tom's networking guide
 
Anzeige
20. 07. 2012
4.5/5
Dr. Götz Güttich
Tom's Networking Guide

Test PRTG Network Monitor 12.2

Netzwerküberwachung leicht gemacht

Die wachsende Anzahl Schnittstellen und Netzwerkprotokoellen macht es Administratoren immer schwerer, das gesamte Netzwerk immer und von überall zu überwachen und so schnell auf Probleme im Netz reagieren zu können. Außerdem wachsen die Anforderungen an zeitnahe Analyse von Fehlern im Netzwerk. Das Labor des IAIT hat sich für uns den PRTG Network Monitor von Paessler genauer angesehen.
PRTG Network Monitor 12.2
.

Das ganze Netz im Blick

Paessler verfolgt mit dem PRTG Network Monitor das Ziel, Administratoren proaktiv auf Schwierigkeiten im Netz aufmerksam zu machen und sie so möglichst bereits dann über Probleme zu informieren, bevor diese auftreten. Zu diesem Zweck bringt die Lösung mehr als 130 Sensortypen mit, mit denen Sie Parameter wie die Prozessorlast einzelner Systeme, den freien Speicherplatz und die Auslastung der Netzwerkschnittstellen überwachen können. Außerdem stehen Sensoren für Netzwerkdienste wie HTTP, SMTP, POP3, FTP und ähnliches zur Verfügung. Der Begriff "Sensor" ist in diesem Zusammenhang nicht wörtlich zu verstehen: PRTG arbeitet ohne Agenten, also ohne Software-Komponenten auf den zu überwachenden Client-Systemen. Die Sensoren laufen auf einer zentralen "Probe" (bei Bedarf lassen sich mehrere solche Probes im Netz einrichten) und fragen die Clients von dort aus über die Protokolle WMI, SNMP oder SSH und so weiter regelmäßig über ihren Status ab. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse landen in der zentralen Datenbank und lassen sich anschließend für umfassende Analysen nutzen, die dann ihrerseits zum Einsatz kommen können, um das Netzwerk zu optimieren. Treten irgendwelche Schwierigkeiten auf, so ist PRTG zudem in der Lage, Warnmeldungen per E-Mail, SMS oder an Pager zu verschicken.

Das Lizenzmodell basiert auf der Anzahl im Einsatz befindlicher Sensoren. Bis zu zehn Sensoren sind kostenlos, benötigt ein Unternehmen mehr, so kann es sie je nach Bedarf hinzukaufen. Bei PRTG sind alle Funktionen in jeder Lizenz enthalten, unabhängig von der Lizenzgröße. Für Testzwecke steht eine 30-Tage-Version zur Verfügung, mit der Sie unbegrenzt viele Sensoren nutzen können um so den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln.

Der PRTG Network Monitor von Paessler. (Bild: Paessler  AG)

Architektur

Was die Architektur angeht, so setzt PRTG auf einen Core-Server, der mit einem Ajax-Web-Interface arbeitet. Dieses Interface stellt das Haupt-Managementtool dar und bietet den größten Funktionsumfang. Alternativ steht ein Windows-Verwaltungswerkzeug namens "Enterprise Console" zur Verfügung, das fast den vollen Leistungsumfang bietet (laut Hersteller 95 Prozent). Dazu kommt noch ein "Mobile Web GUI", das die Daten in einer für mobile Endgeräte optimierten Form bereitstellt. Apps für iOS und Android runden die Zugriffsmöglichkeiten auf das Netzwerk-Überwachungssystem ab. Die Android-App (PRTGdroid) ermöglicht den Anwendern einen einfachen Zugriff auf das mobile Web-Interface der Paessler-Software und kann die Administratoren darüber hinaus im Fehlerfall direkt informieren. Die iOS-App (iPRTG) ruft die Daten vom Webserver über das API ab und zeigt sie anschließend im nativen iPhone-Stil an. Für die tägliche Arbeit vom Desktop aus empfiehlt Paessler übrigens den Einsatz der Browser Chrome und Firefox, wir setzten im Test zudem noch den Internet Explorer ein und hatten dabei keine Schwierigkeiten.

Neben dem Core-Server verwendet PRTG die bereits erwähnte Probe, die die Abfragen bei den Clients durchführt. Auf Wunsch lassen sich mehrere verteilte Probes einsetzen, was unter anderem dann sinnvoll sein kann, wenn es darum geht, neben dem lokalen Netz zusätzlich entfernte Installationen zu überwachen und trotzdem alle Informationen an einer zentralen Stelle einzusehen. Mit der Enterprise Console ist es darüber hinaus möglich, mehrere Installationen des PRTG Network Monitors zentral zu verwalten.

