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12. 04. 2010
Manuel Masiero
Tom's Networking Guide

Report Internet-Brief der Deutschen Post AG

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

Die Post bringt den Brief ins Internet und schließt Mehrwertdienste daran an: So sollen Kunden sich künftig den Gang aufs Amt sparen können, Versicherungen am PC abschließen oder Einschreiben online verschicken.
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Die Online-Briefdienste der Deutschen Post

Langsam, kostenpflichtig und umständlich ? für Internetnutzer, die ihre Korrespondenz größtenteils per E-Mail erledigen, mutet der Postversand wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit an. Allerdings bewegt allein die Deutsche Post in Deutschland jeden Tag rund 70 Millionen Briefe. Zudem ist der gedruckte Brief für viele Arten der Korrespondenz immer noch unverzichtbar. Beispielsweise taugt die E-Mail nichts, wenn wichtige Original-Dokumente zur Bank oder zum Notar gelangen müssen oder der Absender eindeutig identifizierbar sein soll. Genau in diese Kerbe will die Post jetzt mit ihren neuen Angeboten schlagen und ins digitale Zeitalter einsteigen. Mitte 2010 soll es soweit sein.

Mitspieler: In vielen anderen europäischen Ländern gibt es bereits einen Internet-Zustellservice für Briefe. (Quelle: Deutsche Post)

Um die Online-Angebote der Post nutzen zu können, müssen Teilnehmer sich bei einer der rund 14 000 Post-Filialen mittels des PostIdent-Verfahrens identifizieren, also dort den Personalausweis oder Reisepass vorlegen. Anschließend bekommen sie einen elektronischen Briefkasten auf der Post-Webseite zugewiesen und können Briefe forthin als E-Mail dorthin schicken. Je nach gewähltem Dienst landet die E-Mail daraufhin wie eine herkömmliche gedruckte Briefsendung im Briefkasten des Empfängers oder wird an dessen E-Mail-Adresse geschickt.

Internet-Brief und Hybrid-Brief ab Juni 2010

Den "Hybrid-Brief" verschickt der Absender zunächst wie eine herkömmliche E-Mail per Internet. Diese wird anschließend von der Post ausgedruckt und als Standard-Briefsendung zugestellt. Statt 55 Cent für den Standardbrief verlangt die Post für den Hybrid-Brief 46 Cent, also etwa 20 Prozent weniger Portogebühr. Das klappt umgekehrt ebenso: Der Absender schickt einen Brief an eine Post-Servicestelle, die ihn einscannt und per E-Mail an der Empfänger schickt. Dieser Service kostet ebenfalls 46 Cent pro Sendung. Die per Brief eingegangenen Hybrid-Briefe werden nach dem Scannen vernichtet ? Original-Dokumente müssen vorher also unbedingt kopiert werden!

Mischform: Die Deutsche Post stellt E-Mails wahlweise als Standardbrief oder vollständig elektronischen "Brief im Internet" zu. (Quelle: Deutsche Post)

Die vollständig elektronische Variante ist der "Brief im Internet", im Prinzip nichts anderes als eine E-Mail, allerdings mit einigen Unterschieden: Nutzer müssen sich ebenso wie beim Hybrid-Brief persönlich bei der Post registrieren und sind damit als Absender identifizierbar. Anders als beim Hybrid-Brief muss der Empfänger nun ebenfalls bei diesem Service eingeschrieben sein. Kann die Post den Empfänger nicht zweifelsfrei feststellen, weil er zum Beispiel nicht registriert ist, wird der Brief wie bei der Hybrid-Variante ausgedruckt und zugestellt.

Leserkommentar

Pink-punk Punk-pink, Tue, 22. Jun. 2010 - 18:12:
Es geht um Kostensenkung. Nur diese werden von der überwigenden Verbrauchergemeinschaft belohnt. Solchen (Privat)Gewinner als Alleinschuldner zu verurteilen ist genau so, wie einen Bordelbetreiber dafür, daß er DAS macht. So lange ES von den Massen gefördert wird, kommt immer wieder der nächste Macher-Gewinner. Und zeigt uns. Aber man muss sich vor Augen halten: es ist von uns gewählt durch unsere Regel. Und nur durch diese ist der Nächste Gewinner wahlbar. Der entspricht unseren Regel.
Contra 3 , Tue, 11. May. 2010 - 11:25:
Der Brief wird also eingescannt um dann wieder ausgedruckt zu werden. In wie vielen Fällen in denen beide Korrespondenten wissen, was eine E-Mail ist, werden diese denn bitte bereit sein, Porto dafür zu bezahlen?
Pink-ink , Tue, 11. May. 2010 - 01:08:
Contra 2: Viele Firmen verlagern eigene Arbeit und Verantwortung auf die Kunden, die noch mitspielen, weil sie noch nicht verstehen, was eigentlich abläuft.
Wenn ich z.B einen Brief einwerfe, dauert das ca. 1 Minute auf dem Weg zur Arbeit. Bis ich den Rechner hochfahre, mich an dem Portal anmelde und den Online-Brief abschicke, habe ich viel mehr kostbare Zeit verbraucht. Die Post allerdings hat erfolgreich Arbeitszeit eingespart. Der Dumme ist in diesem Fall der Verbraucher.
Pink-ink , Tue, 11. May. 2010 - 01:02:
Contra 1: Die Online-Briefdienste benötigen langfristig weniger Personal (siehe Packstation), wodurch wieder Arbeitsplätze wegfallen. Die Arbeitslosenquote steigt und die wenigen die noch Arbeit haben, dürfen durch höhere Steuern die Arbeitslosen unterstützen.

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