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Test Kroll Ontrack PowerControls 6.0

Rettungsanker für Exchange und Sharepoint

Die Ontrack PowerControls für Exchange

Wenden wir uns nun den Ontrack PowerControls für Exchange zu. Diese Lösung ist dazu in der Lage, sowohl vollständige Mailboxen und Ordner, als auch einzelne Nachrichten wieder herzustellen. Das gleiche gilt für öffentliche Ordner, Anhänge, Kontakte, Kalendereinträge, Datenbankeinträge und E-Mail-Elemente aus den Ordnern "Persönliches Archiv" oder "Wiederherstellbare Elemente in Exchange 2010.

Bevor wir die Lösung zum ersten Mal aufriefen, verwendeten wir den Extract Wizard, um aus der Backup-Exec-Datensicherung unseres Exchange-2007-Servers die Nutzdaten zu extrahieren. Sobald dieser Schritt durchgeführt worden war, starteten wir die Exchange-Version der Ontrack PowerControls.

Nach dem Aufruf der Software kommt zunächst der Data Wizard hoch, der es dem Administrator ermöglicht, die Quell-Dateien und das Ziel des Recovery- oder Migrationsvorgangs festzulegen. Ihm gaben wir als Quelle die zuvor mit dem Extract Wizard erzeugten Dateien an und generierten als Ziel zunächst einmal eine neue PST-Datei, um uns mit dem Funktionsumfang des Produkts vertraut zu machen.

Die Ontrack PowerControls für Exchange kommen mit einem übersichtlichen Interface daher, das Quelle und Ziel deutlich visualisiert. (©Smartmedia PresSservice)

Sobald die Quell- und Zieldateien geöffnet sind, erscheinen die darin enthaltenen Daten in zwei übereinander angeordneten Fenstern im Arbeitsbereich. Hier haben die Administratoren nun unter anderem die Option, Daten vom Quell- zum Zielsystem zu kopieren, bei Bedarf sogar per Copy and Paste. Baumstrukturen auf der linken Seite geben jeweils Aufschluss über den Aufbau der Quell- und Zieldateien und zeigen beispielsweise die Postfächer, Kontaktdaten, Posteingänge, Kalendereinträge und so weiter. Falls die entsprechende Funktion freigegeben wurde, ist es zudem möglich, über eine Preview-Ansicht die Mail-Inhalte anzusehen.

Die von Ontrack PowerControls für Exchange bereitgestellten Funktionen sind über eine Menüstruktur zugänglich. Mit dieser haben die zuständigen Mitarbeiter die Möglichkeit, Quell- und Zieldateien zu öffnen, Zieldateien (also Content Analysis Stores und PST-Files) anzulegen und den Data Wizard nochmals aufzurufen. Darüber hinaus stellt die Menüzeile Befehle wie Copy, Paste, Delete und Rename zur Verfügung. Die am meisten benötigten Funktionen (wie eben Copy und Paste) lassen sich außerdem über eine Iconleiste am oberen Bildschirmrand aufrufen.

Für unseren Test interessanter ist der Menüpunkt "Preferences", denn hier haben die IT-Mitarbeiter die Möglichkeit, die Software an ihre Bedürfnisse anzupassen. So stellen sie beispielsweise ein, ob der Data Wizard bei jedem Programmstart laufen soll, ob das System während Search-Vorgängen nach doppelt vorhandenen Nachrichten sucht, ob es Mailboxen automatisch anlegt und ob es Warnungen ausgibt, wenn Log-Dateien nicht gefunden werden oder der Anwender versucht, einen Exchange Server zu öffnen, obwohl zuvor bereits ein anderer mit dem Tool verbunden wurde. Unter "Security" legen die Administratoren schließlich fest, ob eine Vorschau auf die Nachrichten erlaubt ist, ob die Software die wieder herstellbaren Elemente von Exchange 2010 anzeigt und ob BCC-Felder beim Durchsuchen oder Wiederherstellen von Nachrichten berücksichtigt werden.

Abgesehen von den bereits genannten Funktionen ist es auch noch möglich, die Daten in den Formaten MSG oder TXT zu exportieren, einen Integritätscheck der Quelle durchzuführen, und Reports zu erzeugen. Die Berichte lassen sich für EDB-, PST- und CAS-Dateien (Content Analysis Store) erzeugen. Sie enthalten zum Beispiel Statistiken zu Domänen und Attachments sowie zu Nachrichten sortiert nach Zeitraum, Datenbank und Mailbox. Die IT-Mitarbeiter können außerdem Nachrichten in Wiederherstellbare-Elemente-Ordnern jederzeit in ihren Bericht mit aufnehmen. Der Datenbank- und der Mailboxreport umfassen unter anderem die Zahl der Nachrichten, die Größe der Mails und die Größe der Anlagen, während der Anlagenreport Aufschluss über die Art der Dateierweiterungen und ähnliches gibt.

