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Report Internet-Brief der Deutschen Post AG

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

Hybrid-Standardbrief kostet 46 Cent

Was der Brief im Internet als rein elektronische Dienstleistung kosten soll, verrät die Post nicht. Bereits bekannt sind aber die Preise für den Hybrid-Brief, dessen Preisantrag die Bundesnetzagentur Ende Februar 2010 zugestimmt. Den Hybrid-Brief gibt es sowohl als Standardbrief (46 statt 55 Cent) und zudem als Kompaktbrief (73 statt 90 Cent) und Großbrief (1,19 statt 1,45 Euro) zur Verfügung. Das Online-Angebot soll offiziell ab Juni 2010 starten. Davor will der Konzern im Mai 2010 den endgültigen Namen für den "Brief im Internet" bekannt geben ? bisher ist er nur unter diesem Arbeitstitel bekannt.

Es ist zwar nicht der erste Online-Ausflug der Deutschen Post, soll aber der erste erfolgreiche werden. Mit dem im Jahr 2000 eingeführten und kostenlosen E-Mail-Dienst ePost konnte sich das Unternehmen nicht gegen Wettbewerber wie GMX, Web.de oder Freenet.de durchsetzen. Ende 2005 wurde das Angebot schließlich eingestellt. Im Gegensatz zur ePost sollen Hybrid-Brief und komplett elektronischer Brief jedoch Erfolgsgeschichte schreiben. Dazu wirbt die Deutsche Post mit allerlei Vorteilen, allem voran dem Briefgeheimnis des Online-Ablegers.

Briefgeheimnis bleibt online gewahrt

Um bei Online-Briefen Datenmissbrauch vorzubeugen und den Absender eindeutig identifizieren zu können, setzt die Deutsche Post auf zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen. Schließlich soll der Online-Brief unter allen Umständen das Briefgeheimnis wahren. So gelingt die Anmeldung beim Post-Portal nur mit der der üblichen Kombination aus Benutzername und Passwort. Zusätzlich erfolgt eine Authentifizierung per mobileTAN-Verfahren. Unternehmen und Behörden nehmen über ein extra bereitgestelltes Gateway am System teil. Dabei verlangt das Geschäftskunden-Gateway laut Post, dass sich Unternehmen und das Post-System gegenseitig authentifizieren und autorisieren, um jederzeit die Identität sicherzustellen.

Portal: Für Unternehmen bietet die Post ein Gateway an, über das sämtlicher elektronischer Briefverkehr verschlüsselt laufen soll. (Quelle: Deutsche Post)

Jede Nachricht wird auf ihrem Online-Weg verschlüsselt und mit einer elektronischen Signatur der Deutschen Post versehen. Dadurch soll sich der Briefwechsel zum einen nicht von unbefugten Dritten einsehen lassen. Laut Deutscher Post ist die elektronische Mail dabei selbst vor dem Zugriff durch Post-Administratoren sicher. Zum anderen ermöglicht die Signatur eine Integritätsprüfung der enthaltenen Daten, lässt also eindeutige Rückschlüsse auf Absender und Empfänger zu. Wer will, kann neben der automatischern Verschlüsselung eine zusätzliche Chiffrierung zuschalten und sich dazu von der Post-Tochter Signtrust ein benutzerspezifisches Zertifikat ausstellen lassen. Nimmt eine Postsendung ihren Weg nicht in Form von Bits und Bytes sondern als Drucksache, sollen die Druckdaten ebenfalls verschlüsselt an eine Druckschnittstelle übertragen werden.

Leserkommentar

Pink-punk Punk-pink, Tue, 22. Jun. 2010 - 18:12:
Es geht um Kostensenkung. Nur diese werden von der überwigenden Verbrauchergemeinschaft belohnt. Solchen (Privat)Gewinner als Alleinschuldner zu verurteilen ist genau so, wie einen Bordelbetreiber dafür, daß er DAS macht. So lange ES von den Massen gefördert wird, kommt immer wieder der nächste Macher-Gewinner. Und zeigt uns. Aber man muss sich vor Augen halten: es ist von uns gewählt durch unsere Regel. Und nur durch diese ist der Nächste Gewinner wahlbar. Der entspricht unseren Regel.
Contra 3 , Tue, 11. May. 2010 - 11:25:
Der Brief wird also eingescannt um dann wieder ausgedruckt zu werden. In wie vielen Fällen in denen beide Korrespondenten wissen, was eine E-Mail ist, werden diese denn bitte bereit sein, Porto dafür zu bezahlen?
Pink-ink , Tue, 11. May. 2010 - 01:08:
Contra 2: Viele Firmen verlagern eigene Arbeit und Verantwortung auf die Kunden, die noch mitspielen, weil sie noch nicht verstehen, was eigentlich abläuft.
Wenn ich z.B einen Brief einwerfe, dauert das ca. 1 Minute auf dem Weg zur Arbeit. Bis ich den Rechner hochfahre, mich an dem Portal anmelde und den Online-Brief abschicke, habe ich viel mehr kostbare Zeit verbraucht. Die Post allerdings hat erfolgreich Arbeitszeit eingespart. Der Dumme ist in diesem Fall der Verbraucher.
Pink-ink , Tue, 11. May. 2010 - 01:02:
Contra 1: Die Online-Briefdienste benötigen langfristig weniger Personal (siehe Packstation), wodurch wieder Arbeitsplätze wegfallen. Die Arbeitslosenquote steigt und die wenigen die noch Arbeit haben, dürfen durch höhere Steuern die Arbeitslosen unterstützen.

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