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Streit um Energiedichte von Treibstoffen

EU plant gehaltsabhängige Treibstoff-Besteuerung

Fazit

Zum Schluss seien noch einige entscheidende Umweltvorteile von Erdgas als Treibstoff aufgeführt:

  • Selbst die Verbrennung von fossilem Methan, also Erdgas, bietet schon eine Einsparung von bis zu 25 % Treibhausgas (CO2) gegenüber den üblichen Flüssigkraftstoffen, einschließlich Autogas.
  • Verluste an unverbrauchtem Treibstoff beim Betanken sind praktisch ausgeschlossen, da die Betankung mit ca. 200 bis 250 bar eine absolute Dichtigkeit der Tankkupplungen voraussetzt. Zudem würden sich geringste Mengen des Gases wegen der zugesetzten Geruchsstoffe sofort bemerkbar machen. Bei den üblichen Zapfsäulen für Flüssigkraftstoffe können jedoch während des Tankvorgangs leichtflüchtige Treibstoffanteile verdampfen. Erdgas wird übrigens in der Regel über eine vorhandene Gasleitung angeliefert und nicht über Tankwagen.
  • Erdgas wird heute immer öfter durch Biogas (Methan) substituiert, welches in Fachkreisen derzeit als die optimalste Biotreibstoffvariante angesehen wird, wenn man für die Biogasherstellung vor allem Abfallbiomasse einsetzt und weitgehend auf den aus ökologischen Gründen verpönten Maisanbau verzichtet.
  • Die Stadtwerke München informieren an ihren Erdgastankstellen, dass sie 50 Prozent Biogas einspeisen (siehe Abb.3). Aus informierten Kreisen verlautete, dass dieses Biogas aus einer sehr umweltverträglichen Anlage bezogen wird. Durch diesen Zusatz spart der Erdgasfahrer über 60 Prozent Treibhausgas ein. Ein Umstieg auf diese Treibstoffvariante würde sehr viel schneller als Super E10 oder Dieseltreibstoff die CO2-Emissionen beim mobilen Verkehr reduzieren.

    Da oft Angst vor dem "Gas" potenzielle Umsteiger abhält, sich ein Erdgasauto zu kaufen, sei noch auf folgende Argumente verwiesen: Bei Beibehaltung des derzeitigen hohen Sicherheitsstandards von Erdgas-Fahrzeugen sind brennende oder gar explodierende Fahrzeuge nicht zu befürchten. Es sei ausdrücklich betont, dass diese Aussage nicht für Autogas-Fahrzeuge gilt; denn diese sind wie die anderen mit flüssigen Treibstoffen betriebenen Fahrzeuge wegen der größeren Dichte der entstehenden Dämpfe brandgefährdet. Methan hingegen entweicht nach oben, wo es sich schnell verteilen kann und keine Dampfseen im Fahrzeugbereich bildet, die sich schon durch eine achtlos weggeworfene Zigarette entzünden können. Bleibt nur noch zu hoffen, dass möglichst viele Käufer von Neufahrzeugen auf diesen umweltfreundlichen und weitgehend unproblematischen Antrieb umsteigen. Eine Umrüstung ist möglich, aber nicht zu empfehlen, da die Erdgasmotoren spezifisch auf Erdgasbetrieb ausgerichtet sind, um die Vorteile des Brennstoffs Methan voll zu nutzen, wie beispielsweise dessen hohe Klopffestigkeit.

    Erdgas tanken: Problemlos, umweltfreundlich und preiswert. (©Smartmedia PresSservice)

    Diese Aufforderung richtet sich ausdrücklich ebenfalls an die Kommunen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Dadurch würden sie selbst schon die Luftreinhaltung direkt vor Ort fördern und die Umweltbelastungen im eigenen Ort reduzieren. Dies gilt natürlich genauso für Betriebe mit großem Fahrzeugpark, welche vor allem in den bewohnten Vierteln agieren.

    Weiterführende Literatur:

Leserkommentar

Gert Latzel, Mon, 23. May. 2011 - 12:45:
Leider muss der Autor das Lob zur Eröffnung einer neuen Erdgastankstelle durch die Stadtwerke München (SWM)einschränken. Die SWM liefern das Erd- und Biogas (Methan)und setzen auch den Preis pro kg fest. Unverständlicherweise haben die SWM den Preis pro kg in unverschämter Weise angehoben und sind damit wohl der teuerste Anbieter für Erdgas in Deutschland geworden. Der Autor konnte bei seiner kürzlichen Fahrt von München nach Breslau feststellen, dass z.B. zwischen der Tankstelle in Münchberg in Oberfranken und den Tankstellen der SWM ein Preisunterschied von 23 Cent pro kg besteht. Mit dieser Preispolitik kann man wohl nicht vor Ort für eine neue Treibstofftechnologie werben. Dies ist umso bedauerlicher, da München sogar einen grünen Umweltreferenten besitzt. Es ist auch schwer verständlich, dass der zweite Anbieter in München, die Aral-Tankstelle in der Schenkendorfstraße billigeres Erdgas anbietet als die SWM! Damit reihen sich die verantwortlichen Entscheidungsträger der SWM in die dominierende Phalanx der großen Gasanbieter(RWE, EON)ein, welche eigentlich keine Umstellung der bisherigen Treibstoffbereitstellung wünschen, was sie dadurch demonstrieren, dass sie in der Regel teurere Erdgastreibstoffanbieter sind als die regionalen kleineren Gasversorger, die noch nicht den Kontakt zu ihren Bürgern verloren haben. Letztere handeln wohl eher im Sinne der in ihrer Stadt wohnenden Bürger und haben mehr Verständnis für eine unbelastetere Luft in ihren Städten. Der Autor ist sehr überrascht, dass ein grüner Umweltreferent in München sich solche Eskapaden von Lobbyisten bieten lässt. Es ist nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Stadtwerke München zusammen mit dem durchaus sehr beliebten Oberbürgermeister zu einer umweltfreundlicheren Energiepolitik zurückfinden werden. Man kann nicht über die hohen Belastungen z.B. in der Landshuter Allee jammern und gleichzeitig umweltfeindliche Fahrzeuge favorisieren, nur weil u.a. bayerische Fahrzeughersteller sonst rebellieren würden. Natürlich wäre sehr wichtig, dass sich viele umweltbewusste Fahrzeughalter möglichst bald für umweltfreundlichere Antriebe entscheiden würden, wozu nach Ansicht des Autors momentan nicht die Elektroautos zu zählen sind. Der Elektroantrieb wird sich erst dann durchsetzen, wenn man ausreichend Wasserstoff für den Tank eines mobilen Fahrzeugs bereitstellen kann und die Brennstoffzellentechnologieeinsetzbar ist. Bis dahin kann man schon viele Etappenziele durch einen vermehrten Einsatz von Erdgasfahrzeugen erreichen, wobei durchaus die eigenen Stadtwerke bei ihrem Fuhrpark den Vorreiter spielen sollten. Genauso sollten aber Dienstleister mit einem größeren Fahrzeugpark ebenso eine Vorreiterrolle einnehmen. Vielleicht siegt in München doch noch die Einsicht, dass man sich nicht nur für den größeren Profit eines städtischen Großbetriebes einsetzen sollte, sondern auch das Wohl der Bürger der Stadt im Focus hat.

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