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Test Arkeia Network Backup 9

Datensicherung für heterogene Netze

Der Funktionsumfang

Gehen wir jetzt erst einmal auf den Funktionsumfang der Software ein, die sich bei Bedarf übrigens nicht nur über das hier vorgestellte Konfigurations-Interface, sondern ebenso über die Kommandozeile bedienen lässt. Unter "Configure" haben die zuständigen Mitarbeiter die Option, die im Netz vorhandenen Clients in die Backup-Umgebung aufzunehmen, um die dort vorhandenen Daten oder bestimmte Anwendungen (wie Datenbanken) sichern zu können. An gleicher Stelle ist es außerdem möglich, die Verschlüsselung zu konfigurieren, Agenten neu zu starten oder zu entfernen, Ports für die Datenkommunikation zwischen Server und Clients festzulegen und die Log-Konfiguration mit maximaler Log-Größe und Syslog-Level vorzunehmen. Auf ähnliche Weise lassen sich Vmware-Server in die Backup-Umgebung aufnehmen und Medienserver einrichten. In unserer Testumgebung ergaben sich dabei keine Probleme. Zusätzlich finden sich innerhalb des Configure-Menüs noch die Benutzerverwaltung und die Cloud Storage Replication. Letztere dient zum Angeben entfernter Backup-Server für Replikationsläufe, während erstere zum Einsatz kommt, um Benutzerkonten für die Backup-Software anzulegen. Diese umfassen nicht nur den Usernamen und das Kennwort, sondern des Weiteren noch E-Mail-Adressen für Alert-Meldungen und die Benutzerrechte. Bei den Rechten unterscheidet Arkeia zwischen Administratoren, die alles dürfen, Operatoren, die die lediglich Backups starten und Usern, die nur auf die Restore-Funktion zugreifen können. Die Lizenz-Verwaltung schließt den Konfigurations-Punkt ab. An dieser Stelle trugen wir im Test per Cut-and-Paste unsere Lizenzen ein. Dazu müssen die Benutzer bei jeder Lizenz die Felder für Kundenname, Lizenzname, Seriennummer und Checksumme ausfüllen. Wir hatten insgesamt zwölf Lizenzen für verschiedene Funktionen der Lösung wie Exchange-Sicherungen, Active-Directory-Backups, Verschlüsselung, Desaster Recovery und ähnliches, deswegen nahm die Lizenzierung durchaus etwas Zeit in Anspruch. Es stimmt zwar, dass die zuständigen Mitarbeiter diesen Schritt in der Regel nur einmal durchführen müssen, trotzdem wäre ein einfacherer Weg zum Eintragen der Lizenzen vorzuziehen. Eine Seriennummer pro Teillizenz sollte genügen.

Die Auswahl der zu sichernden Dateien läuft über einen übersichtlichen Browser ab. (©Smartmedia PresSservice)

Der nächste Menüpunkt des Web-Interfaces geht gleich "in medias res" und befasst sich mit der Backup-Konfiguration. Unter "What to backup" legen die Anwender so genannte Save-Packs an, die die zu sichernden Dateien und System-Informationen umfassen. Dabei ist es ebenfalls möglich, einzelne Ordner oder Files zu selektieren. Die Save-Packs enthalten noch Zusatz-Optionen, beispielsweise zur Verschlüsselung, zur Deduplizierung, zum Mediaserver, zu den vorher dem Backup beziehungsweise danach auszuführenden Befehlen und ähnlichem.

"Where to Backup" legt im Gegensatz dazu die Speicherziele, also die Bandlaufwerke und Festplattenbereiche fest, die für das Backup zum Einsatz kommen. Neben Bandlaufwerken unterstützt Arkeia Network Backup Direct Attached Storage (DAS), SANs und Netzwerkspeicher. Daten-Replikationen können über LAN- und WAN-Verbindungen ablaufen. Um Diskspeicher einzusetzen, müssen die Administratoren zunächst das gewünschte Zielverzeichnis mit dem dahin führenden Pfad definieren. Danach legen sie noch weitere Parameter fest, wie beispielsweise die Speicherkapazität, die maximal möglichen gleichzeitigen Zugriffe, die Deduplizierung und die automatische Replikation. Der fertig angelegte Diskspeicher lässt sich dann so genannten Disk Drive-Packs hinzufügen, die ihrerseits beim Erstellen der Backup-Jobs als Zielangabe nutzbar sind. Die Definition der Speichermedien läuft also sehr flexibel ab und es lassen sich Ordner auf verschiedenen Festplatten in einem Disk Drive-Pack zusammenfassen.

