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Test Talend MDM Edition 4.0

Test Talend MDM Edition 4.0

Zentrale Datenverwaltung auf Open-Source-Basis

Der Test

Um die Enterprise Edition von Talend MDM zu testen, installierten wir das System zunächst auf einer Workstation unter Windows XP Professional mit Service Pack 3. Der Rechner verfügte über einen Dual-Core-Prozessor mit 2,4-GHz Taktfrequenz und vier GByte RAM. Da das System bei der Arbeit mit dem MDM-System große Datenmengen hin- und herschaufeln muss, sollte es durchaus leistungsfähig sein.

Nach der Installation legten wir zunächst einmal im "leeren" MDM-System einen eigenen Container und ein Datenmodell an und prüften dann mit Hilfe des Webinterfaces, ob wir wie gewünscht auf unser neu angelegtes Modell zugreifen konnten. Danach importierten wir ein von Talend geliefertes Beispielprojekt in unser System und arbeiteten mit diesem weiter. Der Grund dafür liegt darin, dass MDM nur dann Sinn ergibt, wenn man eine Vielzahl von Unternehmens-Daten zu verwalten hat und dass wir nur mit Hilfe dieser Daten dazu in der Lage waren, die Leistungsfähigkeit des MDM im Detail unter die Lupe zu nehmen. Außerdem konnten wir das Beispielprojekt gleich nutzen, um die Im- und Export-Funktionen der Lösung zu testen. Im laufenden Betrieb setzten wir dann das Benutzerinterface zum Bearbeiten von Einträgen ein und prüften unterschiedliche Datenzugriffsrechte mit unterschiedlichen Benutzerkonten.

Die Design-Workspace-Übersicht (hier mit dem Job zum automatischen Exportieren von Datenänderungen) übernimmt die Datenintegration. (©Smartmedia PresSservice)

Installation

Das Talend MDM-System kommt mit zwei Dateien. Zunächst einmal einer JAR-Datei mit dem Server, außerdem gehört ein ZIP-File mit dem Studio zum Lieferumfang. Wie man an der JAR-Datei sehen kann, setzt der MDM-Server auf Java auf. Da die Lösung selbst Code generiert, reicht es auf dem Zielsystem nicht aus, das Java-Runtime-Environment zu installieren, es muss schon die Entwicklungsumgebung sein, und zwar von Java 1.6 in der neuesten Version, in unserem Test war das Update 20. Java muss auf dem Rechner bereits vorhanden sein, bevor das Server-Setup startet, da der Server sonst später nicht läuft. Darüber hinaus ergibt es Sinn, die JAVA_HOME-Variable zu setzen, um spätere Probleme zu vermeiden. Talend MDM benötigt übrigens immer die 32-Bit-Java-Version, selbst auf 64-Bit-Systemen.

Nachdem Java auf dem System installiert wurde, können die zuständigen Mitarbeiter die Server-Installation dadurch starten, dass sie die JAR-Datei mit einem Doppelklick aufrufen. Daraufhin kommt eine Setup-Routine hoch, die die Serversoftware entpackt. Im Wesentlichen fragt sie nach dem Zielverzeichnis und möchte wissen, ob sie den Server als Dienst laufen lassen soll. Für den Test behielten wir sämtliche Standardeinstellungen bei und setzten den Server manuell und nicht als Dienst ein. Dazu mussten wir die Software zwar jedes Mal manuell mit Hilfe der Datei "start.bat" aufrufen, konnten aber im Ausgabefenster stets genau sehen, welche Schritte sie durchführte. Das Hochfahren des Servers dauerte auf unserem System etwa fünf Minuten, es ist also selbst für Anwender, die die Lösung als Dienst laufen lassen empfehlenswert, nach dem Start ihrer Workstation eine Weile zu warten, bevor sie auf das Produkt zugreifen. Als der Server lief, setzten wir zunächst einmal ein Bookmark auf das Webinterface der Talend-Lösung, das sich unter http://localhost:8080/talendmdm/secure findet.

