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Report DAB

Digital Audio Broadcast - Technik sucht Akzeptanz

DAB+-Zusatzprogramme

Der Mehrwert des DAB+-Übertragungs-Standards ist für den Hörer vor allem in der Übertragung zusätzlicher Datendienste bemerkbar. Das Angebot umfasst sowohl Programm-bezogene, als auch Programm-unabhängige Dienste. Lange Zeit hat die Verwendung von Multimedia-Inhalten, beispielsweise Sender-Logos, Cover-Art und ähnlichem, als Haupt-Argument für digitales Radio gegolten. Die technische Voraussetzung dafür ist das Multimedia Object Transfer Protocol (MOT). Der Sender nutzt es, um Informationen der Zusatzdaten zu zerlegen und sie nacheinander in das Sendesignal einzufügen. Das Endgerät kann diese Extra-Informationen auf Basis von MOT wieder zusammenfügen. Alternativ lassen sich diese Daten im Multiplex über einen eigenen Datenkanal übertragen. Via MOT lassen sich unter anderem sogar Link- und HTML-Strukturen übertragen.

Electronic Programm Guide und Slideshow

Ein Zusatzdienst, der auf diese Weise übertragen wird, ist der Electronic Programm Guide (EPG), mit dem sich Programm-begleitende Informationen abrufen lassen. Die Slideshow-Funktion ergänzt die Audio-Berichte durch Bildmaterial wie Fotos, Grafiken und Texttafeln. Hierbei lassen sich beispielsweise Sender-Logos und Sport-Tabellen über das Radio empfangen, sofern das Display auf dem Empfangs-Geräts für diese Funktion ausgelegt ist. Bei internetfähigen Empfangs-Geräten übernimmt der RadioVIS-Dienst diesen Service über die Internet-Verbindung und entlastet so das digitale Funksignal.

Manche DAB-Radios können passend zum Programm Slideshows mit Zusatz-Informationen abspielen. Das Bild zeigt die Slideshow-Funktion am Beispiel des Pure Sensia 200D. (Bild: Pure)

Journaline und Dynamic Label Segment

Der vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) entwickelte Nachrichten-Dienst "Journaline" bringt Textinformationen auf das Radio-Display, die über die üblichen 128 Zeichen des bekannten RDS-Dienstes (Radio Data System) der UKW-Technik hinausgehen. Der Dienst wird als "Video-Text des Digitalradios" bezeichnet und ist in der Lage, RSS-Feeds zu empfangen. Teilweise bieten Radiosender über Journaline einen Rückblick auf die gespielten Musik-Titel der letzten Stunden an.

Für Informationen zum Stations-Namen, laufenden Musik-Titeln und -Interpreten setzt DAB+ auf "Dynamic Label Segment" (DLS, bzw. DLS+). Mit der Erweiterung DLS+ lassen sich diese Informationen sogar speichern und zu einem späteren Zeitpunkt abrufen.

Wichtig für den mobilen DAB+-Empfang ist zudem die Dienstverfolgung "Dynamic Reconfiguration". Diese Technik basiert auf dem Zusammenwirken zweier Empfängern: Während der erste Tuner den aktuellen Sender abhört, sucht der zweite im Hintergrund nach einer besseren Signalquelle. Ist eine bessere Signalquelle gefunden, schaltet die Technik automatisch auf diese um.

Autofahrer können beim digitalen Radioempfang von einer neuen Generation des Verkehrsfunks Gebrauch machen. Das Verfahren der Transport Protocol Experts Group (TPEG) bietet einen beschleunigten Übertragungs-Zyklus der Verkehrsmeldungen mit einer Bitrate von 16 kBit pro Sekunde im nationalen DAB+-Multiplex.

Mit diesem Logo startete Digitalradio, damals noch in der Schreibweise Digital Radio, bereits 2001 in Deutschland. (Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Audio_Broadcasting)

Leserkommentar

Hans-Jürgen Mauser, Fri, 29. Aug. 2014 - 13:06:
Dieses Verfahren ist der größte Müll, den der Rundfunk je gesehen hat - ich bin ein erbitterter Gegner davon und klarer Befürworter der UKW-Technik! Dieser Artikel hier ist auch mal wieder reinstes Marketing-Geschwurbel.

Folgende Punkte kontra "DAB" in jeder Form und pro UKW:

- die deutlich hörbaren Klangartefakte sind eine Zumutung, das habe ich im unbewußten Selbstversuch bei einem Hifi-Händler beim Kauf von Lautsprechern festgestellt. Ich bat ihn, Radio als Signalquelle einzustellen, und dann war etwas seltsames zu hören, diese breiigen Klangverfärbungen, wie sie typisch für MP3-Dateien mit bis zu 128 kbit/s sind. Ich sagte, das kann doch nicht Radio sein, das ist schlechter! Er sagte, oh, da habe ich versehentlich auf dieses DAB gestellt, ein Rohrkrepierer, der sich hoffentlich bald wieder erledigt. Er stellte um auf UKW - und siehe da, bester Klang! "Natürlich" mit einem leisen Rauschen bei hohen Pegeln und nicht so gutem Empfang - aber ein leises Rauschen ist eine natürlichere "Störung" als Kompressionsartefakte.

