tom's networking guide
 
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22. 07. 2011
3.5/5
Dr. Götz Güttich
Tom's Networking Guide

Test Arkeia Network Backup 9

Datensicherung für heterogene Netze

Datensicherung in heterogenen Systemen stellt Software und Administratoren vor eine Herausforderung. Mit Arkeia Network Backup 9 lassen sich dank seiner Modularität die gängigsten Datenbanken, Applikationen und sogar virtuelle Umgebungen in die Backup-Strategie integrieren. Wir haben die Lösung genauer unter die Lupe genommen.
Arkeia Network Backup 9
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Datensicherung für heterogene Netze

Virtualisiert oder nicht, im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud: Die Datenmenge steigt und Datensicherheit steht bei den meisten in der Theorie ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Praxis sieht oft anders aus. Entweder wird unorganisiert einfach alles gesichert oder es können gar nur Teile des wichtigen Datenbestands gesichert werden, da Platz oder Zeit nicht ausreichen. Software-Lösungen für Systeme der unterschiedlichen Größen gibt es in großer Zahl mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Das Labor der IAIT hat sich die Backup-Lösung von Arkeia genauer angesehen, die in der Version 9 nun außerdem Deduplikation unterstützt.

Die Backup-Lösung von Arkeia besteht aus mehreren Komponenten: Dem Agent, der auf den zu sichernden Rechnern läuft und die gesicherten Daten an den Backup-Server weiter gibt. Der Backup-Server reicht sie dann wiederum an den Medienserver weiter, von dem aus die Daten dann auf Speichermedien wie Bandlaufwerken, virtuellen Bandlaufwerken oder Festplatten ablegt werden. Es ist zudem möglich, Backup-Daten über das LAN oder das WAN automatisch auf Replikations-Server zu übertragen. Alle Daten lassen sich jederzeit über eine AES-256-Verschlüsselung absichern. Verwaltet wird das Produkt über ein Browser-basiertes Interface. Dank dieses modularen Ansatzes lässt sich Arkeia Network Backup problemlos an Umgebungen unterschiedlicher Art und Größe anpassen. Kleinere Organisationen richten einen Backup Server mit dem Konfigurations-Interface ein, der gleichzeitig Medienserver ist und installieren dann auf ihren Rechnern im Netzwerk die Agenten. Danach ist die Backupumgebung bereit für die tägliche Arbeit. Bei großen Unternehmen kann es im Gegensatz dazu Sinn ergeben, einen zentralen Administrationsserver und mehrere Backup- sowie Replication-Server aufzusetzen und dann über Agenten tausende von Client-Systemen zu sichern. Im Planungsstadium ist lediglich eine Information wichtig: Die Server-Software steht nur für Linux zur Verfügung. Lediglich für die Agenten und Mediaserver bietet Arkeia Windows-Komponenten an.

Für Datenbanken und Anwendungen stehen gesonderte Hot-Backup-Agenten zur Verfügung und die Sicherung virtueller Installationen läuft über einen separaten Agenten für virtuelle Umgebungen. Die progressive Deduplizierung, die Arkeia Network Backup seit der Version 9 unterstützt, hilft darüber hinaus beim Reduzieren der Datenbestände und erreicht nach Herstellerangaben eine Reduktion um bis zu 40 Prozent.

