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Test IAIT Igel UD2-LX Multimedia

Thin-Client mit starker Multimedia-Performance

Der UD2-LX Multimedia in der Praxis

Im Test setzten wir den UD2-LX Multimedia in den zu Beginn genannten drei Szenarien "VM mit RemoteFX unter Hyper-V", "Windows Terminal Server mit RemoteFX" und "Citrix XenApp mit HDX" ein. Als Testnetz fand ein reines GBit-Ethernet-Netzwerk Verwendung. Im Test arbeiteten wir sowohl mit typischer Bürosoftware wie Office-Programmen, als auch mit 3D-Applikationen und Spielen. Dazu kamen Multimedia-Programme zum Ansehen von Videos verschiedener Qualität und zum Streamen von Musik. Dabei kamen wir zu folgenden Ergebnissen: Bei der VM auf Basis von Windows 7 Service Pack 1 lief die Arbeit praktisch so wie an einem lokalen System ab. Es gab keinerlei Verzögerungen beim Scrollen, beim Browsen im Internet und beim Schreiben von Texten. Das Ansehen von Videos - selbst in HD Qualität - lief ebenso bei den meisten Videodateien ohne Ruckler und Verzögerungen ab und das im Vollbildmodus. Nur lossless HD-Videos und Videos mit sehr geringer Kompressionsrate ließen sich nicht ruckelfrei abspielen. Außerdem kam es bei der Wiedergabe von ein paar XVID-Files immer wieder zu kurzen Tonaussetzern. Diese lagen zwar im Bereich von Sekundenbruchteilen, störten den Multimedia-Genuss aber trotzdem. Igel teilte auf Anfrage mit, dass es durchaus mit manchen Videodateien noch zu kleineren Problemen kommen kann, die Videowiedergabe wird aber ständig weiter optimiert, so dass solche Schwierigkeiten nach der Veröffentlichung eines der nächsten Firmware-Releases wohl der Vergangenheit angehören. Die Wiedergabe von Flash-Videos lief übrigens ohne Verzögerungen ab.

Videowiedergabe unter Citrix XenApp mit HDX und dem nicht unterstützten VLC-Videoplayer: Die benötigte Bandbreite steigt auf knapp neun MBit pro Sekunde an. (©Smartmedia PresSservice)

Beim Einsatz von AutoCAD 2013 ergab sich der Eindruck, dass es sich mit der Software durchaus arbeiten lässt. Der Einsatz des Programms lief mit unseren Testdaten (einem zugegeben eher kleinen Projekt) recht flüssig ab und es gab keine Verzögerungen bei der 3D-Darstellung. Ashampoo 3D CAD Architecture 4 ist im Gegensatz dazu kaum einsetzbar, da die Verzögerungen beim Drehen und Verschieben der 3D-Darstellung schon bei kleinen Projekten zu stark waren. World of Warcraft ließ sich bis zu einer Bildschirmauflösung von 1280 x 1024 Punkten flüssig spielen und bei Open Arena stieß das System schon bei der geringsten Auflösung klar an seine Grenzen. Igel sagt dazu, dass es immer vom Leistungsbedarf und der Arbeitsweise der einzelnen Applikation abhängt, wie gut sie sich für virtuelle und Terminal-Server-Umgebungen eignet. Das Audio-Streaming von Diensten wie Google Music und Spotify funktionierte mit der Hyper-V-VM übrigens überhaupt nicht, obwohl sich lokale MP3-Files ohne Schwierigkeiten wiedergeben ließen.

Was die Terminal-Server-Sitzungen mit RemoteFX anging, so ließ sich der Server für Büroarbeiten wunderbar nutzen. Spiele und 3D-Anwendungen testeten wir in dieser Umgebung nicht, da der Terminal Server für Büroumgebungen konzipiert wurde und - wie erwähnt - die physikalische GPU der Grafikkarte nicht zum Beschleunigen von RemoteFX verwendet. Im Multimedia-Bereich ist die Leistung des Terminal Servers ebenfalls eingeschränkt. Wenn die Benutzer sich an ein paar Regeln halten, lässt sich das System aber durchaus recht gut zur Wiedergabe von Multimedia-Inhalten einsetzen. Konkret sollten die Anwender bei der Flash-Wiedergabe die höheren Qualitätsstufen meiden und bei der Wiedergabe von XVID-Files ist es hilfreich, die Filme im Fenster- und nicht im Vollbildmodus laufen zu lassen. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich diese Einschränkungen aus dem Einsatz des Thin-Clients in Verbindung mit dem Terminal Server ergeben und nicht durch den Thin-Client selbst. Musikstreamingdienste waren (im Gegensatz zu lokalen MP3s) - wie schon bei der VM - überhaupt nicht einsetzbar.

Das gleiche Video mit dem HDX-kompatiblen Windows Media Player: die benötigte Bandbreite erreicht gerade mal ein MBit pro Sekunde. (©Smartmedia PresSservice)

In Citrix-HDX-Umgebungen machte der UD2-LX Multimedia wieder eine sehr gute Figur bei der Arbeit mit Büroanwendungen und bei der Wiedergabe von Videos. Audio-Streams von Spotify und Google Music ließen sich ohne Einschränkungen nutzen. 3D-Anwendungen und Spiele testeten wir unter XenApp aus den bekannten Gründen genau wie unter Windows Terminal Server nicht.

Noch eine kurze Bemerkung zur Effizienz von HDX:

Wir installierten in unserer Testumgebung den HDX Performance Monitor for XenApp und gaben anschließend ein Video zunächst mit einem nicht von HDX unterstützten Videoplayer (VLC) wieder. Dabei stieg die benötigte Bandbreite teilweise auf fast neun MBit pro Sekunde an. Danach spielten wir das gleiche Video mit dem von HDX unterstützten Windows Media Player ab. Dabei erreichte die maximale Bandbreite gerade einmal ein MBit pro Sekunde. HDX spart also signifikant Bandbreite ein, und das völlig nahtlos und ohne sichtbare Qualitätsverluste mit dem Igel Thin-Client.

Für Flash-Videos bietet Citrix übrigens eine spezielle Beschleunigungstechnik an, die sich HDX Media Stream for Flash nennt. Diese wird von der aktuellen Firmware des UD2-LX Multimedia noch nicht unterstützt. Deswegen ist es momentan sinnvoll, bei der Flash-Wiedergabe eine niedrigere Auflösung zu wählen. Laut Igel ist der Support für HDX Media Stream for Flash aber geplant.

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