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24. 05. 2011
Arno Kral, Heinz Kreft
Tom's Networking Guide

Vorbericht zum Payment-Kongress 2011

Zahlungssysteme für die Online-Welt von heute und morgen

Mit der zunehmenden Digitalisierung von Inhalten und der verstärkten Nutzung von Online-Kaufportalen für Waren und Dienstleistungen gewinnen die Methoden zum digitalen Bezahlen immer mehr an Gewicht und Interesse. Diesem Thema widmet sich der Fachkongress Payment 2011 vom 25. ? 26. Mai 2011 in Frankfurt/Main.
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Vorbericht zum Payment-Kongress 2011 in Frankfurt/Main

Mal wieder so ein Kongress wie viele andere, könnte man meinen ? aber dem wird nicht so sein. In diesen zwei Tagen geht es im Kongress für Zahl-Systeme und Zahlungs-Prozesse um Ergebnisse unseres kommerziellen Handelns: die "Kohle" respektive Wege, diese von den einen zu den anderen Akteuren zu "verschieben": das macht man seit Menschengedenken mit Zahlungsinstrumenten und Zahlungssystemen ? für nichts anders waren diese erfunden worden. Doch gerade hier kündigen sich nun Verschiebungen der Macht an.

Seit Jahren stehen die als eGeld bezeichneten Verfahren unter besonderem Interesse. Elektronische Bezahlverfahren werden ja auch mit der steigenden Durchdringung der erforderlichen Infrastruktur wie Internet, Mobilfunknetzen und intelligenten Endgeräten wie Smartphones immer attraktiver und erfreuen sich rapide wachsender Anwenderzahlen. Dieser Marktentwicklung wird die PAYMENT Achtung zollen, indem sie ein Forum für die wesentliche Akteure für Zahlungslösungen, Transaktionen und Bezahlprozessen bietet.

Logo des Payment-Kongress 2011.

Der Dreh- und Angelpunkt heißt in diesem Zusammenhang übrigens "mobile Payment" auf neudeutsch und meint damit Verfahren, die nun auch das können sollen, was Bargeld bereits seit vielen hundert Jahren kann: auch von unterwegs fern der Heimat zahlen zu können.

Technisch gesehen geht es um "letzten 10 Meter" an der Librationszone Point-of-Sale (PoS) und um Internet-fähige Verfahren. Nachdem sich die RFID-Technologie zu einer kostenextensiven, massenanwendungsfähigen Technik gemausert hat, laufen Unternehmen wie Google, Apple, Microsoft, Nokia, Visa und Co. diesem Flaschengeist hinterher, um ihn als Near-Field-Communication (NFC) doch noch in die Anwendungsbox zu zwingen, auch wenn dies in einem ersten Anlauf vor einigen Jahren gründlich misslungen war. Der Autor kann in diesem Ansatz allerdings keine wirkliche Innovation finden, da es ja nur um eine kontaktlose Übertragungsschnittstelle mit äußerst mageren Übertragungs-datenraten handelt, die einer kontobasierten Transaktion "vorgeschaltet" wird. Trotzdem ist es immerhin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung für die Technologie-arme Finanzbranche.

Hier wird übrigens auch ein wesentlicher Trend in dieser Branche deutlich: Die zuvor eher weniger in Zahlungsprozesse und Payment-Verfahren involvierten ITC-Unternehmen warten nicht länger auf die Bankindustrie sondern "backen" sich ihre eigenen Technologie-affinen Lösungen selbst.

Der Grund ist ein Einfacher: Statt die Wertschöpfungskette immer weiter zu verlängern und damit zu verteuern respektive Margen an Partner abgeben zu müssen haben die Unternehmen großes Interesse daran, möglichst viel "selbst zu fressen" und ? was noch wichtiger ist ? die Kontrollhoheit in den eigenen Händen zu halten ? statt diese abzugeben und damit unter anderem Kundenbindungen zu verlieren.

Es ist letztlich effektiver selbst eine Bank zu werden als der rettungsintensiven vertrauensverlierenden und von der eigenen Schwerkraft bedrohten Finanz-Industrie das Händchen zu halten. Die haben sich bereits vor Jahren ein neues Kerngeschäft gesucht: weg vom Basiskunden hin zum upper-class Credit Default Swaps (CDS) Big-Business und zur Rettung pleite-gegangener Nationalstaaten auf dem Rücken der Steuerzahler.

Auf dem Payment-Kongress in Frankfurt wird auch 2011 wieder die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu finden sein, die uns ein Resultat jahrelangen "Brütens" vorstellt: die zweite E-Geld-Richtlinie für die Payment-Branche. Daher kann sich dann der interessierte Messebesucher die seit dem 30. April 2011 EU-weit gültige eGeld-Definition vorstellen und erklären lassen, die unter anderem im Internet hier zu finden ist: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:267:0007:01:DE:HTML.

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