie noch offen steht.
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Wider die DSL-Lücke

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte der damalige Wirtschaftsminister Georg Leber verkündet, das bis zur Jahrtausendewende kein Ort in Deutschland ? damals noch BRD und flächenmäßig etwas kleiner als das heutige ? weiter als 15 Kilometer von der nächsten Autobahn entfernt sein würde. Während wird uns heute freuen, dass sich diese Vision betonierter Landschaften nicht erfüllt hat, ärgern uns, wenn wir die Datenautobahn nur über schmalbandige DFÜ- oder ISDN-Schleichwege erreichen können.

Dass die Datenautobahn ? der High-Speed-DSL-Zugang zum Internet ? viele, allzu viele Haushalte nicht erreicht, liegt am größten Netzbetreiber der Republik. Denn Deregulierung hin, Marktöffnung her ? die verdrillten Kupferleitungen, durch die die Internet-Wolke über die "Last Mile" bis zum Endverbraucher dampft, gehören hierzulande fast samt und sonders dem Rechtsnachfolger der Post ? und der will oder kann aus technischen und oder wirtschaftlichen Gründen vier Millionen Haushalte nicht für den Breitband-Internet-Zugang erschließen.

Im internationalen Vergleich der Industrienationen trägt Deutschland die rote DSL-Laterne.

Dabei wäre es mit den jüngsten Genimax Pro-Chips von Infineon, siehe unten, technisch fast gar kein Problem, noch den letzten Winkel der Republik per "Digital Subscriber Line" zu erschließen ? ausgenommen die so genannten OPAL-Gebiete, in denen die Post in der Euphorie der Wiedervereinigung zwar Glasfaser-to-the-Curb (Bordstein) verlegt hatte ? ohne aber glasfasertaugliche DSL-Koppler, genauer Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) in den Ortsvermittlungsstellen und deren Pendants in den grauen Verteilerkästen einzurichten. Insgesamt 37 dieser so genannten OPAL-Gebiete (OPtical Access Line), also Gebiete mit optischer Anschlussleitung, gibt es. Neun davon sind bereits mit DSL-Technik überbaut und dieses Jahr sollen sechs Anschlussbereiche hinzukommen, im nächsten Jahr weitere sieben und bis 2008 der Rest.

Doch die OPAL-Gebiete rechnet die Deutsche Telekom bei ihrer Angabe, dass sie 91 Prozent der Teilnehmeranschlüsse per DSL erreichen könne, gar nicht mit. So kommt es, dass der Rosa Riese von vier Millionen DSL-losen Haushalten spricht, Zoffi, Chef der Deutschen Breitbanddienste GmbH dagegen von acht, siehe Interview.

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