Hintergründe zur progressiven Deduplizierung

Die soeben erwähnte progressive Deduplizierungs-Funktion setzt zum Verringern der zu sichernden Datenmenge zwei unterschiedliche Techniken ein. Zuerst scannt die Software alle Blöcke einer bestimmten Größe in einer Datei und rückt dabei immer um ein Byte vor. Danach kommt ein Algorithmus zum Einsatz, um die Blöcke zu identifizieren, die mit bereits bekannten Blöcken übereinstimmen. Zum Schluss bildet ein weiterer Algorithmus einen Hash-Wert über die möglicherweise übereinstimmenden Daten, um die Übereinstimmung zu verifizieren. Die Größe der Deduplikations-Blöcke spielt also eine entscheidende Rolle für die Effizienz der Deduplizierung. Deswegen verwendet Arkeia unterschiedliche Blockgrößen für verschiedene Dateitypen. Eine Textdatei wird mit anderen Blockgrößen dedupliziert als eine Datenbank, ein Image einer virtuellen Maschine oder ein Anwendungsfile. Um hier die größtmögliche Effizienz sicher zu stellen, hat Arkeia in Zusammenarbeit mit der Community mehrere Millionen Dateien untersucht und aufgrund der dabei gewonnenen Erkenntnisse für hunderte von Dateitypen die optimale Blockgröße ermittelt.

Schematische Darstellung der Arbeitsweise beim progressiven deduplizieren. (Grafik: Arkeia)

Die genannte Funktion eignet sich besonders gut für den Einsatz in virtuellen Umgebungen: In Installationen mit Hypervisor fallen immer viele redundante Dateien an, da jede virtuelle Maschine ihre eigene Betriebssystemkopie und ihre eigenen Anwendungen vorhält. Das gleiche gilt natürlich ebenfalls für Netzwerke mit vielen identischen Clients. Durch die Eliminierung dieser Redundanzen beim Backup ? die Software sichert die vorhandenen Daten nur einmal und setzt bei Clients, die die gleichen Informationen vorhalten, lediglich Pointer ? laufen die Datensicherungen schneller durch und benötigen weniger Speicherplatz auf den Zielmedien.

Die progressive Deduplizierung bringt in Umgebungen, in denen häufig dieselben Daten gesichert werden, einen großen Nutzen. Da die zu sichernden Files dem System nach dem ersten Backup-Lauf bekannt sind, verringert sich die Zahl der neu zu speichernden Informationen mit jedem zusätzlichen Backup-Zyklus, so dass das Verhältnis zwischen den tatsächlich vorhandenen und den gesicherten Bytes immer günstiger wird. Das spart ebenfalls Speicherplatz und Zeit.

Gegenüberstellung der verschiedenen Verfahren. (Tabelle: Arkeia)

Im Gegensatz zu klassischen Deduplizierungs-Methoden - wie beispielsweise der Fixed-Block-Deduplizierung - ermöglicht die progressive Deduplizierung zusätzlich das Hinzufügen von Daten, Daten-Anhängen und Daten-Änderungen zu einzelnen Dateien und arbeitet deswegen sehr effizient. Die neue Funktion bringt dann besonders viel, wenn die Backupsoftware die Deduplizierung bereits auf dem Client durchführt. In diesem Fall verringert sich die Datenmenge vor der Übertragung der zu sichernden Informationen über das Netz, was das Backupfenster verkleinert und die Netzlast senkt.

Eine weitere wichtige Neuerung von Arkeia Network Backup 9 spielt ebenfalls noch eine Rolle: das zweiphasige Backup. Dieser Ansatz bringt den größten Vorteil in Umgebungen mit vielen kleinen Dateien. In einem solchen Umfeld ist die Zeitspanne zum Übertragen der Files viel geringer als die Zeit, die benötigt wird, um den Katalog auf den aktuellen Stand zu bringen. Das zweiphasige Backup reduziert das Backupfenster nun dadurch, dass es zuerst die zu sichernden Informationen überträgt und dann erst (nach dem Abschluss des eigentlichen Backuplaufs) im Hintergrund den Katalog aktualisiert. Hierbei müssen die Anwender lediglich beachten, dass Restore-Vorgänge erst nach dem Abschluss der Anpassung des Katalogs möglich sind, also nicht sofort nach dem Ende des Kopiervorgangs.

Leserkommentar

Tangie Tangie, Mon, 12. Sep. 2011 - 19:42:
Alakazaam-information found, prolebm solved, thanks!

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