tom's networking guide
 
Anzeige

Test MSI MEGA ePower 1000HD

MSI wagt Gigabit-PLC

Streaming-Qualität

Bandbreite aber nicht alles. Ob sich die Streaming-Pakete stellenweise stauen, ist damit noch nicht gesagt. Die Streaming-Qualität zeigt sich erst in weiteren Tests für Paket-Verlust und Laufzeitschwankungen weiter unten. In Video- und Audio-Streams lassen sich erheblich mehr Daten über die Stromleitungen transportieren in Dateiabfragen über eine TCP/IP-Verbindung. Im Gegensatz zum TC-Protokoll erfolgt bei UDP jedoch keine Quittierung pro Datenpaket. Weg ist also weg, denn wenn die Anwendung nicht über einen Paketverlust informiert werden kann, kann sie das verlorene Paket nicht erneut senden. Das Verhalten einer Verbindung hängt zudem wesentlich von ihrem Lastzustand ab: Wenn ein Mechanismus zum Reduzieren der Sendegeschwindigkeit fehlt, kann das verbindungslose Streaming-Protokoll UDP/RTP ? im Gegensatz zu TCP/IP ? die Verbindung sogar überlasten und damit regelrecht verstopfen. Zur Messung der maximal möglichen Übertragungs-Geschwindigkeit im Streaming-Modus schickt das Labor erheblich mehr Daten an den PLC-Adapter ? in diesem Fall rund 250 MBit/s ? als dieser tatsächlich übertragen kann.

Streaming-Qualität

Die Streaming-Eignung testet das Labor des Tom's Networking Guide mit zwei ganz typische Video-Streams, jeweils MPEG-2-komprimiert:

  • Mit einem Standard-IPTV-Stream mit der DVB-T-Bandbreite von 3,75 MBit/s
  • Mit einem "fetten" HDTV-Stream mit 20 MBit/s.

In diesen Messungen ermittelt das Labor jedoch nicht nur den maximalen UDP/RTP-Durchsatz sondern ebenso das zeitliche Verhalten, also

  • Laufzeit-Verzögerung (Delay) und
  • Laufzeit-Schwankungen (Jitter).
  • Die wichtigste Kenngröße für den Anwender jedoch bleibt der Paketverlust: Da das Streaming-Protokoll den Empfang der Datenpakete nicht quittiert, erhält der Sender keine Information darüber, ob ein Paket verloren gegangen ist und kann es folglich, anders als bei TCP, nicht erneut senden. Wegen der hohen Kompression von Digital-Video-Paketen hat jedoch bereits der Verlust weniger Pakete fatal Folgen: Untersuchungen des Instituts für Rundfunk-Technik (IRT) und des IETF zur Folge führt bereits ein Paketverlust von 0,1 Prozent zu inakzeptablen Bildstörungen.

    Die MSI ePower 1000HD übertragen herkömmliche Videos einwandfrei. Nur bei HD-Streams kommt es besonders am Messort Dachgeschoss zu erheblichen Einschränkungen. (©Smartmedia PresSservice)

    Die Paketverlustrate der MEGA ePower 1000HD liegt für IPTV-Bandbreiten von 4,75 MBit/s an allen Messorten deutlich unter dem kritischen Wert von einem Promille. Bei High-Definition-Streams sieht das Bild etwas anders aus, wenn gleich nur im Dachgeschoß mit dem einen oder anderen Ruckler zu rechnen ist (Zwar übersteigt die Paketverlustrate am Messort "Direkt" die Promillegrenze deutlich. Das aber ist für die Praxis irrelevant, weil ein Heimnetzwerk auf einer einzigen Steckdosenleiste keines ist). An allen anderen Übertragungsorten liegt die Paketverlustrate deutlich unter der Promille-Grenze.

    Doch selbst an Messpunkten, an denen die Paket-Verlustrate niedrig oder sogar Null ist, können Video-Streams fehlerhaft dargestellt werden: Treffen nämlich die Daten mit längeren Pausen mit schwankender Geschwindigkeit ein, droht der Eingangspuffer am Media-Receiver leer zu laufen. Das Tom?s-Networking-Lab misst daher zusätzlich den "Delay Factor" (DF), der die Schwankung des Füllzustandes des Widergabepuffers in Zeiteinheiten ? also unabhängig von der Datenrate ? beschreibt.

    Damit keine Daten verloren gehen, muss der Puffer [in Zeiteinheiten] größer als das Maximum des Delay Factors sein.

    Wie sauber die MSI ePower 1000HD IPTV-Pakete streamen, zeigen die Messungen des Delay-Faktors (DF), dessen Mittelwert überall unter fünf Millisekunden liegt. (©Smartmedia PresSservice)

    Beim HD-Steaming steigt die Verlustrate am Messpunkt Dachgeschoss wegen der geringen Nutzbandbreite auf inakzeptable Werte. (©Smartmedia PresSservice)

    Leserkommentar

    Daniel Weismüller, Thu, 5. May. 2011 - 11:56:
    Leider entspricht das von Ihnen getestete Produkt scheinbar nicht dem Produkt was aktuell dem Endverbraucher unter diesem Namen verkauft wird.

    Das klingt nun etwas seltsam, aber der Hintergrund dieser Aussage ist einfach das ich in keiner Weise die von Ihnen berichteten Messwerte nachvollziehen kann.

    Ich wollte die von mir verwendete Devolo AVeasy200 Adapter gegen die oben genannten Adapter austauschen.

