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Report Payment-Kongress Frankfurt/Main 2011

Digitales Bargeld? Fehlanzeige!

Nicht nur in Sachen Mobilität ganz vorne: Lufthansa

Für neue Bezahlverfahren aufgeschlossen zeigte sich indes Stefanie Heucke, Projektmanagerin Mobile Services, Deutsche Lufthansa AG. An das Plenum gerichtet sagte Sie: "Wir warten dringend auf andere mobile [Payment-] Lösungen. You're heartly welcome", was sie am Ende ihres Vortrages noch einmal betonte: "Wenn Sie etwas wissen oder haben, immer her damit!"

Stolz auf die fünfmillionste digitale Bordkarte seit 2003 bot Frau Heucke an, über die "Learned Lessions" zu informieren und zwar im Praxisbeispiel

  • Mobile Bordkarte und mobile Prozesse bei der Deutschen Lufthansa AG
  • Mobiler Check-in mit Übermittlung der mobilen Bordkarte
  • Mobile Services und Applikations der Deutschen Lufthansa AG
  • Buchungen über das mobile Portal
  • Bei der Lufthansa heißt der QR-Code Bar-Code und das Handy nach Kinoleinwand, Fernsehschirm und PC-Monitor "the fouth screen". Das Jahr 2010 habe mit Pilotenstreik, Aschewolke und Schneechaos zu einem vermehrten Informationsbedürfnis der Fluggäste geführt und Smartphones zu "enormen Wachstumsraten verholfen". Nach jedem dieser Ereignisse sei das Wachstum zwar wieder abgeflacht, nie aber auf das Vor-Ereignis-Niveau zurückgekehrt. Heute besäßen 65 Prozent der Lufthansa-Kunden, die per mobiler Bordkarte eincheckten, ein iPhone, und erst dieses spezielle Smartphone habe der Lufthansa den Boom beim Ticket-Verkauf beschert.

    Wichtig sei aber die Erkenntnis, dass "mobile" und "online" nicht das Gleiche seien: So erfordere eine mobile App eine andere Such-Logik weil nicht so viele Informationen gleichzeitig darstellbar sind. Und weil die Dateneingabe auf einem Touch-Screen mühseliger ausfällt als auf einer Notebook-Tastatur müssten mobile Apps so viele Felder vorab ausfüllen wie möglich, seien es Abflugzeit, Preis oder - ganz wichtig - die noch verfügbaren Sitzplätze. "Voucher haben eine enorme Conversion Rate".

    Nach ersten gescheiterten Versuchen nimmt die Entwicklung beim mobilen Einchecken und Bezahlen beider Lfuthansa rasant an Fahrt auf. (Bild: Lufthansa)

    Dass das mobile Ticketing erst so spät einen Boom erfährt, erklärt Frau Heucke mit den Randbedingungen. Zwar habe es bereits 2001 ein Pilotprojekt mit Siemens auf einer Flugverbindung in die USA gegeben, das jedoch letztendlich wegen des durch 9/11 verursachten Einbruchs bei Flugbuchungen wieder eingestellt worden war. Im Jahr 2005 folgte der nächste Versuch, zu dem bereits Barcode-Scanner an den Gates installiert waren. Dieser Versuch scheiterte an der fehlenden MMS-Fähigkeit der Handys und der entsprechend niedrigen Nutzerquote. Seinerzeit Hatten ein Drittel der Vielflieger-Kunden immer noch das Nokia-Modell 6310i in der Tasche, obwohl das bereits drei Jahre vom Markt und damit alles andere als neu war. Seit dem Jahr 2008 verfügten aber praktisch alle interessierten Lufthansa-Kunden über MMS-fähige Handys, so dass die Lufthansa nach dem elektronischen Self-Check-in per mobiler Bordkarte nun das nächste "Appsperiment" startet: Das Self-Pack-Tag, mit dem Fluggäste ihr Gepäck selbst einchecken können werden.

    Ende der App-Zocke durch HTML5

    Wie wichtig die Entwicklung vernünftiger Apps ist, vermittelte Stefanie Heucke mit den drastischen Worten: "Wer im App-Markt nicht mit macht, ist raus!" Dennoch bedeute die App-Entwicklung für alle Plattformen einen hohen Entwicklungs-Aufwand, weshalb sie HTML5 sehr gute Chancen einräumt. "Apps ins Web zu bringen ist spannend", freut sich Heucke, denn "HTML5 wird die Abzocke von App-Stores beenden! Nach dem Playboy werden weitere Web-Apps kommen, vor allem aus der Verlagsbranche."

    Bei Stephanie Heucke, Lufthansa AG, spürte man die Begeisterung der "Macherin", die Lösungen vorstellen konnte, deren Entwicklung sie massgeblich mitgesteuert hat. (©Smartmedia PresSservice)

    Als weitere Trends sieht Stefanie Heucke

  • Augmented Reality (das interaktive Einblenden von Zusatz-Informationen etwa in Bilder, Filme oder Life-Aufnahmen),
  • die Ablösung des Bar-Codes durch NFC und
  • das mobile Couponing.
  • Es existierte bereits eine Testreihe für NFC-Boarding in Friedrichshafen [KatCard NFC, betrieben von der Katamaran-Reederei Bodensee und Deutsche Telekom / T-Systems].

    Auch wenn HTML5 statt proprietärer Apps und NFC statt QR-/Bar-Code bereits deutliche Erleichterung verspräche, eine Lösung für das drückendste Problem sind diese Techniken noch nicht! So schließt Stefanie Heucke ihren Praxisbericht von der wohl reichweitenstärksten Erfolgs-Story "mobile Bordkarte" mit den Worten: "Wir warten dringend auf etwas, was uns die PCI-Compliance vom Hals hält". Gemeint ist der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS), laut "Wikipedia" ein Regelwerk im Zahlungsverkehr, das sich auf die Abwicklung von Kreditkarten-Transaktionen bezieht und von allen wichtigen Kreditkarten-Organisationen unterstützt wird ? und bei den Betreibern von Kreditkarten-Akzeptanz-Stellen enormen Aufwand und Kosten verursacht.

    Kommentar: Wer seinen Flug nicht auf Kredit bucht, braucht aber eine Kredit-Karte heute nur deshalb, weil er elektronisch nicht bar (also final) bezahlen kann.

    Leserkommentar

    Neo , Tue, 28. Feb. 2012 - 12:40:
    Ich fand den Artikel trotzdem lesenswert und die Informationen bez. Geld und Kredit brauchbar.

    fortuna-finanz.de

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