tom's networking guide
 
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04. 01. 2012
Ahmad El Malek (IRT), Hermann Lipfert (IRT), Arno Kral, Nina Eichinger
Tom's Networking Guide

Vergleichstest von IEEE1901-PLC-Adaptern vom IRT

High-Speed-Powerline für High Definition

Das Institut für Rundfunktechnik untersucht seit Jahren sowohl die Leistungsfähigkeit als auch das Störverhalten der Powerline-Technik. Der jüngste Vergleichstest aus dem neun marktgängige Produkte und zeigt: Sorgfältiges Engineering lohnt sich!
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Daten-Strom

Über Jahre hinweg hat sich die Powerline-Technik durch immer ausgefeiltere Übertragungs-Mechanismen und durch zunehmende Belegung von Frequenz-Spektrum und mit immer höheren oberen Grenzfrequenzen zu einer leistungsfähigen Daten-Übertragungstechnik entwickelt. Das IRT untersucht seit Jahren die Leistungsfähigkeit aber auch ein mögliches Störverhalten der Powerline-Technik.

Der jüngste Vergleichstest der neuesten im Markt verfügbaren PLC-Adapter auf Basis des IEEE-Standards IEEE1901 zeigt, dass deren Netto-Übertragungsraten das Niveau aktueller WLAN-N-Produkte erreichen.

Powerline eignet sich gut für die Heimvernetzung und - besonders in Kombination mit WLAN - für Internet-Applikationen im ganzen Haus. Derzeit entwickelt die Industrie daher integrierte Chipsätze für WLAN und PLC, die zukünftig sogar direkt in die Heimgeräte integriert werden sollen. Set-Top-Boxen und DSL-Router, TVs und Blu-Ray-Player wären damit einfach über ihre Stromanschlusskabel und das in jedem Haushalt vorhandene "Steckdosen-Netzwerk" - das heimische Stromnetz - miteinander zu vernetzen. Damit eröffnet Powerline innerhalb von Gebäuden einen leistungsfähigen Video-/Audio-Verteilweg, der sich selbst für hochauflösendes Fernsehen eignet. Das Stückzahl-Potenzial ist gigantisch, weshalb die jahrelangen Kämpfe um den "richtigen" Powerline-Standard nicht nur von technischen, sondern vor allem von wirtschaftlichen Perspektiven begleitet werden. Doch bis die Unterhaltungselektronik-Industrie auf breiter Front auf PLC zur Vernetzung ihrer CE-Geräte setzt, müssen wenigstens drei Bedingungen erfüllt sein:

  • Es darf nur einen (PLC-Standard) geben, damit wirklich jeder mit jedem über die Stromleitungen kommunizieren kann,
  • die Preise für PLC-Adapter müssen weit fallen, dass deren Integrations-Kosten in CE-Geräte durch Wegfall von Ethernet- oder WLAN-Schnittstellen kompensiert werden, und
  • die Vernetzung muss "idiotensicher" einfach sein - Plug-&-Play eben.

Obwohl die Powerline-Technik seit über zehn Jahren in Produkten verfügbar ist und sich langsam zu höheren Nettodatenraten hin weiter entwickelt hat, hat erst Ende 2009 / Anfang 2010 ein enormer technologischer Sprung gegeben. Das hohe Marktpotenzial von Powerline im Haus und Büro zeigt der Einstieg namhafter finanzkräftiger Chiphersteller (Qualcomm, Broadcom, Marvell). Von ursprünglich vier konkurrierenden ?Standards" hat seit 2009 praktisch nur einer überlebt: HomePlug-AV1-. Inzwischen wird der Markt von zwei neuen Standards dominiert, wobei beide rückwärts kompatibel zu HomePlug AV1 sind: der Standard IEEE 1901 und der ITU Standard G.9960.

Die Powerline-Adapter nach dem Standard IEEE 1901 (auch als HomePlug AV2 bezeichnet), übertragen maximal mit einer Bruttodatenrate von 500 MBit/s. Deshalb bezeichnet vor allem der Handel Produkte, die diesen Standard erfüllen, deshalb als "Powerline-500-Adapter". Der IEEE1901-Standard nutzt das Frequenzband von 2 MHz bis 68 MHz.

In Konkurrenz dazu stehen Produkte, die nach dem ITU-T-Standard G.9960 G.hn arbeiten. Dieser nutzt ein wesentlich breiteres Frequenzspektrum, nämlich von 2 MHz bis 30 MHz und von 50 MHz bis 305 MHz, und arbeitet somit in Frequenzbereichen, die ebenfalls von UKW und DAB genutzt sind. Die Brutto-Übertragungsrate beträgt hier 1000 MBit/s. Der Handel bezeichnet Produkte, die diesen Standard erfüllen, deshalb auch als "Powerline-1000-Adapter".

Entscheidend für die Bewertung der Eignung für Rundfunk-Applikationen wie hochbitratiges Video-Streaming sind aber immer die tatsächlich erzielbaren Nettodatenraten, sprich der erreichbare Durchsatz. Schon die im Jahr 2010 am IRT durchgeführte Tests sowie Tests des Tom's Networking Guide hatten gezeigt, dass sich Powerline 500 und Powerline 1000 bei den erzielbaren Netto-Datenraten kaum unterscheiden, die Powerline-500-Produkte sogar bei größeren Übertragungs-Entfernungen besser abschnitten als die Powerline-1000-Produkte. Deshalb, und wegen der geringeren benötigten Frequenz-Bandbreite, haben seit 2011 nahezu alle Hersteller ihre neuen PLC-Produkte nur noch mit Powerline-500-Chipsets nach dem IEEE1901-Standard bestückt.

Leserkommentar

Hans Meiers, Sat, 3. May. 2014 - 22:19:
Hallo,
eines wurde vergessen, PLC gibt Sendeleistung in ein unabgeschirmtes Kabelnetz, ohne jeglichen Endwiderstand.
Dadurch werden oft Stöoerungen auf Kurzwelle verursacht.
Heisst, bei einer Funkstoerung wird entsweder die Leistung gedrosselt oder Inbestriebnahme durch die Bundesnetzagentur untersagt.
Walter Muth, Mon, 15. Oct. 2012 - 12:44:
Und alle halten die EN55022:2006 nicht ein und deshalb eigentlich illegal. Im Störungsfall sofort ausser Betrieb zu nehmen.
Kai-Uwe , Wed, 22. Feb. 2012 - 09:50:
Ich kann diesen "Test" nicht wirklich nachvollziehen. Insbesondere deshalb, weil die FRITZ!Powerline 520E Adapter auf anderen Seiten für ziemlich schlecht befunden wurden - da war die Rede von weniger als normale Ethernet Geschwindigkeit in einem handelsüblichen Stromnetz.

Bei aller Liebe, aber bevor ich für diese "Experimente" auch nur einen Cent vergeude, bohre ich lieber Löcher in die Wände und verlege gutes CAT 5e Kabel.
Frank Lippke, Wed, 1. Feb. 2012 - 12:37:
Warum wurde das Produkt von
ALLNET AL168555K nicht getestet ?

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