tom's networking guide
 
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Öffentliches Funknetz in Eigenregie

04. 07. 2007
Arno Kral
Tom's Networking Guide

Kommunales Funketz in Eigenregie

WLAN statt DSL ? wir können auch anders

Drei Millionen Haushalte in 1400 Gemeinden sind in Deutschland ohne DSL. Nicht so das kleine Bayerische Finsing, das mit den Projektpartnern 4steps und Allnet eine Breitbandversorgung per WLAN eingerichtet hat ? das Beispiel kann Schule machen.
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Profit statt Versorgung ? ein Politikum

Die Scheinprivatisierung die Deutsche Telekom AG von dem befreit, was für das Staatsunternehmen Post noch zu den Pflichten gehört hatte ? vom einstigen Versorgungsauftrag, der einst selbst entlegendsten Gehöften zu einem Telefonanschluß verholfen hatte. Heute aber führt der Zwang der Aktionäre (rund 40 Prozent hält der Bund), aus der Grundversorgung der Bevölkerung Proft zu schlagen zu drastischen Versorgungslücken beim Netz der Netze. Ohne Breitband-, sprich: DSL-Anschluß bleibt der Informationsfluß aus dem Internet für viele Menschen nur ein mickriges Rinnsal ? und ein teures dazu. Da die meisten Alternativanbieter ihre DSL-Leitungen aber noch immer bei der DTAG anmieten müssen, ändert auch dieser Scheinwettbewerb nichts an der Malaise.

Über den Wipfeln ist Ruh ? die Breitbandinitiative Bayern unterstützt die Internet-Selbstversorgung ihrer Bürger.

Nach offiziellen Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) sind in Deutschland rund 1400 Gemeinden mit rund drei Millionen Haushalten bislang von der DSL-Versorgung ausgeschlossen. Davon betroffen sind keineswegs nur entlegene Berghütten oder Waldweiler, sondern ländliche Gemeinden in direkter Nachbarschaft zu den Speckgürteln der größeren Städte ? attraktive Firmenstandorte mithin, weil dort relativ geringe Pacht und Mieten noch finanziellen Spielraum lassen. Laut Breitband-Initiative Bayern haben in diesem Bundesland zwar 94 Prozent der Haushalte die Möglichkeit, DSL zu nutzen. "Da in Ballungsgebieten die Quote bei fast 100 Prozent liegt, ist diese in ländlichen Bereichen noch deutlich niedriger." Und die IHK für München und Oberbayern unter oberbayerischen Unternehmen in ländlichen Gebieten kommt zu dem Schluß: "89 Prozent der Befragten halten einen breitbandigen Internet-Anschluss für wichtig, mehr als 45 Prozent sogar für unverzichtbar."

Aber auch die normale Bevölkerung wird von der "digitalen Spaltung" diskriminiert. Denn je geringer das Freizeit- und Bildungsangebot ausfällt, desto attraktiver wäre die Wissenquelle Internet.

Alternativen aber sind rar. Hannes Bienewitz, Gründer der 4steps systems GmbH analysiert:

  • Sky-DSL ist zu teuer und zu aufwendig und erfordert einen Rückkanal via ISDN
  • Die UMTS-Technik ist noch nicht ausgereift, zu teuer und nicht flächendeckend
  • WiMAX erfordert im Erwerb teuere weil lizenzierte Frequenzen, deshalb ist auch der Endkundenpreis zu teuer. Und es ist sehr fraglich ob sich diese Technik durchsetzt, weil die Strahlenbelastung mit bis zu 2000 mW eine Höhe wie beim Handy erreicht. Und diese Technik erfordert wegen hoher Kosten (Hardware) viele Anschlüsse.
  • WLAN ist indes kostengünstig und weist mit lediglich 100 mW so gut wie keine Strahlenbelastung auf. Mit WLAN lassen sich insbesondere Insellösungen mit geringer Teilnehmerzahl realisieren, di eTechnik bietet ein hohes Maß an Flexibilität, ist selbst im medizinischen Bereich zertifiziert und durch mehrere Betriebsjahre existierten bereits lange Erfahrungswerte.
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