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11. 08. 2014
Maurice Hempel
Tom's Networking Guide

Report DAB

Digital Audio Broadcast - Technik sucht Akzeptanz

Kaum eine Technik ist in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert worden wie der digitale Radio-Übertragungsstandard "Digital Audio Broadcast" (DAB). Befürworter sehen darin die Zukunft des Radios und verweisen nur zu gerne auf die Vorteile, die das Digitalradio gegenüber der analogen UKW-Technik biete. Ob die Zusatzleistungen dem digitalen Radioempfang letztlich doch zum gewünschten Durchbruch verhelfen können bleibt abzuwarten.
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DAB - die digitale Zukunft des Radios

Lange Zeit galt die lückenhafte Netzabdeckung als größtes Hemmnis für DAB. Doch dieses Argument zieht nicht mehr, weil der DAB-Empfang mittlerweile 91 Prozent von Deutschlands Haushalten abdeckt. Selbst auf 75 Prozent der Autobahnen im Bundesgebiet ist DAB verfügbar. Und mit der Erweiterung des DAB-Standards zu DAB+ im Jahr 2011 finden nun wegen des neuen Audio-Codecs ACC+ durch Multiplex-Technik doppelt so viele Sender pro Kanal Platz - so viele wie nie zuvor. Die DAB-Technik scheint ausgereift, die notwendigen politischen Entscheidungen sind gefallen. Bleibt Frage, ob sich das Digitalradio bei den Hörern durchsetzen kann.

Entwicklung des DAB-Standards

In der Tat bietet DAB gegenüber analogen Verfahren einige Vorteile. Doch die Tatsache, dass der digitale Übertragungsweg hierzulande bereits seine erste Chance verspielt hat, ist nicht von der Hand zu weisen: Bis in das Jahr 2007 hinein verkauften die Hersteller in Deutschland gerade einmal 547.000 Digitalradios. An der geringen Akzeptanz konnte bislang die Weiterentwicklung des Standards "DAB+" kaum etwas ändern: Drei Millionen DAB(+)-Geräten stehen heute immer noch mehr als 130 Millionen UKW-Empfänger gegenüber.

Dabei sind Industrie und Rundfunk-Betreiber durchaus bemüht, die Verbreitung der DAB- respektive DAB+-Technik in Deutschland weiter voranzutreiben. So sind in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen zugunsten des neuen Übertragungs-Standards ins Leben gerufen worden. "Ich will es einfach" lautete beispielsweise der Slogan aus dem ARD-Projektbüro Digitalradio, von dem aus die Kampagne medienwirksam im öffentlichen Raum platziert worden ist.

Laut Empfangs-Prognose von digitalradio.de sind 91 Prozent der Haushalte und 75 Prozent der Autobahnen in Deutschland mit mindestens einem digitalen Radio-Angebot versorgt. (Stand Juni 2014, Quelle: Digitalradio)

Natürlich sind derlei Zahlen mit Vorsicht zu genießen, da die Verfügbarkeit der Signale immer von der tatsächlichen Empfangs-Situation in den jeweiligen Gebieten abhängt. Jedoch zeigen die Prognosen, dass das Digitalradio-Projekt in Deutschland wieder Fahrt aufnimmt. Die ersten Testsendungen für das Digitalradio liegen bereits 25 Jahre zurück. Damals stammten die Fördergelder aus dem Eureka-147-Projekt der Europäischen Union, die schon seit Längerem das Ziel verfolgt hatte, einen digitalen Standard für eine effizientere Nutzung der von Radio- Frequenzen zu definieren. Letztlich haben die Entwickler den DAB-Standard im Jahr 1995 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin präsentieren können, und schon drei Jahre später ist DAB in Deutschland im Regelbetrieb an den Start gegangen. Industrie und Politik sind sich einig gewesen, bis zum Jahr 2012 europaweit alle Radio-Sendungen nur noch digital verbreiteten zu wollen. Indes ist aus 2012 dann 2015 geworden, und im Oktober 2011 ist die Entscheidung gefallen, das UKW-Band vorerst doch nicht abzuschalten.

Leserkommentar

Hans-Jürgen Mauser, Fri, 29. Aug. 2014 - 13:06:
Dieses Verfahren ist der größte Müll, den der Rundfunk je gesehen hat - ich bin ein erbitterter Gegner davon und klarer Befürworter der UKW-Technik! Dieser Artikel hier ist auch mal wieder reinstes Marketing-Geschwurbel.

Folgende Punkte kontra "DAB" in jeder Form und pro UKW:

- die deutlich hörbaren Klangartefakte sind eine Zumutung, das habe ich im unbewußten Selbstversuch bei einem Hifi-Händler beim Kauf von Lautsprechern festgestellt. Ich bat ihn, Radio als Signalquelle einzustellen, und dann war etwas seltsames zu hören, diese breiigen Klangverfärbungen, wie sie typisch für MP3-Dateien mit bis zu 128 kbit/s sind. Ich sagte, das kann doch nicht Radio sein, das ist schlechter! Er sagte, oh, da habe ich versehentlich auf dieses DAB gestellt, ein Rohrkrepierer, der sich hoffentlich bald wieder erledigt. Er stellte um auf UKW - und siehe da, bester Klang! "Natürlich" mit einem leisen Rauschen bei hohen Pegeln und nicht so gutem Empfang - aber ein leises Rauschen ist eine natürlichere "Störung" als Kompressionsartefakte.

