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Report DAB

Digital Audio Broadcast - Technik sucht Akzeptanz

Fazit

Ob der digitale Übertragungsweg in naher Zukunft die UKW-Sendungen in Deutschland ablösen wird bleibt so lange weiterhin fraglich, so lange die marktbeherrschenden Automobilhersteller weiterhin UKW- und Mittelwellen-Radios als ausreichende Ausstattung betrachten. Die Chance für eine Technik-Ablösung aber ist gegeben, denn DAB+ hat technisch gesehen alles, um ein neuer Übertragungsstandard zu werden: Das Verfahren entlastet durch die Verwendung des Audio-Codecs AAC zum einen die Frequenzbänder und schafft Platz für mehr Programmvielfalt. Zum zweiten bietet die Technik einheitliche Frequenzen, konstante Tonqualität und Lautstärke und Zusatzdienste, die vor allem für Autofahrer interessant sind.

Durch eine verbesserte Fehlerkorrektur ist mit DAB ein rauschfreier Empfang möglich. Mangelt es an ausreichend guten Empfangs-Signalen, schaltet sich das Digitalradio automatisch stumm und quält den Hörer nicht mit nervendem Rauschen. Der endgültige flächendeckende Netzausbau ist in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit, liegt die Abdeckung doch jetzt schon bei 91 Prozent der Haushalte. Doch beim Radio geht es nicht nur um die Netz-Verbreitung, sondern vor allem die Verbreitung des Empfangs. Und hier liegt die Krux an der DAB-Sache: Die Technik ist ausgereift und bietet neben einem klaren Signal-Empfang nützliche Optionen, die den Radio-Genuss abrunden. Doch es mangelt noch immer an der Verbreitung der Geräte unter den Hörern.

Vielen Radio-Liebhabern ist nicht bewusst, welche Vorzüge ein digitales Radio zu bieten hat. Für alle, die mehr über die Vorteile der digitalen Radio-Übertragung wissen möchten oder mit dem Gedanken spielen, ein DAB+-Empfangsgerät anzuschaffen, hat der Tom´s Networking Guide im nächsten Teil seiner DAB-Serie eine Marktübersicht zu DAB+-Radios zusammengestellt. Die DAB-Marktübersicht des tng bietet einen umfassenden Überblick über die derzeit im Markt verfügbaren Geräte. Alle dort aufgeführten DAB-Geräte sind Netzwerk-fähig, unterstützen sowohl den UKW- als auch den DAB-Empfang sowie verschiedene DAB+-spezifische Zusatzdienste.

Leserkommentar

Hans-Jürgen Mauser, Fri, 29. Aug. 2014 - 13:06:
Dieses Verfahren ist der größte Müll, den der Rundfunk je gesehen hat - ich bin ein erbitterter Gegner davon und klarer Befürworter der UKW-Technik! Dieser Artikel hier ist auch mal wieder reinstes Marketing-Geschwurbel.

Folgende Punkte kontra "DAB" in jeder Form und pro UKW:

- die deutlich hörbaren Klangartefakte sind eine Zumutung, das habe ich im unbewußten Selbstversuch bei einem Hifi-Händler beim Kauf von Lautsprechern festgestellt. Ich bat ihn, Radio als Signalquelle einzustellen, und dann war etwas seltsames zu hören, diese breiigen Klangverfärbungen, wie sie typisch für MP3-Dateien mit bis zu 128 kbit/s sind. Ich sagte, das kann doch nicht Radio sein, das ist schlechter! Er sagte, oh, da habe ich versehentlich auf dieses DAB gestellt, ein Rohrkrepierer, der sich hoffentlich bald wieder erledigt. Er stellte um auf UKW - und siehe da, bester Klang! "Natürlich" mit einem leisen Rauschen bei hohen Pegeln und nicht so gutem Empfang - aber ein leises Rauschen ist eine natürlichere "Störung" als Kompressionsartefakte.

- UKW-Rundfunk funktioniert seit Jahrzehnten, es besteht freie Gerätewahl egal ob modernst oder historisch. Jedes einzelne Radio kann sinnvoll eingesetzt werden, Radiogeräte sind ubiquitär verfügbar und sichern einen Informationsausberitungsweg, der im Zweifelsfall auch krisen- und notfalltauglich ist.

