tom's networking guide
 
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Universelle Funkfernsteuerung

04. 05. 2005
Bernd Schöne
Tom's Networking Guide

Drahtlose Hausautomation mit ZigBee

Glühlampen im Funknetz

Der gerade festgeklopfte Funkstandards IEEE 802.15.4, Marketingname "ZigBee", soll für kleines Geld elektrische und elektronische Geräte vernetzen. Preise von einem Dollar pro Funkmodul sind angepeilt.
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Billigfunk für den Rest der Gerätewelt

Mit ZigBee schickt sich die IT-Industrie an, einen universellen Standard für die drahtlose Gerätesteuerung in die Welt zu setzen, der mit noch weniger Energie als Bluetooth auskommt und integrierte Sicherheitsmerkmale aufweist. ZigBee funkt in drei verschiedenen Bändern mit Datenraten bis 250 kBit/s und ist ein potenzielle Störer für WLAN-B und Bluetooth.

Der Ort hätte nicht passender gewählt werden können. In Dornach, einem eher nach praktischen Gesichtspunkten bebauten Münchner Vorort, trafen sich in der Vorwoche rund hundert Experten aus Industrie und Wissenschaft, um auf Einladung der Zeitschrift Design&Elektronik über ZigBee zu reden.

Dieser Funkstandard ist seit Ende letzten Jahres in trockenen Tüchern und soll sich neben Bluetooth als weiteres Funknetz mit kurzer Reichweite etablieren. Anders als das bekannte Bluetooth steht hinter ZigBee keine Marketingmaschine und auch der Der Endverbraucher wird den neuen Funkstandard in der Regel kaum bemerken: Denn er soll überall dort zum Einsatz kommen, wo wenig Stromverbrauch und geringe Kosten im Mittelpunkt stehen und wo nur geringe Datenraten anfallen.

"Die Aufteilung der Funknetzwerke ist eindeutig", erläutert Prof. Jörg F. Wollert von der Fachhochschule Bochum, "wer große Datenmengen bewegt wird zum WLAN greifen, für kurze Reichweiten und moderaten Datendurchsatz ist Bluetooth ideal und wenn es um wenige Bits, kurze Reichweiten und viele Teilnehmer geht kommt ZigBee zum Zuge".

ZigBee ergänzt als Funktechnologie für Geräte ohne oder mit lediglich schwacher Batterie die gängigen Datenfunktechnologien nach unten (HL2 steht für den europäischen HiperLAN/2).

ZigBee verfügt in jedem Subnetz über einen zwei Byte großen Adressraum. "Der zwei Byte große Adressraum reicht theoretisch aus, um 65 536 Glühlampen schalten zu können", so Prof. Axel Sikora von der Berufsakademie Lörrach. Latenzzeit und Datenrate sind so gewählt, um Leuchtkörper mehrfach pro Sekunde ein- und ausschalten zu können. Auch Mäuse und Funktastaturen haben die Chance, in einigen Jahren ZigBee Kunden zu werden. Die Datenraten passen, die Kosten sind wohl noch zu hoch. Sprachübertragungen sind für ZigBee momentan tabu, da die Latenzzeiten in den jetzigen Implementierungen zu groß sind. Anwendungen mit moderaten Echtzeitanforderungen können unterstützt werden.

Der Protokollstapel von ZigBee entzieht sich bis auf die untersten beiden Schichten der Standardisierung durch IEEE.

Én detail bestimmt die ZigBee-Allianz bis auf die Anwendungsschicht, wie ein ZigBee-Gerät funktional aufgebaut sein wird.

Neues Windows für Smartphone und PDA

04. 05. 2005
Bernd Schöne
Tom's Networking Guide

Microsoft Mobile-5

Neues Windows für Smartphone und PDA

Microsoft packt den Desktop in die Hosentasche. Die nächste Version des mobilen Windows Betriebssystems soll den fliegenden Wechsel zwischen Heimanwendung und mobiler Nutzung ermöglichen.
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Neues Windows für Smartphone und PDA

Bill Gates persönlich stellte am 10.5. auf einer weltweit übertragenen Presseveranstaltung das neue Microsoft Windows Mobile 5.0 vor. Besondere Kennzeichen: Es sieht fast aus wie sein Vorgänger und ist besonders auf die Erfordernisse von Mobilfunk-Providern und Handy-Produzenten zugeschnitten.