- UKW-Rundfunk funktioniert seit Jahrzehnten, es besteht freie Gerätewahl egal ob modernst oder historisch. Jedes einzelne Radio kann sinnvoll eingesetzt werden, Radiogeräte sind ubiquitär verfügbar und sichern einen Informationsausberitungsweg, der im Zweifelsfall auch krisen- und notfalltauglich ist.

- UKW-Technik ist grundsätzlich patent- und lizenzfrei und kann mit elektronischer Fachkenntnis repariert oder gar mit gut verfügbaren Bauteilen selbstgebaut werden, datenreduktionsverfahrenbehaftete Technik mit Spezial-Chips dagegen nicht

- ein analoger Übertragungsweg ist im Rahmen seiner Bandbreite beeinflussungsneutral, ein komprimierender Übertragungsweg hängt an seinem Kompressionsverfahren und kann nicht nachträglich verbessert werden

- desweiteren ist eine Hörbarkeit und Verständlichkeit mit Rauschen immer noch besser als eine Stummschaltung, weil der Datenmüll nicht mehr rekonstruiert werden kann

- UKW ist das letzte noch verfügbare Echtzeitmedium! Nur die Lichtgeschwindigkeit begrenzt die Schnelligkeit, z.B. kommt das Fußballtor per UKW weit vor jedem Fernsehbild - und ohne UKW bzw. Analogfunk wird es kein verläßliches Zeitzeichen zur vollen Stunde mehr geben

- dem vorgenannte Sachverhalt ist auch geschuldet, daß nur UKW noch eine Gleichzeitigkeit der Signale beim raumübergreifenden Betrieb mehrererer Radios gewährleistet - eben Echtzeit. Jedes komprimierende Verfahren muß puffern und hat Latenzen, die implementierungsabhängig sind, so daß keine zwei Geräte dieselbe Signallaufzeit sicherstellen können

- ein Teil der beworbenen Zusatzdienste ist längst über RDS verfügbar, z.B. Titel- und Interpreteninfo, Uhrzeit, Nachrichten, Wetter je nach Sender! Man braucht aber ein Gerät mit voller RDS-Tauglichkeit, insbesondere mit dem Merkmal "Radiotext". Und RDS ist abwärtskompatibel zu jedem Gerät auch ohne RDS.

- DAB ist der Einstieg in Wegwerftechnik auch im Hörrundfunk, und das bereits heute: Geräte ohne das "Plus" sind in Deutschland nur noch für UKW benutzbar, sofern es mit eingebaut ist. Ökologie und Nachhaltigkeit sind bei DAB in keiner Weise dabei, das Argument der Sendeleistungen zählt nicht, da z.B. durch erneuerbare Energien diese nicht wehtut, Elektronikmüll dagegen schon

- im Gegensatz zum DVB-T-Zwang beim Fernsehen sind Radiogeräte in viel hörerer Stückzahl verbreitet und sowohl stationär wie mobil im Einsatz, so daß (hoffentlich) der öffentliche Gegendruck bei einer drohenden UKW-Abschaltung viel höher ausfällt als beim TV.

- im Gegensatz zu zu echtem "hereinholendem" Empfang bei UKW, der auch mal über Landesgrenzen möglich ist, ist DAB mehr ein "Hineinpushen" in die Geräte: es kommt nur an, was dafür gedacht ist, keine Möglichkeit des "Wellenreitens" oder irgendwelcher positiver Überraschungen beim Empfang, ungewöhnliche oder weiter entfernte Sender zu hören. Man könnte soweit gehen, es als einen Eingriff in die Informationsfreiheit zu deuten.

- wenn ich datenreduzierte Audioströme hören möchte, kann ich gleich Internetradio bemühen - dank Mobilfunk auch unterwegs. Und mit Internet habe ich keine Wegwerf-Hardware, denn z.B. jeder Laptop der letzten 15 Jahre kann jede Audioqualität wiedergeben. Und die "Zusatzdienste" sind hier unbegrenzt und voll interaktiv.


Vielleicht kann ich ja den einen oder anderen zum Nachdenken anregen mit meinen Gedanken, auch wenn diese jetzt teilweise sehr stark emotional untermalt sind - aber das kann ich trotz meiner sonstigen Sachlichkeit bei diesem Thema nicht ändern.

Ich hoffe, daß es die Möglichkeit geben wird, gegen einen UKW-Abschaltzwang vorzugehen, z.B. durch Bürgerinitiativen.

Es gibt ja immerhin bereits eine Internetseite zum Thema "analoges Radio retten", einfach mal mit einer Suchmaschine der Wahl schauen (selber habe ich mit der Seite nichts zu tun).

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