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Microsoft Live Meeting und "meetyoo" conferencing

22. 04. 2005
Bernd Schöne
Tom's Networking Guide

Konf-Soft

Microsoft Live Meeting und Meetyoo

Microsoft streckt nun auch in Deutschland verstärkt seine Fühler in Richtung Konferenztechnik aus. Zusammen mit dem eher winzigen Partner "meetyoo" will der Software Riese Managern die Reiselust vermiesen.
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Reden statt Reisen

Der Software-Hersteller Microsoft streckt nun auch in Deutschland verstärkt seine Fühler in Richtung Konferenztechnik aus. Zusammen mit dem eher winzigen Partner "meetyoo" will der Software-Riese Managern die Reiselust vermiesen. An die Stelle von Konferenztourismus soll der Gruppentalk treten.

Bislang hatten entsprechende Angebote wenig gefruchtet ? in deutschen Firmen regierten die Konferenzmuffel. In anderen Ländern hat man die Einsparpotentiale dagegen schon besser ausgeschöpft. Laut einer Studie von Wainhouse Research, lassen sich in britischen Unternehmen viermal mehr Mitarbeiter zum elektronischen Plausch verschalten als in Deutschland. Selbst in Frankreich sollen es doppelt so viele sein. Microsoft drückte durch die eigene Technologie die reisebedingten Fehlzeiten um 23 Prozent.

Für wen die neue Unternehmung ein gutes Geschäft wird, wird sich erst noch erweisen müssen. Die Deutsche Telekom AG (DTAG) könnte davon ein Lied singen. Sie setzte jahrelang auf den prophezeiten Boom im Zukunftsmarkt Konferenz-Technik. Trotz terrorbedingtem Reiseverbots für Top-Manager im Jahr 2001 wollte sich der prognostizierte Boom nicht einstellen. Im Jahr 2003 hatte der rosarote Riese die Nase voll und veräußerte das "Team World Service Center" an "meetyoo", eine 26-Mann-Firma in Berlin.

Aber auch dort entwickelten sich die Umsatzzahlen ganz und gar nicht so rosig, wie sich das die Analysten ausgedacht hatten. "meetyoo"-Chef Tony Kula lässt sich nicht verdrießen. "Mehrpunktkonferenzen sind ein Zukunftsmarkt", glaubt der Jungunternehmer, "man kann bequem vom PC aus konferieren und eine Menge Reisekosten sparen". Diesem Argument hatte allerdings schon die Deutsche Telekom vertraut gehabt. "Die Technologie war wohl auch noch etwas zu unhandlich", meint Tony Kula. Konferenzen mussten speziell angemeldet werden und erforderten Eingriffe in die PC-Software.

Das ist nun anders. Kulas neuer Partner Microsoft hat Live Meeting eng mit seinem Office-Paket verwoben. Aus PowerPoint, Visio, Project, Excel und World lässt sich nun direkt meeten, was in der Praxis meist auf einen gemeinsamen Plausch über die bunten Grafiken des Referenten hinausläuft. Als Kommunikationskanäle stehen das Telefon, Audio-Broadcast über das Internet und Voice-over IP (VoIP) zur Verfügung. Wer unbedingt will, kann sich zusätzlich noch ein Videobild der Konferenzteilnehmer auf den Bildschirm holen.

"meetyoo"-Chef Tony Kula sieht in Mehrpunktkonferenzen einen Zukunftsmarkt erwachsen.

Bislang entfallen auf diesen Teil des Marktes gerade einmal acht Prozent des Umsatzes. Der Rest der Diskutanten belässt es bei Verbalkontakten. Microsofts neuem Vertriebspartner kann das nur recht sein, denn schließlich lebt "meetyoo" als Telefon-Provider vom Verkauf von ? zusammen geschalteten ? Telefongesprächen. Die weltweit verstreuten Microsoft-Server-Farmen wickeln den PC-Teil der Kommunikation ab. Sie führen die Konferenz-PCs über eine gemeinsame Webseite zusammen.

In der Praxis sieht Live Meeting dann so ab: Der Einlader zur Konferenz verfügt über eine Microsoft- bzw. eine "meetyoo"-Berechtigung. Über Outlook generiert er die Einladung zum Netz-Plausch, worauf die Teilnehmer eine E-Mail mit einem Link erhalten. Wer darauf klickt ist schon verbunden. Telefonnummer und ein PIN-Code erschließen den Zugang zur Sprachkonferenz. Der Vorteil für die Teilnehmer liegt auf der Hand: Die Verbindungen sind blitzschnell geschaltet und erfordern keine Spezialsoftware.

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