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TELI - LED - Leuchtmittel der Zukunft!?

27. 11. 2008
Wolf-Dieter Roth
Tom's Networking Guide

Report TELI "Kaltes Licht schont Umwelt und Geldbeutel"

Warmes Licht aus kühler Lampe

Glühlampen droht der gesetzliche Bann. Sogenannte Energiesparlampen sind allerdings nicht unproblematisch. Ob und wie es mit LED-Licht besser geht, klärte ein TELI-Expertengespräch, in dem Sharp über den aktuellen Stand der Technik informierte.
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Kampf der Glühbirne

Im Rahmen der electronica 2008 lud die TEchnisch-LIterarische Journalistenvereinigung TELI gemeinsam mit der Messe München zum Expertengespräch auf dem Messegelände in München. Unter dem Titel "Kaltes Licht schont Umwelt und Geldbeutel" berichtete Uwe Hock, Product Marketing Manager IC bei Sharp Microelectronics, was LEDs heute schon können und wohin die Entwicklung geht. Er beleuchtete zudem die aktuelle Lage auf dem Leuchtmittelmarkt und die "alten" Techniken und zählte Vorzüge und Nachteile gegeneinander auf. Auf dem Stand von Sharp konnten Besucher und Journalisten der electronica 2008 aktuelle LED-Leuchtmittel im Einsatz erleben und insbesondere die Unterschiede in der Lichtwirkung direkt miteinander vergleichen: LED-Licht ist erwachsen geworden.

Uwe Hock von Sharp Microelectronics sprach vor TELI-Mitgliedern und Gästen über LEDs als Leuchtmittel der Zukunft. (Bild: W.D.Roth)

Birnen, Lampen, Leuchten ? ein Rückblick

Vor etwa 200 Jahren wurden die ersten Glühlampen entwickelt, lange vor der Glühlampe des Thomas Alva Edison, die mit einem verkohlten Bambusfaden erstmals höhere Lebensdauern erreichte. Der heute übliche Wolfram-Glühfaden existiert etwa seit 100 Jahren.

All diesen Leuchtmitteln ist eines gemein: gelbliches, ermüdendes Licht.

Die Lichtausbeute dieser Lampen ist jedoch sehr gering: Sie wandeln die zugeführte elektrische Energie hauptsächlich in Wärme um. Bestenfalls drei Prozent erreicht der Lichtanteil der im Haushalt üblichen gelblichen Glühlampen mit 2700 K Farbtemperatur. Eine Erhöhung der Farbtemperatur bis zu 3400 K erhöht zwar den Blauanteil im Licht und den Wirkungsgrad, senkt aber die Lebensdauer, da der Glühfaden um ein Vielfaches schneller verdampft. Das schnellere Verdampfen verhindern Halogenlampen, die zwar ebenfalls mit Glühfaden arbeiten, durch Zugabe eines Gases im Glaskolben jedoch eine höhere Lebensdauer des Glühfadens aufweisen können ? mehr als fünf Prozent Lichtausbeute bringen aber auch sie nicht zuwege.

Herkömmliche Glüh- und Halogenlampen verheizen fast den ganzen Strom, den sie aufnehmen. (Bild: Uwe Hock, Sharp Microelectronics)

Doch die "Birne" soll nun ? zumindest technisch ? bald Geschichte sein ? auch die Form wegen der milliardenfachen Verbreitung von E27- und E14-Schraubsockeln noch lange zusehen sein wird: Retrofit heißt die Devise.

Sprachlich ist die Birne indes schon seit einigen Jahren bereits Geschichte: Das "Leuchtmittel" heißt längst nicht mehr "Birne", sondern "Lampe", und der Einrichtungsgegenstand heißt als Folge nicht mehr "Lampe" sondern "Leuchte". Die "Nachttischlampe" gibt es sprachlich gesehen also ebenso wenig, nur die Nachttischleuchte ist uns geblieben, was uns immerhin zukünftig Freudsche Versprecher wie "Nach-tisch-Schlampe" erspart.

Technisch ist die Luft raus aus der Glühlampe ? und das nicht nur wortwörtlich: Sie war immer schon evakuiert beziehungsweise ? um das Abdampfen der Glühfäden zu reduzieren ? mit Schutzgas gefüllt. Selbst mit Modernisierungen wie Halogenfüllung erreicht sie gerade einmal um fünf Prozent Wirkungsgrad und ein paar Tausend Stunden Betriebszeit. Eine Weiterentwicklung scheint nicht mehr möglich. Deshalb soll der physikalisch gesehen klassische Boltzmannsche Strahler ab 2010 in Australien, Neuseeland, 2013 in der Schweiz und später ebenso in der EU verboten werden ? ungeachtet dessen, dass Lampen in Privathaushalten nur 2,5 bis 3 Stunden am Tag eingeschaltet sind.

Einst das Symbol für den Geistesblitz des Daniel Düsentrieb, gilt sie heute nur noch als böser Energieverschwender: Die gemeine Glühlampe (Bild: Uwe Hock, Sharp Microelectronics)

Die Zukunft sieht Sharp-Spezialist Uwe Hock ganz klar im Bereich der LED-Leuchtmittel. Er muss es wissen, denn er ist bei dieser japanischen High-Tech-Firma der führende Kopf bei IC-, Opto- und RF-Produkten. Anders als die Firma Philips, die ihre Lampen für etwa 40 ? anbieten wolle, geht er davon aus, dass Privatanwender LED-Leuchten erst bei einem Preis von 10 bis 15 ? akzeptieren werden ? allen Versprechungen von langem Leben zum Trotze.

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