Die Sensoren verfügen wiederum über so genannte Kanäle, mit denen sich einzelne Parameter in Erfahrung bringen lassen. Im Fall des Arbeitsspeicher-Sensors sind das zum Beispiel der Arbeitsspeicher selbst und der verfügbare Speicher in Prozent.

Zwischen den Sensoren lassen sich auch Abhängigkeiten definieren. So ist es beispielsweise möglich, einen Ping- und einen HTTP-Sensor einzusetzen, um einen Webserver zu überwachen. Meldet der Ping-Sensor einen Fehler, so pausiert das System den von ihm abhängigen HTTP-Sensor. Das ergibt Sinn, da der HTTP-Dienst zwangsläufig nicht zur Verfügung steht, wenn sich der betroffene Server über das Netz nicht ansprechen lässt. Der Administrator erhält in diesem Fall nur eine Fehlermeldung, die besagt, dass der Webserver nicht antwortet, nicht zwei getrennte vom PING-Sensor und vom http-Sensor. Das verbessert die Übersichtlichkeit deutlich, vor allem wenn es darum geht, Systeme zu überwachen, die mit einer Vielzahl von Sensoren arbeiten.

Generell gilt, dass die Sensoren - je nach Anwendungsgebiet - sehr leistungsfähig sind. Es ist mit ihnen bei Bedarf beispielsweise nicht nur möglich, die Tatsache festzustellen, dass ein Webserver auf Anfragen reagiert, sondern die IT-Verantwortlichen können das System zudem so konfigurieren, dass es bestimmte Inhalte abfragt oder sogar einen Kauf in einem Online-Shop simuliert, um so sicher zu stellen, dass der Dienst wirklich in der gewünschten Form läuft. Wurde zum Beispiel eine Website gehackt, so arbeitet der Webserver danach ja immer noch, die gezeigten Inhalte können aber erheblich von denen abweichen, die das betroffene Unternehmen eigentlich zeigen möchte. So etwas lässt sich automatisiert nur dann herausfinden, wenn die Überwachungssoftware nicht nur die Antwort des Dienstes auswertet, sondern auch den Inhalt derselben.

Bei Bedarf ist es zudem möglich, jederzeit eigene Skripts als Sensortypen in PRTG zu integrieren. Alle gefundenen Daten werden standardmäßig bis zu einem Jahr gespeichert, auf Wunsch lassen sich längere Speicher-Intervalle einrichten.

Leserkommentar

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*





*
*
Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehr zum Thema
Test Datacore SANsymphony V R8
Mit SANsymphony-V bietet Datacore eine leistungsfähige Software-Plattform zum Bereitstellen, Teilen, Migrieren, Replizieren, Erweitern, Konfigurieren und Upgraden von Speicher ohne Verzögerungen und Downtime. IAIT hat sich angesehen, was die aktuelle Vers [mehr]
Test Entuity Eye of the Storm 2011 Enterprise
Je umfangreicher die Netzwerke, desto schneller verlieren Administratoren ohne geeignete Tools den Überblick. Entuity Eye oft he Storm 2011 bietet verschiedene Methoden an, mit denen die bestehende Infrastruktur zumindest teil-automatisch erfasst werden k [mehr]
Test Kroll Ontrack PowerControls 6.0
Exchange- und Sharepoint-Server sind längst in vielen Unternehmen unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmens-Infrastruktur. Die unabdingbaren Backup-Szenarien werden dabei aber oft vernachlässigt. Hauptsache es gibt ein Backup, wie erfolgreich sich Date [mehr]
Workshop Medienspeicherung und Verteilung
Eigene Videos, Digitalfotos und MP3-Song immer und überall hören und sehen, ohne langes Suchen durch zentrale Medienspeicherung und Medienabruf vom PC, TV-Gerät und Handy aus. [mehr]
Test CA ARCserv Backup r12
Die jüngste Version der Backup-Software für Unternehmen weist im Management- und Sicherheitsbereich viele neue Funktionen auf. Was das Produkt in der Praxis leistet, hat sich IAIT angesehen. [mehr]
High-Speed-PLC-Modems der 200-mbps-Klasse
Powerline-Modems der jüngsten Generation versprechen Triple-Play-taugliche Heimvernetzung ohne neue Kabel ? die Hausstromleitung genügt. Wir haben getestet, wie viele der versprochenen 200 MBit/s in der Realität durch Stromnetz flitzen und ob Video- und [mehr]
Anzeige