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Report von der Conlife 2010

Das vernetzte Zuhause und seine Zukunft

Die Sicht des Fachhandels und der Service Provider

Walter Nixdorf, Geschäftsführer von Euronics Paderborn greift als einer der wenigen Fachhändler dieser Branche direkt, dafür aber intensiv, den Heimvernetzungsgedanken auf.

Seiner Meinung nach müssen Architekten als Multiplikatoren die Zeichen der Zeit erkennen und auch dem Kunden aktiv anbieten. Seine eigenen Studie anhand von Direct Marketing Aktionen haben bewiesen, dass das Interesse beim potenziellen Nutzer durchaus vorhanden ist. Rückmeldungen von derzeit 5 Prozent seitens der Architekten zeugen zwar vom Interesse sind aber erst der Anfang. Hier will man weiter intensiv am Ball bleiben und bietet daher auch entsprechende Schulungen an. Die örtliche Nähe zum SmartHome Musterhaus in Paderborn, bietet besondere Chancen und Möglichkeiten für Erklärungen am innovativen und funktionierenden Objekt. Als Vertreter des o.g. http://www.smarthomepaderborn.de war unter anderem Herr Günther Ohland mit Vorträgen und eigenem Stand vor Ort in Köln.

Bussysteme wie LCN, KNX usw. lösen bei den meisten Elektrofachbetrieben bisher nicht unbedingt Euphorie aus, wobei dies wohl mit dem notwendigen, weitreichenden und vor allem übergreifenden Know How zu erklären sein sollte, welches diese Dienstleister beherrschen müssen. Ein Umstand, der ebenfalls wieder den derzeitigen, vielen verschiedenen Standards geschuldet sein sollte.

Dabei ist klar: Eine frühzeitig, sinnvoll erbrachte Elektroinstallation minimiert durchaus zusätzlichen Aufwand und Kosten und hilft den weiteren, modularen Ausbau einfach zu gestalten um auch für zukünftige Techniken bereits bestens gerüstet zu sein. Der lobenswerte Einsatz von Walter Nixdorf und somit Euronics Paderborn, sich hier bereits heute schon als SmartHome Integrator, erfolgreich und besonders kundenorientiert etablieren zu wollen, zeigt deutlich, dass man mit entsprechendem Engagement und Überzeugungskraft neue Kundenkreise erschließen- und vor allem auch binden kann. Dies ist also gutes Beispiel dafür, wie man sinkende Margen und Preiskämpfe via Internet sinnvoll ausgleichen- und somit seine eigene Position im Markt festigen- und ausbauen kann.

Dr. Heinrich Arnold, seines Zeichens Vice President Head of Innovation Development, Deutsche Telekom Laboratories, referierte in seinem etwa halbstündigen Vortrag ab 14.30 Uhr über das Thema: "Zunehmende Konvergenz Arbeit und Entertainment".

Dr. Arnold versinnbildlichte unser heutiges, häusliches Umfeld mit dem Begriff, dass wir heute "mehrere digitale Lagerfeuer" in unserem Wohnumfeld haben. In grauer Vorzeit war der gesellschaftliche Mittelpunkt der Sippe bzw. Familie das Lagerfeuer. Später übernahm der Fernseher im Wohnzimmer diesen ?Mittelpunkt" der abendlichen Zusammenkunft der Familie. Heute, wo viele Haushalte bereits mehrere PCs, Notebook und auch Fernseher im Einsatz haben, schreien all diese Geräte nach sinnvoller Verknüpfung. Dazu ist es notwendig, offene Betriebsysteme bzw. -standards zu nutzen. Die vielerorts gegebenen Insellösungen lassen sich nur durch gemeinsame Schnittstellen zu einem Ganzen vernetzen. Das bisherige Marktumfeld aus z.B. Telkos, PC Industrie und PC Hersteller muss sich auf gemeinsame Schnittstellen verständigen.

Darüber hinaus propagierte Arnold, dass viele konventionelle Techniken zur Digitalisierung anstehen. Als Beispiel nannte er u.a. zukünftige Bezahlsysteme wie auch Mobile Wallet, also quasi die mobile, digitale Brieftasche, etwa das Bezahlen via Smarthome. Die Vorteile liegen auf der Hand wenn man sich einmal überlegt, dass der Verlust einer Brieftasche typischerweise erst nach rund vier Stunden bemerkt wird, der Verlust des Handys aber schon nach rund 40 Minuten.