Besonderes Augenmerk hat Microsoft auf eine bessere Unterstützung für den Funkstandard Bluetooth gelegt. "Früher mussten die Entwickler Hunderte von Zeilen für die Bluetooth-Unterstützung programmieren, jetzt reichen wenige Zeilen", so Stefanie Rothenbücher, Marketing Managerin bei Microsoft. Die entsprechenden Tools und Werkzeuge können ab sofort von der Microsoft Webseite herunter geladen werden. Für wireless LAN, kurz WLAN oder WiFi und UMTS sollen die Schnittstellen ebenfalls verbessert worden sein.

Das alte Aussehen (links oben) weicht dem neuen, von Windows und Office in den XP-Versionen altbekannten, Erscheinungsbild.

Windows Mobile 5.0 versteht sich als Nachfolger von Mobile 2003 SE, alias Windows CE. "Der Wechsel im Namen ist ein Hinweis auf die neue Produktphilosophie", erläutert Thomas Aufermann, Direktor der Mobility Business Group bei Microsoft.

Mobile 5.0 kommt im vertrauten Design daher. Wer will, kann die früher fest vorgegebenen, protzigen Menü-Logos in schlanke Icons umwandeln und so die Übersicht verbessern ? eine Referenz an die gestiegene Leistungsfähigkeit moderner Displays. Detailverbesserungen gab es auch bei E-Mails: Ein frisches Design soll helfen, Anhänge schneller zu entdecken.

Windows Mobile 5.0 ist modular aufgebaut. Das kommt dem Bestreben von Providern entgegen, bei Bedarf nicht das ganze Betriebssystem eines Handys updaten zu müssen, sondern nur einzelne Teile davon. Beim ersten Kontakt mit Windows Mobile 5.0 wird der Nutzer keinen großen Unterschied spüren. Allerdings sind gewisse Details verbessert worden.

  • So kann man Winword-Dokumente am PDA bearbeiten und dann wieder auf den PC übertragen, ohne wie bislang dabei die Formatierung zu verlieren.
  • Bei E-Mails ist der Anhang nun wesentlich leichter zu finden und zu öffnen. Und statt klotziger Riesensymbole begnügt sich Mobile 5.0 nun auf Wunsch mit kleinen Icons im Programmmanager.
  • Vieltelefonierer werden sich darüber freuen, dass ihre Daten nun auch bei leerem Akku gesichert sind. "Persistent Storage" schreibt die Files in den permanenten Speicher des Smartphones respektive PDA, wobei Microsoft mit dem neuen Mobil-Windows erstmals sogar integrierte Festplatten unterstützt.
  • Wem das nicht genügt, der kann seine Werke über USB 2.0 auf eine mobile Festplatte ziehen. Für die Unterhaltung sorgt der Windows Media Player 10, der eine Vielzahl von Musik und Video Dateiformaten, darunter MP3 unterstützt und einen problemlosen Download von Musikstücken ermöglicht.

Das Arbeitsfeld für den Smartphone-Kunden der Zukunft: Das Design des Programmmanagers sowie von wichtigen Windows-Anwendungen wurde überarbeitet, ist aber leicht wieder zu erkennen. Veränderungen gab es beim Windows Media Player, der nun in der Version 10 beigepackt ist.

Der normale Anwender kann mit dem Handy- und PDA-Betriebs-Tool allerdings nichts anfangen. "Es liegt an den Handy Herstellern, ob und wann sie Updates anbieten", erläutert Stefanie Rothenbücher. Im Sommer kommt, als eines der ersten Geräte, der neue MDA IV von der Telecom mit Mobile 5.0 auf den Markt.

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