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Test Datacore SANsymphony V R8

Speicher-Virtualisierung für anspruchsvolle Umgebungen

Installation

Um SANsymphony-V R8 auf einem Server einzuspielen, reicht es, die Setup-Routine aufzurufen und den Installations-Wizard abzuarbeiten. Der Wizard möchte lediglich wissen, welche Komponenten er einspielen soll, danach läuft das Setup durch (es ist dabei nur erforderlich, diversen Treiberinstallationen zuzustimmen). Sobald die Software eingespielt wurde fragt der Assistent nach einem Passwort für das "DcsAdmin"-Konto, das den Superuser-Account für SANsymphony-V darstellt und schließt danach die Installation durch einen Neustart ab.

Noch kurz zur Komponenten-Auswahl: SANsymphony-V besteht aus den Komponenten "Management-Konsole" und "Server". Die Management-Konsole kann auf einem beliebigen System laufen, Administratoren haben also die Möglichkeit entfernte Server von einer dedizierten Management-Station aus verwalten. Genauso existiert die Option, die Management-Konsole zusammen mit der Serverkomponente auf einem System zu installieren. Für unseren Test spielten wir die Konsole und den Server auf Node eins ein, auf den beiden anderen Rechnern begnügten wir uns mit der Server-Komponente. Die Verwaltung des gesamten Systems lief dann über den ersten Node ab.

Der Login bei der Verwaltungs-Konsole erfolgt einfach über den Hostnamen oder die IP-Adresse. (©Smartmedia PresSservice)

Erstkonfiguration

Nachdem der Neustart abgeschlossen und SANsymphony-V auf allen Servern in Betrieb war, riefen wir die Verwaltungs-Konsole auf und verbanden uns mit dem lokalen Node. Dazu reichte es, als Zielserver "localhost" anzugeben und das Häkchen bei "Use default credentials" gesetzt zu lassen. Dann verbindet sich die Konsole über das Standard-Anmeldekonto "DcsAdmin" mit dem Server.

Nach dem Login landet der Administrator in einem Verwaltungs-Werkzeug, das vom Aufbau her stark an aktuelle Microsoft-Office-Versionen, vor allem an Outlook 2010 erinnert. Am oberen Bildschirmrand befindet sich ein Ribbon, über das die Benutzer einen schnellen Zugriff auf die im jeweiligen Kontext relevanten Befehle erhalten. Links finden sich Baumstrukturen, die die Speicherserver und die Hosts umfassen, die den virtualisierten Speicher nutzen (ähnlich wie die Postfächer bei Outlook). Auf diese Art und Weise ist es möglich, schnell auf einzelne Systeme zuzugreifen. Ähnlich wie neuere Windows-Server-Systeme begrüßt SANsymphony-V die zuständigen Mitarbeiter nach dem ersten Login mit einer Getting-Started-Page, auf der die Schritte aufgeführt werden, die nötig sind, um die Speicher-Virtualisierungs-Lösung in Betrieb zu nehmen. Arbeiten die Administratoren diese Liste durch, so verfügen sie am Ende über eine Server-Group mit Mirror-Funktion und mindestens einen Host, der auf eine virtuelle Festplatte zugreift. Die einzelnen Punkte der Startseite lassen sich später im laufenden Betrieb jederzeit erneut aufrufen, sie spielt also durchaus eine wichtige Rolle bei der täglichen Arbeit mit der Virtualisierungs-Plattform.

Die Getting-Started-Page. (©Smartmedia PresSservice)

Konkret umfasst die Getting-Started-Page sieben Arbeitsschritte. Der erste Schritt besteht darin, zunächst einmal zusätzliche Benutzerkonten zum Zugriff auf das Management-Werkzeug anzulegen, damit die Anwender nicht immer mit dem DcsAdmin-Account arbeiten müssen. SANsymphony-V unterscheidet bei den Benutzerrechten zwischen "Owner" und "Reader", es ist also möglich, User zu definieren, die die Speicherkonfiguration zwar einsehen, aber nicht modifizieren können. Beim Anlegen der Benutzerkonten müssen die entsprechenden Windows-Accounts übrigens bereits auf dem Server vorhanden sein ? entweder als lokale oder als Domänenkonten.

Wenn die Konfiguration der Benutzerkonten abgeschlossen wurde, geht es an das Anbinden des zweiten Servers für das Mirroring. Dieser Schritt ist demzufolge nur erforderlich, wenn eine Mirror-Konfiguration gewünscht wird, auf unserem dritten System, das lediglich für die Replikation zum Einsatz kam, verzichteten wir darauf. Um den Mirror-Server hinzuzufügen, genügt es, den jeweiligen Servernamen oder die dazugehörige IP-Adresse anzugeben. Zum Zeitpunkt der Mirror-Konfiguration muss allerdings bereits ein Fibre-Channel- oder iSCSI-Link zwischen den beiden betroffenen Rechnern existieren.