Ganz zu Schweigen von den Möglichkeiten wie Sperren aus der Ferne und dergleichen mehr. Die Nutzbarkeit muss selbstverständlich und ganz klar im Fordergrund stehen. Die Kosten sind heute nicht mehr das wichtigste Kriterium da die Leistungsfähigkeit ständig steigt während die notwendigen Investments sinken. Auch sei die Bandbreite heute kein Thema mehr, da sich, ähnlich wie beim Mooreschen Gesetz" die Performance, diese laut "Gilderschem Gesetz" alle 12 Monate verdreifacht. All diese Gedanken finden auch schon Anwendung bei dem durch das BMWi geförderte "SerCHo" Projekt.

Das (Service Centric Home) befasst sich mit der Entwicklung eines gesamtheitlichen Lösungsansatzes, der eine "Home Service Plattform", eine "Service Provider Plattform" sowie ein "Ambient Service Framework" mit Vorgehensmodellen und integrierenden Tools zur Unterstützung der Dienstentwicklung und des Dienstmanagements umfasst. Mit Hilfe des SerCHo-Frameworks lassen sich künftig Dienste realisieren, die sich ubiquitär nutzen lassen und den Benutzer effektiv und effizient unterstützen. Beispiele für solche Dienste sind vielfältig (Kommunikation, Unterhaltung, Information, Hausgerätesteuerung, Sicherheit, Gesundheit, etc.).

Gut besetzter Vortragsraum beim Vortrag von Bernd Grohmann, ELV Ektronik AG. (©Koelnmesse)

Um 15.00 startete dann Bernd Grohmann, Bereichsleiter OEM Hausautomation, ELV Elektronik AG, seinen Beitrag mit dem Titel: "Quo Vadis ? Standardisierung in der Haus- und Gebäudeautomation."

Auch Herr Grohmann erklärte, dass der Grund für das bisher recht zurückhaltende Anlaufen der meisten SmartHome Ansätze darin zu sehen sei, dass es eine nahezu unüberschaubare Fülle von unterschiedlichsten Standards und Schnittstellen gibt, welche aber meist proprietär ausgeführt- und auf den jeweiligen Einsatzweck hin, perfekt ausgerichtet sind. Dies macht einen gesamtheitlichen Ansatz aber nahezu unmöglich weil eine einwandfreie Interoperabiliät kaum zu gewährleisten ist, sich die Gesamtlösung verteuert und nahezu kein Dienstleister alle Techniken, einwandfrei und dauerhaft beherrscht. Hinzu kommt die Frage nach der Zukunftssicherheit, welche ein wichtiges Kriterium für bzw. gegen eine Kaufentscheidung darstellt. Undenkbar, wenn im Neubau eingesetzte Standards schon nach kurzer Zeit nicht mehr existieren bzw. nicht mehr weiterentwickelt und angepasst werden.

Neben EIB/ KNX, Echelon, EnOcean und vielen anderen Standards aus dem Bereich Gebäudeautomation, existieren lt. Grohmann ebenso im Bereich HomeControl ähnlich viele Standards wie u.a. KNX RF, ZigBee, Zwave, Nanotron, welche für ihren jeweiligen, nativen Einsatzzwecke zwar perfekt ausgerichtet sind, eine sichere Interoperabilität aber nicht gewährleisten können. Um den Kunden und auch den ausführenden Dienstleister bzw. Handwerker nicht weiter zu verunsichern, ist es daher aus Sicht von Grohmann unumgänglich, sich auf einen bereits existierenden Standard wie z.B. IP- genau genommen dem anstehenden IPv6 als allumfassende Basis zu verständigen. Diese Technik funktioniert seit Jahren in unzähligen Geräten und natürlich dem gesamten Internet und hat sich somit längst erfolgreich etabliert.

Die Akzeptanz des Kunden erreicht man allerdings vorrangig heute mit kleinen, einfachen Lösungen, welche aber direkt erkennbar mehr Komfort und Energieeinsparung mit sich bringen. Als Türöffner nannte Grohmann die inzwischen weit verbreiteten programmierbaren Heizungsthermostate. Hat der Kunde erst einmal den Vorteil dieser Kleinlösung verinnerlicht, ist er auch gerne bereit weiter in Komfort und Effizienzsteigerung zu investieren. Genau solche Lösungen forciert auch ELV inzwischen mit der erfolgreichen "HomeMatic"-Produktgruppe. Beispiele unter: http://www.homematic.com/

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