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Intels Micro-Server-Strategie

Die Masse macht's

Micro-Server ? eine Spielart im Gesamt-Server-Markt

Für die kommenden vier bis fünf Jahre schätzt Intel den aggregierten Markt für Micro-Server auf zehn Prozent des Gesamt-Server-Marktes und will ihn mit optimierten Prozessor-Typen beliefern. "Der Server-Markt wächst insgesamt rapide", erklärte Boyd Davis, Vizepräsident und Geschäftsführer des Data Center Group Marketing Intels Strategie, "Im letzten Jahr konnte der Server-Markt um 11 Prozent zulegen, und im Jahr 2014 rechnen wir mit 17 Prozent Zuwachs."

Laut Boyd Davis gebe es jedoch Arbeitslasten, die keine Affinität zu den klassischen Server-Einsatzgebieten wie der Wettervorhersage, im Finance-Bereich oder im Supercomputing (Simulationen physikalischer oder technischer Modelle), bei denen es auf hohe Geschwindigkeit, schnellen, synchronen Zugriff auf einen gemeinsamen Arbeitsspeicher und geringe Latenz- oder Durchlaufzeiten ankommt. Während Google noch auf die großen Server-Klötze setze, habe Facebook erkannt, dass in einer verteilten Architektur kleiner Server die Zukunft für deren Geschäftsfelder, etwa dem Hosten von User-Daten liege.

Im Server-Markt ist unter anderem durch den Trend hin zu Cloud Services noch jede Menge Luft nach oben und Intel will sein Stück von diesem Kuchen möglichst groß schneiden. (Bild: Intel)

Diesen Anforderungen will Intel nun mit einem abgestimmten Portfolio an verbrauchsarmen Prozessoren begegnen und hat dazu die CPU-Roadmap aufgehübscht. Startend im Jahr 2011 und weit ins Jahr 2012 hinein plant Intel vier neue CPUs auf den Markt zu bringen und deren Leistungsaufnahme von heute 45 Watt künftig bis unter 10 Watt zu drücken. Dennoch sollen diese CPUs alle nötigen Server-Features bieten, insbesondere

  • 64-Bit-Kompatibilität,
  • Intels Virtualisierungs-Technologie
  • Error Correcting Code (ECC) und
  • X86-Software-Kompatibilität.

Intels neue Low-Power-Prozessoren für die Micro-Server-Kategory umfassen:

Prozessor

Gesamt-Leistungs-Aufnahme

Verfügbarkeit

Intel Xeon Prozessor E3-1260L

45 Watt

in Produktion

Intel Xeon Prozessor E3-1220L

20 Watt

in Produktion

Server-Prozessor auf Basis der Intel Mikroarchitektur "Sandy Bridge"

15 Watt

2. Hälfte 2011

Server Prozessor auf Basis der Intel-Atom-Mikroarchitektur

unter 10 Watt

2012

Intels Xeon-Prozessoren waren für den gesamten Anforderungsbereich für Server entwickelt worden, in dem es auf hohe Energieeffizienz ankommt. Der kalifornische Halbleiterhersteller erwartet, den Großteil des Marktes für Micro-Server mit den künftigen Low-Power-Single-Socket-Typen Xeon EL-1260L und E3-1220L abdecken zu können. Wo schiere Rechenleistung keine Kernanforderung für das Server-Design darstellt, könnten sich Kunden bereits heute an dem Xeon-Prozessoren der Baureihe E3-1200 bedienen.

Zählen niedrigste Leistungsaufnahme und höchste Einbaudichte mehr als Rechenleistung, will Intel mit den Atom-CPU-Typen eine Option mit weniger als 10 Watt Leistungsaufnahme anbieten, wenngleich Atom-Server-CPUs erst 2012 das Licht der Welt erblicken (um sogleich wieder unter Kühlkörpern zu verschwinden).

Mögliche Einsatzgebiete für Micro-Server. (Bild: Intel)

Nicht unerheblich für verteile Server ist deren Zusammenspiel. Und da kommt Intel als Software-Schmiede ins Spiel. Denn damit viele kleine Serverchen, die ohne Redundanz (sieht man vom ECC ab) auch nahtlos zusammenspielen, müssen sie miteinander kommunizieren können, was wahlweise per FibreChannel oder Gigabit Ethernet (GbE) funktionieren soll ? eine gemeinsame Software-Schicht vorausgesetzt. Die bietet Intel mit dem haueigenen Virtualisierungs-Layer an, der allen Software-Entwicklern kostenlos zur Verfügung stehe. Mehr noch: Intel betreibt ein eigenes Labor, in dem die Entwickler ihre Entwicklungen simulieren und testen können. Es ist unter http://www.intelcloudbuilders.com/microserverlab zu erreichen.

Die Begehrlichkeiten für Micro-Server sind groß: Gio Coglitore, Direktor der Facebook-Laboratorien etwa hat bereits Micro-Server auf Intel-Basis evaluiert. Für sein Unternehmen, das er irgendwo zwischen Cloud- und Internet-Service-Provider angesiedelt sieht, sei die weltweite Stationierung (von vernetzten Servern) wichtiger als deren Rechenleistung, weswegen der Switching-Infrastruktur eine wichtige Rolle zufalle. "Bei uns laufen Web-Server in einer Real-Life-Umgebung, und da kommt es auf möglichst geringe Kosten pro Node an", sagt Coglitore. Als "Node" bezeichnet er die Server-Entität mit ihrem Außenanschluss an das Internet. Da passen die "dicken Server" mit Doppel-Sockeln und bis zu 85 Watt Leistungsaufnahme nicht mehr ins Konzept. "Die Lösung, die wir gefunden haben, ist eine Mesh-Architektur, weil die es auch verträgt, wenn einer der Nodes einmal ausfallen sollte. Wir evaluieren derzeit Micro-Server und wir haben bereits solche aus der laufenden Produktion im Labor. Die massenhafte weltweite Stationierung strebt Facebook für Ende 2011 an."

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