    Leider musste ich feststellen das die "MSI MEGA ePower 1000HD"-Adapter wesentlich langsamer sind als in Ihrem Bericht beschrieben.
    Was aus meiner Sicht noch schlimmer ist das sie auch viel langsamer sind als die von mir bis dato verwendeten Devolo AVeasy200 Adapter.

    Messwerte TCP Datendurchsatz
    Devolo AVeasy200: bis zu 4,0 MByte/s
    MSI MEGA ePower 1000HD: bis zu 2,0 MByte/s
    Sehr geehrter Herr Weismüller,
    vielen Dank für Ihre Information. Unser Messverfahren ist darauf ausgelegt, die meisten Einsatzgebiete für PLC-Adapter in deutschen Haushalten abzudecken, also verschiedene Entfernungen, den Anschluss an verschiedenen Stromphasen, etc.
    Die Erfahrungen aus dem Labor zeigen, dass die Übertragungsleistung von PLC-Adaptern durch massiv beeinträchtigt werden kann durch
    -- Energieverbrauchsmessgeräte
    -- Steckdosenleisten mit Transientenfiltern
    -- Energiesparlampen
    -- elektronische Netzteile

    Dass bei Ihnen die MSI MEGA ePower 1000HD schlechter performen als die devolo AVeasy 200 mag daran liegen, dass die MSI-Geräte ihre Daten auf einem höheren Frequenzband übertragen.

    Um Ihre Anfrage an MSI weiter geben zu können, müssten wir die Seriennummern der beiden PLC-Adapter wissen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Arno Kral
    Chefredakteur
    Kevin Appel, Mon, 30. Aug. 2010 - 10:17:
    Wirklich ein sehr guter Test.
    MSI hat im Forum geschrieben dass die beschriebenen Probleme mit einer Firmware behoben wurden: http://www.msi-forum.de/index.php?page=Thread&threadID=96484
    Es wäre also sinnvoll wenn ihr die ePower1000 nochmals testen könnt :)
    Red.: Die neue Firmware ist leider noch nicht bei uns eingetroffen. Wir werden in der nächsten Testrunde diesen Adapter bestimmt mit der neuesten Firmware ausrüsten.
    Alex , Sun, 15. Aug. 2010 - 19:13:
    Ich warte ja noch auf ein Gigabit-Adapter mit 'Durchreichesteckdose'. Was ist eigentlich aus dem Kokurrenzprodukt von Intellon / Atheros geworden, kommt das demnächst? Und wird es auch Geräte ohne "Homplug AV"-Modul geben? Ich brauch die Kompatibiltät nicht, würde den verringerten Stromverbrauch aber schätzen.
    ________________________________________________

    MSI plant in der Tat GbE-PLC-Adapter mit Durchsteckdose. Die Durchsteckdose beansprucht Platz, und MSI wollte erst einmal beweisen, dass sich die GbE-Technik auch in kompakter Bauform unterbringen lässt. Ob es die Gigle-GbE-PLC-Technik auch ohne HPAV-Modul geben wird, ist unklar: Der Chipsatz bietet immer beide Techniken an, sparen ließe sich bestenfalls an der Glue-Logic. Es ist eher wahrscheinlich, dass umgekehrt reine HPAV-mediaXtream-Produkte auf den Markt kommen werden.
    Den Stromverbrauch will Gigle mit neuer Firmware in den Griff bekommen. Jetzt schon scheint sich der Nicht-HPAV-Teil nach einer gewissen Zeitspanne der Inaktivität von alleine abzuschalten.
    Erste neue PLC-Produkte auf Basis des Standards IEEE1901 werden vermutlich schon auf der IFA 2010 zu sehen sein. Atheros (Intellon) hatt drei "Preferred Customers", zwei davon dürften mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit devolo und Netgear sein, als dritter Kandidat kommt LEA in Frage.

    Kommentar hinzufügen

    * - Pflichtfeld

    *





    *
    *
    Rubriken
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Mehr zum Thema
    Netzwerktests für Triple-Play
    Linkraten lügen, gleich, ob es um WLAN oder Powerline geht. Erst seriöse Netzwerktests in realer Umgebung können mit Tools wie IxChariot ermitteln, welche Nettodatenrate, Streaming-Performance und Telefonie-Qualität in Wirklichkeit zu erwarten sind. [mehr]
    Test Zyxel PLA-491
    Die Datenübertragung über Stromleitung ist bequem, aber keineswegs immer sicher. Filter sollen helfen. Zyxel hat Homeplug AV mit Filter und Ethernet-Switch kombiniert. [mehr]
    Workshop Medienspeicherung und Verteilung
    Eigene Videos, Digitalfotos und MP3-Song immer und überall hören und sehen, ohne langes Suchen durch zentrale Medienspeicherung und Medienabruf vom PC, TV-Gerät und Handy aus. [mehr]
    Test CA ARCserv Backup r12
    Die jüngste Version der Backup-Software für Unternehmen weist im Management- und Sicherheitsbereich viele neue Funktionen auf. Was das Produkt in der Praxis leistet, hat sich IAIT angesehen. [mehr]
    Test Zyxel PLA-400
    Die Homeplug-AV-Modems im PLA-400 Kit von Zyxel eignen sich als drahtloser Ersatz für Fast-Ethernet-Kabel, etwa um in einer Wohnung Zimmer zu versorgen, die WLAN nicht erreicht. [mehr]
    High-Speed-PLC-Modems der 200-mbps-Klasse
    Powerline-Modems der jüngsten Generation versprechen Triple-Play-taugliche Heimvernetzung ohne neue Kabel ? die Hausstromleitung genügt. Wir haben getestet, wie viele der versprochenen 200 MBit/s in der Realität durch Stromnetz flitzen und ob Video- und [mehr]
    Anzeige