Ähnlich funktioniert die Definition der Bandlaufwerke. Hier stehen Tape-Drives und Tape-Libraries mit Bändern zur Verfügung, die die IT-Verantwortlichen zu Tape-Pools und Tape-Drive-Packs zusammenfassen können. Die Tape-Pools enthalten die Tapes (von denen sich mehrere in einem Arbeitsschritt anlegen lassen, was in großen Umgebungen von nicht zu vernachlässigender Bedeutung ist) und die Tape-Drive-Packs umfassen die zu verwendenden Laufwerke. Alle Elemente kommen dann bei der Definition des Backup-Jobs zum Einsatz, um das Ziel der Datensicherung festzulegen. Im Test ergaben sich dabei keine Probleme.

Das Einrichten von Tape-Drive-Packs stellt über das Management Tool von Arkeia Network Backup kein Problem dar. (©Smartmedia PresSservice)

Der nächste Punkt der Backup-Konfiguration nennt sich "When to Backup". Hier lassen sich sofortige Backup-Läufe starten oder Backups mit einem Zeitplaner automatisch zu bestimmten Terminen einrichten. Es sind zudem periodisch wiederkehrende Datensicherungen möglich, die je nach Bedarf als volles, differentielles oder inkrementelles Backup arbeiten.

Entscheidet sich ein Benutzer beispielsweise, ein sofortiges Backup auf Festplatte durchzuführen, so gibt er das zu sichernde Save-Pack und das als Ziel zu verwendende Disk Drive-Pack an und legt den Typ des Backups fest (Standard, Continouous). Danach definiert er die Gültigkeitsdauer des Backups (nach deren Ablauf es überschieben werden kann) und konfiguriert das Alerting. Bei Bedarf ist es nämlich möglich, die Administratoren mit Hilfe von E-Mails über den Backup-Erfolg zu informieren. Zusätzlich lassen sich mit den Backups noch andere Funktionen verbinden wie beispielsweise automatische Replikationen oder VSS-Backups (Volume Shadow Copy Service) unter Windows.

Die Konfiguration der Tape Backups läuft vergleichbar ab, hier geben die zuständigen Mitarbeiter aber zusätzlich noch die Strategie an. Dabei ist es einerseits möglich, die Bänder in Benutzung zunächst vollzuschreiben, andererseits besteht die Möglichkeit, priorisiert neue oder recycelte Tapes einzusetzen.

Bei den Backups mit Zeitplaner hilft auf Wunsch ein Wizard beim Anlegen der Jobs, der nach allen relevanten Kriterien wie Zeitpunkt, Drive-Pack, Save-Pack und ähnlichem fragt. Im Test empfanden wir diesen Assistenten als sehr hilfreich und konnten ohne Schwierigkeiten binnen kürzester Frist die von uns gewünschten Jobs anlegen. Eine Kalenderübersicht verschafft den Benutzern im Betrieb einen Überblick darüber, wann welche Backup-Jobs geplant sind.

Unter "Replicate" läuft die Datenreplikation ab. Im Bereich "Where to Replicate" geben die Administratoren das Replikationsziel (Disk, Band oder einen Server in der Cloud ? also in LAN oder WAN) an. "When to Replicate" bietet dann die Wahl zwischen sofortiger Disk-, Cloud- oder Tape-Replikation. Alternativ lassen sich Replikationsvorgänge auf andere Server ebenso mit einem Zeitplaner steuern, dabei existiert wieder ein Wizard, der die Konfiguration der dazu erforderlichen Schritte vereinfacht.

Die laufenden Jobs lassen sich ohne Probleme im Betrieb überwachen. (©Smartmedia PresSservice)

Die Datenwiederherstellung steuern ebenfalls Assistenten. Insgesamt stehen vier Wizards zur Verfügung:

