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Report von der Conlife 2010

Das vernetzte Zuhause und seine Zukunft

Welten wachsen zusammen

Denkbar ist beispielsweise, ein ganzes Haus mittels einer einzigen Fernbedienung oder auch per Smartphone steuern zu können und das direkt vor Ort oder eben von überall auf der Welt, wo Zugriff aufs Internet gewährleistet ist, so Michael Schidlack, Experte für Heimvernetzung und Consumer Electronics beim Bitkom.

So meint Schidlack auch, dass die die Basis für die Vernetzung der Geräte mittlerweile in vielen Haushalten vorhanden ist und Verbraucher beim Neukauf von Elektronik zunehmend darauf achten, dass die Geräte einfach zu vernetzen- und ans Internet anzuschließen seien.

"Intelligent vernetzte Haushalte senken Energiekosten und unterstützen hilfsbedürftige Menschen, Energiefresser werden schneller gefunden, Lampen können per Handy ausgeschaltet werden, der Notarzt wird automatisch gerufen, wenn eine pflegebedürftige Person stürzt", so Schidlack wörtlich. Deswegen, so Schidlack weiter "wollen wir auf der Conlife ein branchenübergreifendes Forum für Experten rund um Heimvernetzung anbieten, die Vernetzung bei Fragen der Standardisierung voranbringen und das Thema Heimvernetzung nach vorne bringen."

Diego Massida (Vodafone), Lutz Freitag (Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen) und Tim Cole beim Eröffnungs-Plenum unter dem Titel "Im Netz zu Hause ? wie werden Lebens- und Technikwelten zusammenwachsen." (©Koelnmesse GmbH)

Schon jetzt wachsen TV und Web zusammen. Das zeigt sich an 5,5 Millionen verkauften Set-Top-Boxen alleine in 2010 sowie laut GfK über einer halben Million verkauften TV Geräten mit integriertem Web-Zugang in 2009. 2010 sollen es laut BITKOM Prognosen schon 2 Millionen Stück sein. Damit wäre dann nahezu jeder fünfte verkaufte Fernseher inzwischen internetfähig! 2011 soll sich diese Zahl gar auf rund 4 Millionen verdoppeln. Und das bei stark steigender Tendenz. Dieser Trend schließt dann selbst die Haushalte ans Internet an, welche bisher keinen Web-Zugang haben. Ein gigantischer, neuer Kundenkreis der sich hier auftun wird. Hinzu kommt, dass sich in dem Fall dann auch der Kreis in Richtung AAL (Ambient Assisted Living) also eHealth und "Smart Metering" schließt.

Der Fernseher im Wohnzimmer ist also dann nicht mehr nur das bisherige, passive Tor zur Entertainment Welt im Wohnzimmer, sondern gleichzeitig auch Visualisierungsplattform für Stromverbrauch und Verbrauchersteuerung sondern auch eine perfekte Kommunikationsschnittstelle in Richtung Familie, Geschäftspartner und Arzt bzw. Pflegepersonal und das nicht nur bei älteren Menschen. Da in den meisten Haushalten Breitbandanschlüsse wie xDSL und UMTS vorhanden- oder zumindest absehbar- vor allem aber bezahlbar geworden sind, wird IPTV über Set-Top-Boxen nach dem Router eine sehr bedeutende Schlüsselfunktion einnehmen.

Beeindruckende Beispiele, die kurz- bis mittelfristig via Set-Top-Boxen umgesetzt werden oder gar bereits umgesetzt worden sind, stellten Georg Schell (Vice President R&D, Production, Logistics Leiter Technik, KATHREIN-Werke KG), sowie Ralph Kluthe, Leiter Business Development vom R&D design house DiscVision GmbH, in der sogenannten "Session Connected Living" vor. Den ferneren Blick in die Zukunft bot Matthias Runge (Researcher DAI Labor, Connected-Living e.V.: "Smart Products") mit seinem Vortrag.

Obwohl hier durchaus kontrovers- aber immer sehr fair und konstruktiv diskutiert wurde, ist dies ein gutes Beispiel dafür, dass dieser Fortschritt als Prozess vom Hier und Jetzt, fließend in Richtung 2010 und weiter, vonstatten gehen wird. Dies aber nur als erstes kurzes, einprägsames Beispiel dafür, um was es bei der Conlife im Detail geht. Nämlich: Die offene und zielgerichtete Kommunikation über verschiedene Produkt-, Dienstleistungs- und Interessensgruppen hinweg.

Die Gesamtveranstaltung war aufgeteilt auf zwei Tage, jeweils eröffnet per Keynote von hochrangigen Vertretern aus Industrie, Wirtschaft und Politik. Neben moderierten Plenumsdiskussionen fanden an beiden Tagen fünf verschiedene Themenstränge in unterschiedlichen Sälen statt, welche sich folgendermaßen gliederten:

  • Anwendungs-Szenarien
  • Standards und Technologien
  • Heimvernetzung als Geschäftsmodell
  • Breakout Sessions, sowie die bereits erwähnten
  • Sessions Connected Living

Je Strang gab es an jedem der beiden Tage jeweils ca. 5-8 Themen mit je ca. sechs verschiedenen Referenten und Themengebieten. Alles in Allem also rund 50 Beiträge zuzüglich Keynote, Plenumsdiskussionen und abschließender "Executive Night" am 19.05.2010 in den Rheinterassen. Ohne Frage, ein geballtes Programm, aus dem es galt je nach persönlichem Interesse, die besonderen "Rosinen" heraus zu picken.

Passend zum zweitägigen Aufbau der Kongressmesse teilen wir die Zusammenfassung der wichtigsten Fakten und Kernaussagen ebenfalls auf zwei Beiträge auf. Im Folgenden der erste Teil:

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