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Test IAIT Kroll Ontrack EasyRecovery 10

Auf der Suche nach der verlorenen Datei

Im Betrieb

Nach dem Programmaufruf begrüßt die Software den Anwender mit einem Willkommensbildschirm. Die zur Datenrettung erforderlichen Arbeitsschritte werden mit Hilfe eines Wizards abgearbeitet. Dieser nennt sich "Datenrettungs-Assistent" und erklärt im ersten Schritt, wie die Datenrettung abläuft, also dass auf das Medium mit den gelöschten Inhalten nur lesend zugegriffen wird und dass die Software die gesicherten Daten auf einem anderen Volume abspeichert, um das unbeabsichtigte Überschreiben relevanter Inhalte zu vermeiden.

Danach geht es an die Auswahl des Quellmediums. Dabei unterstützt Ontrack EasyRecovery - wie bereits erwähnt - Festplatten, Flash-Speicher, optische Medien, Multimedia-Geräte und - in der Enterprise-Version - RAID-Arrays. Die hier getroffene Selektion beeinflusst die Vorauswahl der zu analysierenden Dateisystem-Typen. Wählt der Benutzer eine Festplatte als Datenquelle aus, so geht Ontrack EasyRecovery davon aus, dass es die Dateisysteme FAT, exFAT und NTFS untersuchen muss. Bei der Wahl eines optischen Mediums lautet die Vorauswahl im Gegensatz dazu ISO9660 und UDF. Auf die zu durchsuchenden Dateisystem-Typen gehen wir gleich noch genauer ein.

Die Auswahl des Medientyps. (©Smartmedia PresSservice)

Im dritten Schritt zeigt der Assistent die auf dem gewählten Quellmedium vorhandenen Partitionen an. Nach der Selektion der zu analysierenden Partition oder des ganzen Mediums geht es daran, die für die Suche zu verwendende Technik festzulegen. Hierbei stehen mehrere Methoden zur Auswahl. Die erste nennt sich "Volumen durchsuchen". Mit ihr stellen die Anwender keine gelöschten Dateien wieder her, sondern sind in der Lage, den ausgewählten Datenträger zu durchsuchen und einzelne Dateien auf dem Ziellaufwerk abzulegen. Das ergibt beispielsweise Sinn, wenn es darum geht, Dateien von schlecht lesbaren optischen Datenträgern wieder herzustellen.

Im zweiten Modus "Gelöschte Daten retten" durchsucht Ontrack EasyRecovery das Quell-Laufwerk nach gelöschten Dateien, hierbei handelt es sich also um die Hauptfunktion der Software. Gleichzeitig lässt sich angeben, welche Partitionstypen das Tool durchsuchen soll. (FAT, exFAT, NTFS, HFS+, ext2, ext3, ISO9660 oder UDF). Im Test stellten wir fest, dass es sehr wichtig ist, bei der Auswahl der Partition und des Partitionstyps die richtige Entscheidung zu treffen. Selektiert man einen ganzen Datenträger anstelle einer Partition, beispielsweise weil man nicht sicher weiß, wo man suchen muss, und aktiviert zusätzlich noch den RAW-Modus, also die Signatur-basierte Suche, so findet Ontrack EasyRecovery eine Vielzahl von Dateien unterschiedlicher Typen in allen möglichen Verzeichnissen, was das Auffinden eines bestimmten Files recht schwierig machen kann. Hat ein Anwender aus Versehen eine bestimmte Datei gelöscht, deren Namen ihm bekannt ist, dürfte es folglich besser sein, nur die entsprechende Partition zu durchsuchen, keine RAW-Suche durchzuführen und nur den zum Einsatz gekommenen Partitionstyp untersuchen zu lassen. Dann besteht eine viel größere Wahrscheinlichkeit, die gesuchte Datei in einer übersichtlichen Liste angezeigt zu bekommen. Kann ein File nicht gefunden werden, so ergibt es oftmals Sinn, die Suche mit verschiedenen Einstellungen zu wiederholen und auf bestimmte Dateitypen einzuschränken.

Mit Hilfe der Funktion "Formatierter Datenträger" lassen sich schließlich Informationen auf Laufwerken suchen und wiederherstellen, die in der Zwischenzeit formatiert wurden und deshalb nicht mehr über die benötigten Partitionsdaten verfügen. Im Test stellte sich dieses Feature als sehr leistungsfähig heraus. Wie legten zunächst einige Daten auf einem neuen Datenträger ab und löschten sie anschließend wieder. Danach durchsuchten wir die Speicher-Komponente mit Hilfe des "Gelöschte Dateien retten"-Modus. Dieser fand unsere Testdateien und ermöglichte uns die Wiederherstellung der Files. Danach formatierten wir den Datenträger, der zuerst als NTFS-Volume genutzt wurde, unter Linux als ext2-Partition neu und legten wieder einige Daten darauf ab, die wir anschließend wieder löschten. Im nächsten Suchlauf setzten wir wieder den Modus "Gelöschte Daten retten" ein und legten die zu durchsuchende Partition und den Partitionstyp (ext2) fest. Ontrack EasyRecovery fand daraufhin die unter Linux gelöschten Files. Die wiedergefundenen Dateien werden bei dem Linux-Filesystem übrigens nach Inodes benannt (zum Beispiel "Inode 16"), da der Dateiname bei der Rettung verloren geht.

Im nächsten Schritt verwendeten wir das gleiche Quellmedium und durchsuchten es mit Hilfe der Funktion "Formatierter Datenträger". Daraufhin fand die Software sowohl die unter Windows als auch die unter Linux gelöschten Dateien. Eine Wiederherstellung war zwar nicht in allen Fällen möglich, da die Daten teilweise überschrieben worden waren, der Sucherfolg war aber überzeugend.

Es steht noch ein weiterer Suchmodus zur Verfügung, auf den wir an dieser Stelle noch kurz eingehen möchten: Wählt ein Anwender statt einer Partition einen ganzen Datenträger, so erhält er im nächsten Schritt neben den bereits genannten Suchoptionen noch die Möglichkeit, nach verlorenen Volumen zu suchen. Sobald dieser Suchlauf abgeschlossen ist, präsentiert Ontrack EasyRecovery eine Liste der auf dem Datenträger vorhandenen Partitionen (einschließlich mancher zuvor gelöschter Einträge). Nach der Auswahl der gewünschten Partition geht die Datenwiederherstellung dann weiter wie zuvor geschildert.

Zusätzlich zu den eben genannten Methoden bietet der Datenrettungs-Assistent noch eine Datenträger-Diagnose, die die Nutzung des Mediums anzeigt und defekte Blöcke suchen kann. Die Disk-Tools, mit denen die Benutzer ein Image des Datenträgers erstellen beziehungsweise wieder einspielen können und mit dem sich Daten direkt kopieren lassen, rundet den Leistungsumfang des Wizards ab.

Das Datenrettungsszenario mit den Dateisystemtypen. (©Smartmedia PresSservice)

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