- UKW-Technik ist grundsätzlich patent- und lizenzfrei und kann mit elektronischer Fachkenntnis repariert oder gar mit gut verfügbaren Bauteilen selbstgebaut werden, datenreduktionsverfahrenbehaftete Technik mit Spezial-Chips dagegen nicht

- ein analoger Übertragungsweg ist im Rahmen seiner Bandbreite beeinflussungsneutral, ein komprimierender Übertragungsweg hängt an seinem Kompressionsverfahren und kann nicht nachträglich verbessert werden

- desweiteren ist eine Hörbarkeit und Verständlichkeit mit Rauschen immer noch besser als eine Stummschaltung, weil der Datenmüll nicht mehr rekonstruiert werden kann

- UKW ist das letzte noch verfügbare Echtzeitmedium! Nur die Lichtgeschwindigkeit begrenzt die Schnelligkeit, z.B. kommt das Fußballtor per UKW weit vor jedem Fernsehbild - und ohne UKW bzw. Analogfunk wird es kein verläßliches Zeitzeichen zur vollen Stunde mehr geben

- dem vorgenannte Sachverhalt ist auch geschuldet, daß nur UKW noch eine Gleichzeitigkeit der Signale beim raumübergreifenden Betrieb mehrererer Radios gewährleistet - eben Echtzeit. Jedes komprimierende Verfahren muß puffern und hat Latenzen, die implementierungsabhängig sind, so daß keine zwei Geräte dieselbe Signallaufzeit sicherstellen können

- ein Teil der beworbenen Zusatzdienste ist längst über RDS verfügbar, z.B. Titel- und Interpreteninfo, Uhrzeit, Nachrichten, Wetter je nach Sender! Man braucht aber ein Gerät mit voller RDS-Tauglichkeit, insbesondere mit dem Merkmal "Radiotext". Und RDS ist abwärtskompatibel zu jedem Gerät auch ohne RDS.

- DAB ist der Einstieg in Wegwerftechnik auch im Hörrundfunk, und das bereits heute: Geräte ohne das "Plus" sind in Deutschland nur noch für UKW benutzbar, sofern es mit eingebaut ist. Ökologie und Nachhaltigkeit sind bei DAB in keiner Weise dabei, das Argument der Sendeleistungen zählt nicht, da z.B. durch erneuerbare Energien diese nicht wehtut, Elektronikmüll dagegen schon

- im Gegensatz zum DVB-T-Zwang beim Fernsehen sind Radiogeräte in viel hörerer Stückzahl verbreitet und sowohl stationär wie mobil im Einsatz, so daß (hoffentlich) der öffentliche Gegendruck bei einer drohenden UKW-Abschaltung viel höher ausfällt als beim TV.

- im Gegensatz zu zu echtem "hereinholendem" Empfang bei UKW, der auch mal über Landesgrenzen möglich ist, ist DAB mehr ein "Hineinpushen" in die Geräte: es kommt nur an, was dafür gedacht ist, keine Möglichkeit des "Wellenreitens" oder irgendwelcher positiver Überraschungen beim Empfang, ungewöhnliche oder weiter entfernte Sender zu hören. Man könnte soweit gehen, es als einen Eingriff in die Informationsfreiheit zu deuten.

- wenn ich datenreduzierte Audioströme hören möchte, kann ich gleich Internetradio bemühen - dank Mobilfunk auch unterwegs. Und mit Internet habe ich keine Wegwerf-Hardware, denn z.B. jeder Laptop der letzten 15 Jahre kann jede Audioqualität wiedergeben. Und die "Zusatzdienste" sind hier unbegrenzt und voll interaktiv.


Vielleicht kann ich ja den einen oder anderen zum Nachdenken anregen mit meinen Gedanken, auch wenn diese jetzt teilweise sehr stark emotional untermalt sind - aber das kann ich trotz meiner sonstigen Sachlichkeit bei diesem Thema nicht ändern.

Ich hoffe, daß es die Möglichkeit geben wird, gegen einen UKW-Abschaltzwang vorzugehen, z.B. durch Bürgerinitiativen.

Es gibt ja immerhin bereits eine Internetseite zum Thema "analoges Radio retten", einfach mal mit einer Suchmaschine der Wahl schauen (selber habe ich mit der Seite nichts zu tun).

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