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Report Payment-Kongress Frankfurt/Main 2011

Digitales Bargeld? Fehlanzeige!

Wir sind das Netz

Über Payment-Trends 2011 ? mobil, sozial, neue Features

  • Mobile Payment
  • Payment-Lösungen in sozialen Netzwerken
  • Gesicherter Rechnungskauf
  • Neue Features bei den Zahlungsarten
  • referierte anschließend Achim Himmelreich, Fachgruppenvorsitzender E-Commerce im BVDW, und erklärte, dass der neue Trend mobil und sozial noch in den Kinderschuhen stecke. Warum er seinen Verband plakativ mit "Wir sind das Netz" titulierte, versuchte er folgendermaßen klar zu stellen: "Man vertritt gute Interessen, man schafft Arbeitsplätze". Seine Fachgruppe jedenfalls betreue den gesamten eCommerce-Prozess vom "Auftreffen auf der (Web-) Seite bis zum Checkout. Dazu fänden sich auf der BVDW-Seite eine Reihe nicht näher erwähnter Leitfäden.

    Klarer ging er jedoch auf die Diversifikation dessen ein, was andere gerne noch unter eCommerce in eine Topf werfen, und prägte den Begriffe xCommerce als Obermenge für nCommerce, sCommerce (Social Media, wegen der Dominanz von Facebook gelegentlich fCommerce tituliert) und tCommerce (erfasst die Möglichkeiten von hbbTV).

    Der Anteil des mobilen eCommerce, kurz mCommerce, liege in Deutschland derzeit bei 14,3 Prozent und solle mit 13,4 Prozent pro Jahr bis 2015 auf ein Umsatzvolumen von 41,2 Milliarden Euro anwachsen. Dabei weise der App-Anteil eine Cross Annual Growth Rate von 38,8 Prozent auf. Sein Credo: "Das Internet funktioniert anders als das Schaufenster wegen des Rückkanals." Surfen mit dem Handy habe es lange schon gegeben, wegen des grausigen User-Interfaces habe es aber erst Apple allen vormachen müssen. Google wolle die App-Entwicklung vereinfachen, HTML5 könnte einen Wachstumsschub auslösen und das Thema mCommerce mit NCF sowie In-App-Payment stark an Bedeutung gewinnen.

    Bezahlen per QR-Code ist einfach und verspricht eine ausreichende Sicherheit. Ob diese Methode jedoch parallel zu NFC überleben wird, ist zweifelhaft. (Bild: BVDW)

    Vorteile sieht er für den QR-Code am Point of Sales, weil dafür keine neue Hardware nötig sei. Der Rechnungskauf sei beim Käufer sehr beliebt, nicht aber beim Händler, so dass eine Kombination (BidSafe???) angestrebt werden müsse. Himmelreich bezeichnet Moderne Bezahlverfahren (BZV) als per definitionem für das Internet entwickelt und meint, dass sich das mobile Wallet noch nicht durchgesetzt habe. "Experimente sind für das Jahr 2011 angekündigt", sagt Himmelreich, "und einige laufen schon". Ob er damit Google Wallet gemeint hat, ließ er offen. Klar stellte er dafür heraus, dass PayPal keine Universallösung darstellt: "PayPal spielt in der Schweiz keine Rolle."

    Obwohl der Trend mobil und sozial noch in den Kinderschuhen stecke, sei er doch ein Trend. Das mache ein Blick auf eines der reichweitenstärksten Facebook-Spiel deutlich: In Farmville tummeln sich 100 Millionen Menschen, von denen vier Prozent bis zu 20 US$ zu zahlen bereit wären ? ein Umsatzvolumen von vier Millionen Dollar wohlmerke für virtuelle Güter, deren "Herstellung" nahezu nichts kostet. Der durchschnittliche User ist 43 Jahre alt und weiblich. Farmville ist aber nur scheinbar kostenlos, denn die Teilnahme kostet die User die Herausgabe des eigenen Profils ? und vor allem Zeit. Zeit versus Geld gründen den Erfolg von Social Games, "die als Spiele definitorisch eine soziale Angelegenheit sind", so Himmelreich, der die Frage anschließt: "Was passiert, wenn virtuelle Währungen [in reale] rück-konvertierbar werden?" Dann erweisen sich vereinsamte, männliche Ego-Shooter als Zwischen-Erscheinung.

    Zu den App-Sales-Umsätzen führte Himmelreich aus, dass (schon aus familiären Begehrlichkeiten) der Trend zum Zweit-iPad gehe, denn "iPads sind das missing link zwischen eCommerce und stationärem Handel".

    Die Türkei ist vorne dran

    Das Thema "mobile Wallet" wusste Himmelreich ebenfalls zu adressieren, obwohl die Google-Wallet-Meldung noch keine vier Stunden alt war. "Deutschland hat es schwieriger beim Aufbau von Akzeptanz-Stellen, aber es wird passieren, weil die Industrie angekündigt hat, NFC [in POS-Terminals und Smartphones] zu integrieren. Apple hatte sogar sie SIM-Card [ins Smartphone] integrieren wollen, was die Telcos [Abtreten der Kundenbindung an Apple] zu verhindern wussten." Interessanter Weise sei die Türkei mit Türkcell in diesem Bereich ganz vorne dran, weil "Italiener und Türken das innigste Verhältnis zu Handys pflegen."

    Wichtig sei die Einigung auf einen gemeinsamen Standard. Das zeige das Beispiel mPass auf dem Mobile World Congress, ein zurzeit noch SMS-basiertes ePayment-System), das ePlus und zwei weitere Telcos unterstützten. "Alle haben Vorteile. Telcos, Google und Apple", so Himmelreich. Von den Endkunden spricht er nicht, denn die dürfen eigentlich nur eines: Zahlen. Wenn NFC [-basierte] Bezahlsysteme am POS nur drei Prozent des Bargeldkuchens abbekämen, entspreche das bereits einem Umsatz von 7,4 Milliarden. "The best is here to come", schloss Himmelreich seinen Vortrag um sich den Fragen der Kongressteilnehmer zu stellen.

    Wie es denn mit der Durchdringung der Smartphones mit NCF aussehe oder ob eine Dissonanz zu erwarten sei. "Die Hersteller haben es angekündigt", antwortete Himmelreich.

    Welche DigiCash-Verfahren es gebe, Bezahlsysteme mit den wesentlichen Bargeld-Eigenschaften also wie Anonymität, Peer-to-Peer-Transferabilität, Offline-Fähigkeit? Antwort des E-Commerce-Fachgruppenvorsitzenden: "KEINE. Alle bisherigen Versuche sind gescheitert." Daher würden existente Bezahlverfahren aufs Handy transportiert. Himmelreich: "Ich glaube nicht an das Neue, das diese Techniken ersetzt".

    Kommentar: Nun ? Glauben heißt Nicht-Wissen, und das, obwohl sich der Erfinder des digitalen Bargeld-Substituts fairCASH, Dr.-Ing. Heinz Kreft, im Vorfeld des Payment-Kongresses (vergeblich) um einen Speaker-Slot bemüht und seine zum internationalen Patent angemeldete Technologie veröffentlicht hatte.

    Leserkommentar

    Neo , Tue, 28. Feb. 2012 - 12:40:
    Ich fand den Artikel trotzdem lesenswert und die Informationen bez. Geld und Kredit brauchbar.

    fortuna-finanz.de

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