tom's networking guide
 
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Vergleich - Client-basierte Spam-Filter

25. 08. 2004
Dr. Götz Güttich
Tom's Networking Guide

Client-basierte Spam-Filter

Schutzschild für den Arbeitsplatz

Unerwünschte Emails mit dubiosen Versprechungen stören im Arbeitsalltag. Besonders für kleinere Büros eignen sich dafür Client-basierte Spam-Filter. Wir haben vier dieser Lösungen unter die Lupe genommen.
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Schutzschild für den Arbeitsplatz

Spam stellt nicht nur für größere Unternehmen mit eigenem Mailserver ein Ärgernis dar. Auch kleinere Zweigstellen und Home-Offices sind häufig Opfer der produktivitätshemmenden Spam-Flut. Deswegen ist es interessant, sich einmal Client-basierte Anti-Spam-Produkte, die ohne Server-Komponente auskommen, näher anzusehen. Dieser Beitrag befasst sich mit dem in Outlook 2003 integrierten Spam-Filter von Microsoft sowie den unabhängigen Lösungen Cloudmark Spamnet, Spamihilator und Spampal.

Im Test arbeitete ein Athlon-1,5-GHz-basierter Windows XP-Professional-Rechner mit Service Pack 1a, der über 1 GByte RAM verfügte. Als Mail-Client kam Outlook 2003 zum Einsatz. Da es bei Spam, anders als bei Viren, keine eindeutigen Kriterien gibt, was als schädlich einzustufen gilt und was nicht, lassen sich keine absoluten Aussagen über die Effektivität der Spam-Filter treffen. Zum Test der Filter verwendeten wir neben normalen "Nicht-Spam"-E-Mails sowohl eine große Zahl "echter" Spam-Mails, die in den letzten Monaten in der Redaktion eingegangen waren als auch einen "Spam-Generator", der zufällig aus einer Datenbank unterschiedliche Absender, Betreffzeilen und Mail-Bodys kombinierte und an das Testsystem verschickte. Bei der Auswertung ließ sich mit dieser Vorgehensweise immerhin ein numerischer Wert bestimmen der dabei half, die Effizienz der Filter ? wenn auch subjektiv ? zu bewerten. Die "Nicht-Spam"-Mails dienten dabei zum Herausfinden von False Positives ? also fälschlicherweise als Spam klassifizierte E-Mails.

Outlook 2003

Outlook 2003 verfügt bereits "out of the box" über einen integrierten Spam-Filter, der standardmäßig aktiviert ist und für den Microsoft in regelmäßigen Abständen (etwa alle drei Monate) Updates zur Verfügung stellt. Die Update-Frequenz ist damit relativ niedrig. Da Spams aber im Gegensatz zu Viren keine direkte Bedrohung für das Zielsystem darstellen, lässt sich das lange Intervall verschmerzen. Im Test stellte sich zudem hinaus, dass auch ein zweieinhalb Monate altes Spam-Pattern in der Praxis in der Lage ist, einen Großteil des kursierenden Spams auszusortieren. Anwender, die keine zu hohen Anforderungen an ihre Anti-Spam-Lösung stellen und die sowieso mit Outlook 2003 als Mail-Client arbeiten, können mit dieser Lösung folglich im Großen und Ganzen zufrieden sein.

Die Konfiguration des Microsoft-Spam-Filters läuft über das Menü Extras, Optionen, Einstellungen, Junk E-Mail. Hier bietet die Software vier unterschiedliche Filterstufen an. Per Voreinstellung ist die Stufe Niedrig aktiviert, die sich im Test als prinzipiell ausreichend herausstellte. Auf Wunsch kann der Anwender mit dem Microsoft-Filter die Spam-Mails gleich noch automatisch löschen lassen. Diese Option ist aber mit Vorsicht zu genießen, da dieser Mail-Filter im praktischen Betrieb durchaus einige False-Positives erzeugte. Für erste Erfahrung bietet es sich daher an, den Ordner Gelöschte Objekte nicht automatisch beim Herunterfahren von Outlook automatisch leeren zu lassen (Extras, Optionen, Weitere, Bei Programmbeendigung "Gelöschte Objekte leeren" nicht markieren).

Die Stufe Niedrig des Outlook-Spam-Filters stellte sich im Test als ausreichend heraus.

Um die Konfiguration zu verfeinern, stehen den Benutzern noch Listen mit sicheren Absendern, sicheren Empfängern und zu blockierenden Absendern zur Verfügung, mit dem Office 2003 Service Pack 1 kamen ferner zu blockierende Top-Level-Domains und Character Encodings hinzu. Mit letzteren kann ein Anwender beispielsweise alle aus Russland kommenden Mails als Spam deklarieren oder E-Mails, die in chinesischem Zeichensatz gesendet wurden, automatisch in den Spam-Ordner verschieben.

Insgesamt lässt sich das Fazit ziehen, dass der Microsoft-Filter ein einfach zu bedienenden Produkt ist, das für die meisten Anwendungsbereiche vollkommen ausreicht. Anwender mit höheren Anforderungen oder mit anderen Mail-Clients als Outlook 2003 müssen sich aber nach einer anderen Lösung umsehen.

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