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Report Internet-Brief der Deutschen Post AG

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

Basisversion hauptsächlich für Unternehmen interessant

Warum online, wenn es bisher doch auch offline funktioniert hat? Per Internet deshalb, weil ein Onlinebrief so schnell ist wie eine E-Mail und dabei die Sicherheit eines Papierbriefs erreicht, argumentiert die Deutsche Post. Durch die niedrigeren Kosten könnten Unternehmen wie Privatleute außerdem einiges an Kosten sparen. Schöner Nebeneffekt: Durch das Authentifizierungs-System soll es unerwünschte Mitteilungen und Spam von Postseite her nicht mehr geben.

Bei Unternehmen wirbt die Post neben den günstigeren Versandkosten mit einem weiteren Vorteil, der Erreichbarkeit von Kunden. Mit dem elektronischen Brief lassen sich laut Post-Angaben mittlerweile 70 Prozent aller deutschen Haushalte erreichen. Mit Offline-Kunden kommuniziert ein Unternehmen dann mit Hilfe des Hybrid-Briefs.

Systematisch: Mit dem elektronischen Brief sollen Unternehmen ihre Kunden schneller, bequemer und preiswerter erreichen. (Quelle: Deutsche Post)

Für Privatleute sind Hybrid-Brief und Brief im Internet auf den ersten Blick nicht unbedingt ein Knüller. Wer nur hin und wieder einen Brief verschickt, für den lohnt sich der Hybrid-Brief kaum. Zwar lassen sich 9 Cent pro Brief sparen. Das macht sich im Prinzip aber nur dann bezahlt, wenn man sich den Weg zum nächsten Briefkasten schenken will oder der Adressat keine E-Mails empfangen kann. Der Brief im Internet ist für Privatanwender ebenfalls nur eingeschränkt sinnvoll. Wer verhindern will, dass unbefugte Dritte E-Mails mitlesen und Wert auf eine eindeutige Identifizierbarkeit der Kommunikationspartner legt, kann dem schon jetzt mit Tools wie PGP (Pretty Good Privacy) einen Riegel vorschieben. Das Ganze gibt es zum Nulltarif und sperrt Schnüffler zuverlässig aus.

Einige Vorteile sprechen jedoch für die Post-Dienste und gegen kostenlose E-Mail-Dienste. Durch die zugrunde liegenden Verschlüsselungs- und Authentifzierungs-Mechanismen lässt sich der Brief im Internet genauso einfach, zugleich aber sicherer als eine herkömmliche E-Mail verschicken. Manuell installierte Kryptografie-Tools mit ihren öffentlichen und privaten Schlüsseln sind da deutlich weniger zugänglich. Zudem verspricht die Post, dass klassische Versandarten wie Einschreiben ebenfalls online genutzt werden könnten.

Alles soll besser werden: Die Deutsche Post wirbt mit zahlreichen Argumenten für ihre Online-Briefdienste. (Quelle: Deutsche Post)

Wirklich interessant werden die Post-Angebote allerdings erst durch die so genannten Mehrwertdienste. Diese sollen dem Online-Brief die notwendige Durchsetzungskraft verleihen und ihn für Privatanwender wie Unternehmen gleichermaßen schmackhafter machen.

Leserkommentar

Pink-punk Punk-pink, Tue, 22. Jun. 2010 - 18:12:
Es geht um Kostensenkung. Nur diese werden von der überwigenden Verbrauchergemeinschaft belohnt. Solchen (Privat)Gewinner als Alleinschuldner zu verurteilen ist genau so, wie einen Bordelbetreiber dafür, daß er DAS macht. So lange ES von den Massen gefördert wird, kommt immer wieder der nächste Macher-Gewinner. Und zeigt uns. Aber man muss sich vor Augen halten: es ist von uns gewählt durch unsere Regel. Und nur durch diese ist der Nächste Gewinner wahlbar. Der entspricht unseren Regel.
Contra 3 , Tue, 11. May. 2010 - 11:25:
Der Brief wird also eingescannt um dann wieder ausgedruckt zu werden. In wie vielen Fällen in denen beide Korrespondenten wissen, was eine E-Mail ist, werden diese denn bitte bereit sein, Porto dafür zu bezahlen?
Pink-ink , Tue, 11. May. 2010 - 01:08:
Contra 2: Viele Firmen verlagern eigene Arbeit und Verantwortung auf die Kunden, die noch mitspielen, weil sie noch nicht verstehen, was eigentlich abläuft.
Wenn ich z.B einen Brief einwerfe, dauert das ca. 1 Minute auf dem Weg zur Arbeit. Bis ich den Rechner hochfahre, mich an dem Portal anmelde und den Online-Brief abschicke, habe ich viel mehr kostbare Zeit verbraucht. Die Post allerdings hat erfolgreich Arbeitszeit eingespart. Der Dumme ist in diesem Fall der Verbraucher.
Pink-ink , Tue, 11. May. 2010 - 01:02:
Contra 1: Die Online-Briefdienste benötigen langfristig weniger Personal (siehe Packstation), wodurch wieder Arbeitsplätze wegfallen. Die Arbeitslosenquote steigt und die wenigen die noch Arbeit haben, dürfen durch höhere Steuern die Arbeitslosen unterstützen.

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