Jetzt geht es daran, die Port-Roles für die einzelnen Interfaces auf den Systemen (also dem ersten Node und dem Mirror, denn diese beiden Rechner sind dem Konfigurations-Interface zu diesem Zeitpunkt bekannt) festzulegen. Der dafür vorgesehene Konfigurationspunkt bietet eine tabellarische Übersicht der vorhandenen Interfaces und der dafür vorgesehenen Funktionen. In dieser Liste legen die zuständigen Mitarbeiter fest, welche Aufgabe welches Netzwerkinterface übernimmt, zur Wahl stehen hier Mirror-Port, Management-NIC, Frontend oder Backend. In unserer Testumgebung definierten wir den LAN-Anschluss als Management-Port, den iSCSI-Anschluss als Frontend und den iSCSI-Initiator sowie den Mirror-Port als Mirror.

Die Port-Übersicht zeigt die im System vorhandenen Netzwerk-Ports mit ihrem Status. (©Smartmedia PresSservice)

Im nächsten Schritt machten wir uns daran, über "Register a Host" den Windows-Server-2008-Rechner anzubinden, mit dem wir auf den virtuellen Speicher zugreifen wollten. Dazu war es nötig, das Betriebssystem des Hosts zu spezifizieren (die von SANsymphony-V unterstützten Host-Betriebssysteme stellen wir später noch im Detail vor). Gleichzeitig wird hier festgelegt, ob Multipath und ALUA (Asymmetric Logical Unit Access) aktiv sein sollen. Damit der Host-Zugriff funktioniert, ist auf dem Client noch etwas Konfigurationsarbeit erforderlich, darauf gehen wir im Folgenden noch genauer ein, wenn wir die erste virtuelle Disk verbinden.

Nach dem Abschluss der Host-Konfiguration kommt das Anlegen des ersten Disk-Pools an die Reihe. Dieser umfasst die physikalischen Festplatten, mit deren Hilfe SANsymphony-V später dynamisch die virtuellen Drives für die Hosts erzeugt. Wir verwendeten an dieser Stelle die oben erwähnten internen Speicherplatten. Generell gilt, dass die HDDs in einem Disk-Pool von der Größe und Leistung her vergleichbar sein sollten.

Die Informations-Seite zu den Disk-Pools umfasst unter anderem eine grafische Ressourcen-Darstellung. (©Smartmedia PresSservice)

Sobald der Disk-Pool existiert, geht es an das Anlegen der virtuellen Disks. Diese ließen sich in unserer gespiegelten Speicher-Gruppe entweder als "mirrored" oder als "non-mirrored" Disks erzeugen. An gleicher Stelle ist es zudem möglich, für eine virtuelle Disk die Continuous Data Protection (CDP) zu aktivieren. Letztere versetzt einen Administrator in die Lage, bei Bedarf mit Hilfe einer Zeitleiste so genannte Rollback-Points zu erzeugen, die die Daten auf der virtuellen Disk zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit abbilden. Auf diese Weise lassen sich ungewünschte Änderungen an den Daten rückgängig machen. Im praktischen Betrieb ist es dann möglich, die Rollback-Points den Hosts wie virtuelle Festplatten als Speichermedium zuzuweisen. Im Test legten wir zu diesem Zeitpunkt zunächst einmal eine virtuelle Disk mit Mirror-Funktion und CDP an.

Die Restore-Points der Continuous Data Protection lassen sich mit Hilfe einer Zeitleiste definieren. (©Smartmedia PresSservice)

Der letzte Punkt der Getting-Started-Page übernimmt schließlich die Aufgabe, die gerade erzeugte Virtual Disk den Hosts zur Verfügung zu stellen. Im Test selektierten wir an dieser Stelle den zuvor angelegten Host und wiesen ihm die virtuelle Platte als Speichermedium zu. Damit war die Initial-Konfiguration der ersten beiden Server abgeschlossen und wir hatten eine gespiegelte Server-Group mit einem virtuellen Speichermedium, auf das wir mit unserem Host zugreifen konnten. Zusammenfassend können wir sagen, dass die Startseite einen Administrator mit Speicher-Erfahrung schnell und gezielt durch die Erstkonfiguration führt. Später ist sie dann ebenfalls wichtig, da sie einen direkten Zugang zu häufig benötigten Befehlen, wie etwa dem Registrieren von Hosts und Usern, bietet.

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