tom's networking guide
 
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Digitales Rechte-Management im Wohnzimmer

09. 04. 2009
Wolf-Dieter Roth
Tom's Networking Guide

Rechte-Management contra Usability

Was darf der Fernsehzuschauer zukünftig noch?

Schöne neue Digitalwelt. Alles online zum Download, allzeit bereit, zu Hause wie unterwegs? Aber nein. Hollywood hat da andere Vorstellungen ...
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Das digitale Wohnzimmer: Vernetzte Unterhaltungselektronik

Früher war es einfach: Das Radio stand hier, der Fernseher dort, der Plattenspieler an einem dritten Ort. Beinahe schon Luxus waren die Musiktruhen, in denen ein Lautsprecher für Fernseh- und Radio-Ton zuständig war und ein Tonarm mit Plattenteller noch für die Plattenabspielfunktion sorgte.

Komplizierter wurde es, als neben diesen Geräten, denen die Kompaktanlagen der 70er und die Ghettoblaster der 90er entsprechen, die Komponenten-HiFi-Anlagen auftauchten. In denen wurden nun Tuner, Verstärker und aufzeichnende Komponenten wie Tonband-Gerät oder Kassetten-Rekorder gleichermaßen miteinander verkabelt. Nicht nur für den Verbraucher war dies komplizierter, der damit schnell mal technisch überfordert wurde, wenn er kein High-End-Liebhaber war. Es erschien gleichzeitig noch das Gespenst der Raubkopie am Horizont in Gestalt des bösen und verdorbenen Musik-Konsumenten, typischerweise ein Taschengeld-Konsument, der sich die Platten seiner Freunde ausleiht und auf Kassette aufzeichnet, statt sich eigene Scheiben anzuschaffen.

Kannte noch kein "Rechte-Management", Papi durfte alles: Das analoge Multimedia-Wohnzimmer des Röhrenzeitalters. (Bild: W.D.Roth, Rundfunkmuseum Fürth)

Spätestens mit der digitalen Audio-Schnittstelle S/P-DIF (Sony/Philips Digital Interface) wäre es möglich geworden, verlustfrei aufzuzeichnen. DAT (Digital Audio Tape) sollte dies ermöglichen. Nun begann der Kampf gegen die potentiellen "Raubkopien" ? DAT schaffte es daher nie auf den normalen Consumer-Markt und blieb eine teure Rarität für Profis. "Serial Copy Management" (SCM) sollte mit einem im digitalen Datenstrom gesetzten Bit verhindern, dass eine Kopie noch einmal weiter kopiert werden konnte.

S/P-DIF und SCM werden nach wie vor für CD-Spieler und Mini-Disk-Rekorder benutzt. Das SCM-Bit wird ganz entgegen seiner ursprünglichen Bestimmung bei heutigen Consumer-Geräten eigentlich durchweg gesetzt, selbst bei eigenen Aufnahmen über Mikrofon. Wer also mit seinen Freunden Hausmusik macht, diese aufnimmt und die Aufnahme über S/P-DIF für die Freunde weiter kopieren will, wird plötzlich eine "Fehlermeldung" erhalten. Ähnlich malade ist die Situation bei Videomaterial.

Die Veranstaltung "Das Digitale Wohnzimmer der Zukunft" des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) vom 30.3. bis 1.4.2009 widmete sich allen Aspekten der digitalen Vernetzung von Unterhaltungselektronik. Den angenehmen und den unangenehmen, der Rechte-Problematik.

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