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Millenium Technology Prize 2008

16. 06. 2008
Bernd Schöne
Tom's Networking Guide

Finnischer Millennium Technology Prize

Es muss nicht immer Nobel sein

Wenn Licht Licht verstärkt ? Finnen ehren Ingenieure für die Entwicklung eines optischen Verstärkers für Glasfaser-Seekabel, die das transkontinentale Kommunikationsnetz aufspannen.
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Millennium-Preis aus Finnland

Einen Nobelpreis für Ingenieure gibt es bekanntlich nicht. Das ärgert nicht nur die Techniker, sondern auch die Finnen, die mit Eisbrechern und Telekommunikation eine Menge Geld in ihren Staat der fünf Millionen Wortkargen schaufelten. Sie erfanden den "Millennium Preis", der in diesem Jahr, zum dritten Mal vergeben wurde ? pünktlich am Vorabend des Geburtstages der Hauptstadt Helsinki am 12. Juni 2008.

Ausgezeichnet wurden Ingenieure, die sich um die Kommunikation verdient gemacht haben. Richtig gelohnt hat sich der Trip nach Helsinki allerdings nur für einen Mediziner.

Es muss nicht immer Stockholm sein! In Helsinki gibt es seit 2004 ebenfalls schöne Preise zu gewinnen. (©Smartmedia PresSservice)

Ziel des Millennium-Preises ist es, Innovationen zu ehren, die sich positiv auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirken und die Menschlichkeit moderner Technologie zeigt. Er wurde 2004 in Abstimmung mit der Nobelpreis-Stiftung entwickelt, um die "Ingenieur-Lücke" der Nobelpreise zu schließen. Das Besondere: Jeder der Laureaten erhält zunächst den "kleinen" Preis. Während der Übergabe lüftet dann der Vorsitzende der Stiftung das Geheimnis über den Gewinner des "großen" Preises. Die Verlierer gehen mit 115.000 ? plus einem stilisierten Gipfel nach Hause; der Sieger erhält 800.000 ? und eine größere Version der Skulptur.

Helsinki im Sommer lockt betuchte Gäste an. Hier die Jacht des russischen Milliardärs Roman Abramovich im fahlen Licht kurz vor Mitternacht. (©Smartmedia PresSservice)

Verlierer waren in diesem Jahr die Ingenieure, denn den Hauptpreis erhielt der US-amerikanische Biochemiker Robert S. Langer. Hochgerühmter Instituts-Professor am MIT (einer von gerade einmal 13) und Doktorvater einer ganzen Generation von Forschern. Er entwickelte in den 70er Jahren eine Methode, Medikamente zielgerichtet in den Körper zu bringen, in dem er sie in geeignete Polymere einschloss. Solche Leistungen werden gerne auch mit dem "echten" Nobelpreis geehrt, aber was nicht ist, kann ja noch kommen.

Diese Chance haben die anderen Preisträger nicht, denn sie fallen durch das Nobel-Raster. David N. Payne (Universität Southampton), Randy Giles (Alcatel-Lucent Bell Labs) und Emmanuel Desurvire (Thales) erhielten dem "kleinen" Preis für ihre Erfindung des Erbium-Dotierten-Faser-Verstärkers (EDFA), der die Grundlage für das Internet legte.

Preisträger Langer. Nächster Termin mit Frackzwang könnte der Nobelpreis sein. (©Smartmedia PresSservice)

Vergeben wird der finnische Millenium-Preis seit 2004. Seine Finanzierung obliegt der finnischen High-Tech Industrie, an der Spitze Nokia, gefolgt von Öl-Firmen und dem Staat. An der Spitze der Stiftung steht der Industrielle Dr. Stig Gustavson, und als Generalsekretär fungiert der Ingenieur Dr. Tapio Alvesalo.

Im Jahr 2004 wurde Tim Berners-Lee für seine Erfindung des World Wide Web geehrt, 2006 Shuji Nakamura für die Erfindung der blauen, grünen und weißen Leuchtdioden und der blauen Laser-Dioden ? siehe "Light Up Your LED."

Bei dieser Vorgeschichte musste es in diesem Jahr wohl ein Biologe oder Mediziner sein, schließlich ist es erklärtes Ziel der Stiftung, für die Forschung mit solchen Erfindungen zu werben, die Wohltaten und Nutzen für die Menschen bringen.

Für ihr Preisgeld von 115.000 ? müssen die Laureaten einigen tun, etwa eine Woche Werbung für Forschung und Lehre durch Vorträge an Schulen und Universitäten und vor Industriellen VIPs in Finnland ableisten. Anschließend ein Foto-Shooting durchstehen und als Höhepunkt an dem im Staatsfernsehen live übertragen Verleihungsakt durch die Staatspräsidentin teilnehmen. Angesichts der Stundensätze von Zeitgenossen, wie den Schumachers, Paris-Hiltons oder Ackermanns dieser Welt, sind Ingenieure selbst als Laureaten noch für ein Butterbrot zu haben.

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