tom's networking guide
 
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15. 01. 2013
4.0/5
Dr. Götz Güttich
Tom's Networking Guide

Test IAIT Kroll Ontrack EasyRecovery 10

Auf der Suche nach der verlorenen Datei

Oft gehen Daten verloren. Dazu muss nicht einmal die Hardware versagen. Es reicht, wenn ein Benutzer seinen Papierkorb vorzeitig leert oder wenn eine Vireninfektion ungefragt Dateien löscht. Weitere Gründe für Datenverluste sind defekte Partitionsdaten, die ganze Partitionen unsichtbar machen, oder Softwarefehler. In vielen Fällen ist es aber durchaus möglich, die gelöschten Daten wiederherzustellen, da der Löschvorgang nur den Verweis auf die Datei im Inhaltsverzeichnis entfernt und den dazugehörigen Speicherplatz als leer kennzeichnet. Die eigentlichen Daten werden beim Löschen nicht überschrieben. Falls nicht irgendein anderer Prozess zufällig Schreibvorgänge im gleichen Festplattenbereich durchgeführt hat, stehen also die Chancen gut, die Daten wieder zu einer Datei zusammen zu bauen. EasyRecovery von Kroll Ontrack übernimmt genau diese Aufgabe. Das IAIT-Testlabor hat sich angesehen, welche Leistung die Software bringt.
Kroll Ontrack EasyRecovery 10
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Digitaler Spürhund

Kroll Ontrack EasyRecovery steht in unterschiedlichen Versionen zur Verfügung. Es gibt Home-, Professional- und Enterprise-Produkte, mit unterschiedlichem Leistungsumfang und in Varianten für Windows- und Mac-Betriebssysteme. Die Home-Edition ist - je nach Variante - dazu in der Lage, Dateien wiederherzustellen, die auf Windows- (FAT12, FAT16, FAT32, NTFS und NTFS 5) beziehungsweise MacOS-Partitionen (HFS, HFS+, HFSX und HFS Wrapper) liegen. Außerdem kommt die Software mit ext2- und ext3-Partitionen klar und kann somit zudem mit Datenträgern arbeiten, die unter Linux formatiert wurden. Darüber hinaus lassen sich Dateien aus dem Papierkorb wieder herstellen, das gleiche gilt für bereits wieder formatierte Laufwerke. Abgesehen davon ist die Lösung noch dazu fähig, Daten von gelöschten Partitionen zu retten und Rohdaten zu analysieren, um Dateien auf Basis von Signaturen wiederherzustellen. Dabei setzt die Software insgesamt 257 Datei-Signaturen ein, mit deren Hilfe sie gelöschte Files wieder zusammensetzen kann.

Nicht zuletzt ermöglicht das Produkt Datenrettungen von allen möglichen digitalen Medien. Neben Festplatten, SSD-Laufwerken und externen USB-Medien können das Flash-Speicher, optische Medien, Multimedia-Geräte und weitere Wechselmedien sein. Für alle Daten lässt sich vor dem Wiederherstellen eine Vorschaufunktion aktivieren, was vor allem beim Retten von Bilddateien großen Nutzen bringt. Die Home-Edition unterstützt übrigens die Zusammenarbeit mit Festplatten, die an SATA-, IDE- und SCSI-Bussen hängen.

Bei der Professional-Edition kommen noch die so genannten "Advanced Tools" hinzu. Dabei handelt es sich um Werkzeuge zum Durchsuchen von E-Mail-Datenbanken wie beispielsweise pst-Dateien, einen Hex-Viewer, ein Diagnose-Tool zum Analysieren der Blocknutzung und zum Finden von "schlechten" Blöcken auf einer Festplatte, ein Imaging-Werkzeug, eine Copy-Disk- und eine Refresh-Disk-Funktion sowie eine Lösung zum Anzeigen von SMART-Informationen. Zusätzlich stellt die Professional-Version Daten aus Festplatten-Images wieder her (Encase E01, RAW, AFF und Winhex).

Die Enterprise-Variante ist schließlich zusätzlich dazu in der Lage, Daten von Hard- und Software-RAID-Arrays (Stripe Sets und gespiegelten Festplatten) zu retten und Informationen remote über das Netz wiederherzustellen. EasyRecovery läuft auf Windows-Seite auf allen Systemen (Client und Server) von Windows 95 bis Windows 7 beziehungsweise Windows Server 2008 R2. Bei MacOS unterstützt das Produkt alle Versionen seit MacOS X 10.4 (Tiger) mit Intel-Prozessoren. Außerdem muss der verwendete Rechner mindestens über 512 MByte RAM verfügen.

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