  • zum Zurückspielen von Dateien, System-Informationen, Datenbanken und Anwendungsdaten,
  • für Windows VSS Applikationen,
  • für Vmware vStorage und
  • für Cloud Replikationen.
  • Die wiederherzustellenden Files lassen sich über eine Navigations- und eine Suchfunktion lokalisieren. Für die Restore-Vorgänge bietet die Software eine Vielzahl von Optionen: So ist es unter anderem möglich, Zugriffsrechte oder Linux Extended Attributes wiederherzustellen und eine Overwrite-Policy festzulegen. Letztere kann zum Beispiel besagen, dass das System keine Dateien wiederherstellen soll, die im Zielverzeichnis bereits existieren. Alternativ stellt die Software nur die Files wieder her, die seit dem Backup-Datum verändert wurden. In größeren Umgebungen führen die Administratoren die Wiederherstellungsvorgänge sogar unter Angabe bestimmter Medienserver durch. Die zuständigen Mitarbeiter können Restore-Läufe bei Bedarf mit einer Überprüfung der Checksummen-Integrität simulieren, etwa um zu klären, ob die zuvor gesicherten Daten danach lesbar sind. Die Redirection schließlich realisiert die Wiederherstellung der Files an einem anderen Ort. Im Test ergaben sich dabei keine Probleme.

    Mit Hilfe der Monitor-Funktionen lassen sich nicht nur die aktiven Backup-, Restore- und Replikations-Jobs überwachen, sondern ebenso Alarmmeldungen einsehen und konfigurieren, beispielsweise bei Hardwarefehlern, ausgehendem Speicherplatz, Temperatur-Problemen und ähnlichem. Der Bereich "Disk Storage" liefert den IT-Verantwortlichen Informationen über die Aktivität der einzelnen Komponenten und umfasst zusätzlich eine Liste der Backup Sets sowie Statistiken zur Deduplizierung. Vergleichbare Übersichten existieren zum Cloud Storage, dem Tape-Speicher, dem Tape-Status und der Nutzung von Bändern sowie Cleaning Tapes.

    Arkeia Network Backup generiert umfassende Reports für alle Anwendungsbereiche. (©Smartmedia PresSservice)

    Über die Reports-Sektion sehen die Benutzer nicht nur die Berichte ein, sondern mailen bei Bedarf Reports an den Eigentümer des jeweils dazugehörigen Jobs. Es stehen viele unterschiedliche Reporttypen zur Verfügung. In diesem Zusammenhang spielen zuerst einmal die Backup-Reports eine wichtige Rolle. Diese umfassen die verwendeten Medien, die Leistung, die eingesetzten Backup-Typen (Archive, Differential, etc.) und vieles mehr. Die Administratoren sind zudem in der Lage, eigene Profile mit Filtern wie "Backup Typ", "Backup Name" oder "Pool used by Backup" anzulegen. Weitere Reports befassen sich mit der Disk- und Tape-Replikation, dem Cloud-Speicher, den Restores, den Tape-Drives, den Tapes und den Server-Ereignissen. Es ist also im Betrieb kein Problem, stets über die aktuellen und vergangenen Aktionen des Backup-Systems auf dem Laufenden zu bleiben.

    Ebenfalls von Interesse ist die Sektion "Tools". Hier haben die zuständigen Mitarbeiter die Möglichkeit, Bänder zu re-indizieren und auf ihre Lesbarkeit hin zu überprüfen. Außerdem lassen sich Bändern duplizieren, die Hardware konfigurieren (diese Funktion wurde zur Inbetriebnahme der Bandlaufwerke, Libraries sowie SAN- und Netzwerkspeicher gedacht) und mit Hilfe des so genannten Network Navigators die im Netz vorhandenen Client Systeme anzeigen. Eine Funktion zum erneuten Indizieren des Festplattenspeichers schließt den Leistungsumfang der Tools ab.

    Die letzten beiden Punkte des Konfigurationsmenüs sind schnell erklärt: Unter "NDMP" (Network Data Management Protocol) haben die Administratoren Gelegenheit, Backup- und Restore-Vorgänge ohne Agenten von beziehungsweise zu NDMP-kompatiblen NAS-Servern zu konfigurieren (mit NAS-Save-Packs, Drive-Packs und ähnlichem). Sollten die NAS-Server im LAN kein NDMP unterstützen, so müssen sie als Shares in das Backup-System eingebunden werden. "Ressources" umfasst im Gegensatz dazu eine Liste der unterstützten Bandlaufwerke und ?typen sowie Links zur Arkeia Download Site, zur Dokumentation, zum Support, zur Knowledge Base, zum Benutzerforum und ähnliches.

    Unter Tools finden sich viele nützliche Werkzeuge, die die tägliche Arbeit des Backup-Administrators erleichtern. (©Smartmedia PresSservice)

    Leserkommentar

    Tangie Tangie, Mon, 12. Sep. 2011 - 19:42:
    Alakazaam-information found, prolebm solved, thanks!

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