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Feldtest Homeplug-Performance

11. 12. 2006
Arno Kral
Tom's Networking Guide

Homeplug im Feldtest

Am Ende zählt, was hinten rauskommt

Die Realität der Vernetzung über Stromkabel die Devolo AG erforschte in einem breit angelegten Feldtest mit ihren Kunden. Fürs Ermitteln erstmals verlässlicher PLC-Daten weltweit erhält sie den Technologie-Preis des Tom's Networking Guide Deutschland.
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Nur sauberer Durchsatz zählt

Nichts und niemand kennt wirklich die wahren Bedingungen vor Ort, mit denen Heimvernetzungstechniken in der Praxis zurecht kommen müssen. In ihrer Not vermarkten Hersteller und Händler in schöner Regelmäßigkeit die größtmöglichen Zahlen, die ein Netzwerkprodukt hergibt ? die so genannte Linkrate, die man einfacher als Bruttodatenrate bezeichnen kann.

Der real zu erzielende Durchsatz ? die Nettodatenrate ? liegt aus mehreren Gründen aber immer ein ganz beträchtliches Stück unter der Linkrate. Denn für eine zuverlässige Verbindung laufen über das Transportmedium, den so genannten Kanal ? weit mehr als nur die reinen Nutzdaten ? die so genannte Payload. Dabei spielt es nur am Rande eine Rolle, ob der Übertragungskanal in einem Ethernetkabel, in einem Plastiklichtleiter (POF), im so genannten "Äther", also der "Luftschnittstelle" bei Wireless LAN (WLAN) oder in den Stromkabeln der Hauselektrik im Falle von Powerline- Communications (PLC) eingerichtet wird.

Strom kommt aus der Steckdose ? und Daten, wenn man mag.

Für den Aufbau und die Aufrechterhaltung einer Netwerkverbindung tauschen die beteiligten Netzwerkkomponenten Signalisierungs- und Steuerinformationen aus, fügen den Nutzdaten Fehlerkorrekturinformationen an, um sie robuster gegen Störungen zu machen und verschlüsseln sie (und blähen sie damit zusätzlich auf).

Und kommt es auch noch auf Echtzeitmerkmale an, wie sie für eine gute Sprachqualität (VoIP) oder die ruckfreie Übertragung von Video erforderlich sind, muss im Kanal selbst ein Zeitmanagement dafür sorgen, dass sich Datenpakete nicht in die Quere kommen ? und dieses Zeitmanagement kostet selbst zusätzlich Zeit ?vergleichbar den Gelbphasen an einer ampelgeregelten Straßenkreuzung.

Noch größere Wartezeiten erfahren zu übertragende Datenpakete, wenn sich die Sender und Empfänger den Übertragungskanal teilen müssen, wie es in der Regel bei WLAN PLC der Fall ist. Dann ergeht es ihnen wie Menschen an einer Rolltreppe mit wechselnder Fahrtrichtung ? so lange noch jemand herunterfährt, muss der Hochfahrwillige warten, bis sich die Fahrtrichtung umkehrt. Und wenn oben nur jemand in der Absicht nach unten fahren zu wollen oder gar versehentlich auf die Schaltplatte tritt, kann der unten stehende warten, bis er schwarz wird.

Besonders solche Wartenzeiten sind es, die aus dem hehren Versprechen der Bruttoübertragungsrate, wie sie brav Betriebssystemen wie Windows in der Statuszeile anzeigen, schnell eine frustrierende Erfahrung machen. Denn wenn von 54 Mbit/s die der WLAN-G-Standard als Linkrate definiert, am Ende schon nach zehn Metern und nur eine Wand hindurch nicht einmal genügend übrig bleibt, um einen MPEG-Stream mit 5 Mbit/s ruckfrei zu übertragen, ist der Käufer schnell an Ende seiner Geduld, siehe "Die WLAN-Lüge ? Augenwischerei mit großen Zahlen".

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