Im nächsten Schritt genügt es, die ZIP-Datei mit dem Management Studio in ein Verzeichnis eigener Wahl zu entpacken und eine Verknüpfung zu dieser Software auf dem Desktop anzulegen, um den Zugriff darauf zu erleichtern. Damit ist die Installation des MDM-Systems abgeschlossen und die Arbeit kann beginnen.

Erste Schritte

Nach der Installation und dem Start des Servers ist es zunächst erforderlich, zwischen dem Management Studio und dem Server eine Verbindung aufzubauen. Diese Connection arbeitet stateless, es ergeben sich folglich keine Probleme, wenn der Server während einer bestehenden Verbindung mit der Managementkomponente angehalten und neu gestartet wird. Um den Zugriff herzustellen genügt es, nach dem Start des Studios ein Benutzerkonto und ein lokales Projekt anzulegen und dann das Icon "Add MDM Server Location" im linken oberen Bereich des Arbeitsfensters aufzurufen. Die Login-Daten lauten beim Server dann "http://localhost:8080/talend/TalendPort" für die URL und "admin/talend" als Benutzerkonto. Sobald der Login beim Server abgeschlossen wurde, kann die Arbeit losgehen.

Der Job "Enrich Angency Location" wird in Form von Icons im Arbeitsbereich des MDM Studios zusammengestellt. (©Smartmedia PresSservice)

Direkt nach der Installation existieren auf dem System zunächst einmal zwei Standardbenutzer mit Benutzer- und Administrator-Rechten und ein Standardcontainer. Für unseren Test legten wir zuerst einen neuen Container an, der auf der integrierten XML-Open-Source-XML-Datenbank "Exist" basierte. Alternativ wäre es ebenfalls möglich gewesen, eine Oracle-Datenbank einzusetzen. Das Erstellen des Containers gestaltet sich verhältnismäßig einfach: Es reicht, mit der rechten Maustaste auf den Eintrag "MDM Server / Data Container" zu klicken und mit Hilfe des Befehls "New" einen neuen Eintrag zu generieren. Danach fragt das System nach einem Namen und einer Beschreibung für den neuen Container. Wurden diese Angaben gemacht, ist der Container bereits einsatzbereit.

Jetzt definierten wir ein Datenmodell. Das funktioniert über den Befehl "MDM Server / Data Model / New". Hier müssen die Administratoren wiederum einen Namen vergeben und eine Beschreibung vornehmen. Anschließend haben sie die Option, das Datenmodell zu gestalten. Dazu genügt ein Rechtsklick unter "Define Data Model" und der Aufruf des Befehls "Add Element". Hier besteht die Möglichkeit, das Element zu benennen (beispielsweise "Kundennummer", "Seriennummer" oder "Unternehmensname") und die dazugehörige Variable festzulegen. In unserem Test definierten wir Seriennummernelemente zum Verwalten der Rechner in unserem Testlabor. Führt der IT-Mitarbeiter einen Rechtsklick auf das neue Element aus, so kann er verschiedene weitere Arbeitsschritte durchführen. Beispielsweise ist der an dieser Stelle dazu in der Lage, die Benutzerrechte auf den Eintrag festzulegen und zu definieren, wie der Eintrag in unterschiedlichen Sprachen heißen soll, zum Beispiel "Serial number" in Englisch oder "Seriennummer" in Deutsch. Je nach den Spracheinstellungen des Endusers zeigt das System dann den passenden Begriff an. Für die Zusammensetzung der einzelnen Einträge lassen sich zudem Vorgaben festlegen. So würde ein Muster wie "[A-Z]{2}[0-9]{5}" das System anweisen, für die ersten beiden Stellen des Eintrags nur Buchstaben und für die folgenden fünf nur Zahlen zu akzeptieren, was etwa zu einer Kundennummer wie "FG43677" führen würde.

Sobald die Konfiguration des Datenmodells abgeschlossen wurde, müssen die zuständigen Mitarbeiter mit der rechten Maustaste auf den dazugehörigen Eintrag klicken und den Befehl "Generate default browse items view" aufrufen. Dann erzeugt das System die Web Services für das Webinterface und die Anwender können sich mit dem Standardkonto "administrator/administrator" bei der Web-Oberfläche anmelden und Daten eingeben.

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