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TELI - Die Wirtschaft als Lauschziel

14. 03. 2009
Wolf-Dieter Roth
Tom's Networking Guide

Report Teli ? Die Wirtschaft als Lauschziel

Der Lauscher in der Wand ...

Beim Thema Abhören denken wir an Stasi, Online-Durchsuchung, Polizeistaat. Doch es gibt noch andere, lukrativere Gründe, das Grundgesetz zu verletzen.
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Selber rechnen oder beim Nachbarn abschreiben?

Schon in der Schule gibt es jene, die sich kurzfristig große Vorteile verschaffen, indem sie sich die Zeit zum Lernen sparen und stattdessen bei Prüfungen lieber vom Nachbarn abschreiben. Der Nutzen kann groß sein, das Risiko ist es ebenso: Es gibt die Höchststrafe ? eine ungültige, beziehungsweise mit einer 6 benotete Arbeit.

Im "wahren Leben" riskieren Spione gar ihr Leben, um herauszufinden, wo andere Staaten militärisch stehen. Regierungen hören ihre Bürger ab und riskieren dabei nur schlechte Stimmung und eventuell Vertrauensverlust. Auf Industriespionage gibt es die "Höchststrafe", doch das Risiko, erwischt zu werden, ist gering und der mögliche Nutzen erheblich größer: Wenn Millionen-Gewinne in Aussicht sind, wird es immer jemanden geben, der das Risiko eingeht. Die gegenwärtigen Gesetze sind strikt und klar, werden aber keinen wirkungsvoll davon abhalten, sie zu brechen. Vielmehr muss sich jedes Unternehmen technisch auf die Verhinderung von Industriespionage vorbereiten und sie abwehren können.

Mit freundlicher Genehmigung: Dino Verlag

Bei der Spionage gibt es drei Quellen für Informationen:

  • "Open Source": Hier werden allgemein zugängliche Informationen des zu spionierenden Unternehmens genutzt: Websites, Bücher, Vorträge und individuelle Angebote. Der Spion geht auf Messen auf den Messestand des zu erforschenden Unternehmens, gibt sich als potentieller Interessent aus, unterhält sich mit den Mitarbeitern, fordert detaillierte Angebote an und fädelt konkrete Projekte ein, doch nur, um das Wissen des zu erforschenden Unternehmens abzuziehen.
  • "Social Engineering, Human intelligence": Hier werden menschliche Schwachstellen ausgenutzt, sich beispielsweise am Telefon als IT-Supervisor ausgegeben, um Passwörter zu stehlen und dann in Ruhe in die fremden Datenbestände eindringen zu können. Affären ("Romeo-Masche"), Erpressung, Einschleichen als Mitarbeiter in sicherheitstechnische Betriebe und Bestechung sind Mittel der Wahl.
  • "Signal intelligence": Abhören, Verwanzen, Keylogger, Trojaner & Co. ? der klassische technische Lauschangriff.
  • Manfred Fink, Gründer der Fink Secure Communication GmbH, referierte vor Teli-Mitgliedern und -Gästen im Münchner Presseclub über den heutigen Stand der Industriespionage (Bild: W.D.Roth)

    Manfred Fink ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Abhörsicherheit und Gründer der Fink Secure Communications GmbH, die Unternehmen dabei unterstützt, Angriffe technischer Art abzuwehren. Er führt zudem noch das "SpyMuseum", in dem verschiedenste Exponate unter anderem die Weiterentwicklung der gängigen technischen Abhörmöglichkeiten demonstrieren.

    Im Münchner Presseclub berichtete Manfred Fink vor den Mitgliedern und Gästen der TELI (Technisch-Literarische Journalistenvereinigung) über den aktuellen Stand der Technik und gab einen Einblick in die Verfahren, mit denen Spionageversuche aufgedeckt werden.

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