- UKW-Rundfunk funktioniert seit Jahrzehnten, es besteht freie Gerätewahl egal ob modernst oder historisch. Jedes einzelne Radio kann sinnvoll eingesetzt werden, Radiogeräte sind ubiquitär verfügbar und sichern einen Informationsausberitungsweg, der im Zweifelsfall auch krisen- und notfalltauglich ist.

- UKW-Technik ist grundsätzlich patent- und lizenzfrei und kann mit elektronischer Fachkenntnis repariert oder gar mit gut verfügbaren Bauteilen selbstgebaut werden, datenreduktionsverfahrenbehaftete Technik mit Spezial-Chips dagegen nicht

- ein analoger Übertragungsweg ist im Rahmen seiner Bandbreite beeinflussungsneutral, ein komprimierender Übertragungsweg hängt an seinem Kompressionsverfahren und kann nicht nachträglich verbessert werden

- desweiteren ist eine Hörbarkeit und Verständlichkeit mit Rauschen immer noch besser als eine Stummschaltung, weil der Datenmüll nicht mehr rekonstruiert werden kann

- UKW ist das letzte noch verfügbare Echtzeitmedium! Nur die Lichtgeschwindigkeit begrenzt die Schnelligkeit, z.B. kommt das Fußballtor per UKW weit vor jedem Fernsehbild - und ohne UKW bzw. Analogfunk wird es kein verläßliches Zeitzeichen zur vollen Stunde mehr geben

- dem vorgenannte Sachverhalt ist auch geschuldet, daß nur UKW noch eine Gleichzeitigkeit der Signale beim raumübergreifenden Betrieb mehrererer Radios gewährleistet - eben Echtzeit. Jedes komprimierende Verfahren muß puffern und hat Latenzen, die implementierungsabhängig sind, so daß keine zwei Geräte dieselbe Signallaufzeit sicherstellen können

- ein Teil der beworbenen Zusatzdienste ist längst über RDS verfügbar, z.B. Titel- und Interpreteninfo, Uhrzeit, Nachrichten, Wetter je nach Sender! Man braucht aber ein Gerät mit voller RDS-Tauglichkeit, insbesondere mit dem Merkmal "Radiotext". Und RDS ist abwärtskompatibel zu jedem Gerät auch ohne RDS.

- DAB ist der Einstieg in Wegwerftechnik auch im Hörrundfunk, und das bereits heute: Geräte ohne das "Plus" sind in Deutschland nur noch für UKW benutzbar, sofern es mit eingebaut ist. Ökologie und Nachhaltigkeit sind bei DAB in keiner Weise dabei, das Argument der Sendeleistungen zählt nicht, da z.B. durch erneuerbare Energien diese nicht wehtut, Elektronikmüll dagegen schon

- im Gegensatz zum DVB-T-Zwang beim Fernsehen sind Radiogeräte in viel hörerer Stückzahl verbreitet und sowohl stationär wie mobil im Einsatz, so daß (hoffentlich) der öffentliche Gegendruck bei einer drohenden UKW-Abschaltung viel höher ausfällt als beim TV.

- im Gegensatz zu zu echtem "hereinholendem" Empfang bei UKW, der auch mal über Landesgrenzen möglich ist, ist DAB mehr ein "Hineinpushen" in die Geräte: es kommt nur an, was dafür gedacht ist, keine Möglichkeit des "Wellenreitens" oder irgendwelcher positiver Überraschungen beim Empfang, ungewöhnliche oder weiter entfernte Sender zu hören. Man könnte soweit gehen, es als einen Eingriff in die Informationsfreiheit zu deuten.

- wenn ich datenreduzierte Audioströme hören möchte, kann ich gleich Internetradio bemühen - dank Mobilfunk auch unterwegs. Und mit Internet habe ich keine Wegwerf-Hardware, denn z.B. jeder Laptop der letzten 15 Jahre kann jede Audioqualität wiedergeben. Und die "Zusatzdienste" sind hier unbegrenzt und voll interaktiv.


Vielleicht kann ich ja den einen oder anderen zum Nachdenken anregen mit meinen Gedanken, auch wenn diese jetzt teilweise sehr stark emotional untermalt sind - aber das kann ich trotz meiner sonstigen Sachlichkeit bei diesem Thema nicht ändern.

Ich hoffe, daß es die Möglichkeit geben wird, gegen einen UKW-Abschaltzwang vorzugehen, z.B. durch Bürgerinitiativen.

Es gibt ja immerhin bereits eine Internetseite zum Thema "analoges Radio retten", einfach mal mit einer Suchmaschine der Wahl schauen (selber habe ich mit der Seite nichts zu tun).

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