Die Suchfunktion der Ontrack PowerControls wurde sehr mächtig gestaltet. (©Smartmedia PresSservice)

Darüber hinaus lassen sich Nachrichten und Attachments in Tabellenform anzeigen und eine "Conversation View" zeigt die Mails mit den darauf folgenden Antworten als Konversations-Verlauf. Die drei genannten Ansichten sorgen für eine verbesserte Übersicht und vereinfachen die Arbeit mit vielen Mails. Besonders leistungsfähig ist die Suchfunktion: Sie ermöglicht gleichermaßen das Durchsuchen von Ordnern und vorherigen Suchergebnissen. Die Administratoren können dabei nach Worten suchen oder Worte ausschließen und den Nachrichtenbetreff, den Textbody, den Dateinamen der Anlagen oder den Inhalt der Attachments durchsuchen. Außerdem stehen noch Optionen zum Suchen nach bestimmten Empfängern und Absendern sowie nach Nachrichten, die zu bestimmten Zeiträumen versendet worden sind, zur Verfügung. Mit der genannten Suchfunktion führen die Administratoren bei Bedarf Suchvorgänge über alle Mailboxen hinweg durch. Die gefundenen Mails lassen sich jederzeit selektieren und exportieren. Damit besteht die Option, versehentlich gelöschte Mails und Ordner innerhalb von Minuten zu finden und wieder herzustellen. Im Test traten dabei keine Probleme auf.

Jetzt noch ein paar Worte zum Content Analysis Store. Mit seiner Hilfe sind die IT-Mitarbeiter dazu in der Lage, Suchvorgänge abhängig von der jeweiligen Quelle zu automatisieren und abzuspeichern. Die Quellen können dabei ganze EDB-Dateien, einzelne Mailboxen aus EDB-Dateien oder Ordner aus EDB-Files sein. Mehrere Quellen (beispielsweise mehrere EDB-Dateien) lassen sich in einem CAS zusammenfassen. Nach der Auswahl der Quellen haben die zuständigen Mitarbeiter die Option, so genannten Profil-Ordner als Unterordner des CAS anzulegen. Jeder Profil-Ordner erhält dann Kriterien, die Suchmustern wie "Absender", "Empfänger" oder "enthaltene Worte" entsprechen und das System sortiert die Mails anschließend in die entsprechenden Ordner ein. Da die Profil-Ordner simultan arbeiten, lassen sich aus einer Quell-Zusammenstellung heraus gleichzeitig viele unterschiedliche Suchen parallel zueinander durchführen. Sobald die Suchen abgeschlossen sind, können die Administratoren den CAS als Quelle einbinden, um die Daten von dort aus in PST-Dateien oder auf Exchange-Server zu kopieren. Die CAS eignen sich zudem, um Daten von einem Rechner auf einen anderen zu verschieben. Auf diese Weise laufen Inhalts-Analysen überall im Netz völlig unabhängig von Produktions-Servern.

Nachdem wir uns mit dem Funktionsumfang der Software vertraut gemacht hatten, erzeugten wir einen neuen CAS und banden die EDB-Datei, die wir von unserem Exchange-Server übertragen hatten, als Quelle ein. Danach legten wir Profil-Ordner an und suchten nach diversen Empfängern, unzulässigen Mail-Inhalten und ähnlichem. Die Suchen gingen flott von der Hand und brachten stets die gewünschten Ergebnisse. Die CAS überzeugten uns im Test folglich als sehr leistungsfähige, nützliche und leicht zu bedienende Funktionen.

Zum Abschluss des Tests verwendeten wir unser Mail-Archiv mit den Daten des Exchange-2007-Servers als Quelle, verbanden uns mit unserem Exchange-2010-System und stellten Mails aus dem Archiv in einige Postfächer auf dem Server wieder her. Dabei kam es zu keinen Problemen. Die Lösung eignet sich damit ? wie bereits angesprochen - ebenfalls zur Exchange-Migration. Dieser Migrations-Pfad hat durchaus seine Reize, da der alte Server nicht verfügbar sein muss, während der Kopiervorgang auf den neuen Server läuft. Zum automatischen Kopieren von Mails steht in der Menüleiste übrigens der so genannte Mailbox Creation Wizard zur Verfügung, der auf einem "leeren" Exchange-Server automatisch die benötigten Mailboxen anlegt und den IT-Verantwortlichen beim Migrieren großer Datenmengen auf diese Weise viel Arbeit abnimmt.

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