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Test IAIT Kroll Ontrack EasyRecovery 10

Auf der Suche nach der verlorenen Datei

Die Daten-Wiederherstellung

Sobald die Anwender alle für die Datenrettung erforderlichen Angaben gemacht haben, läuft die Suche durch und Ontrack EasyRecovery präsentiert die gefundenen Files in Form einer Baumstruktur. Die Zeit hängt von der Größe und Geschwindigkeit des Quellmediums ab, auf einem verhältnismäßig langsamen Rechner mit Single Core-CPU, zwei GByte RAM und SATA-Festplatten brauchte die Software etwa 45 Minuten zum RAW-Durchsuchen einer 40-GByte-Partition.

War der RAW-Modus bei der Suche aktiv, so finden sich nach dem Abschluss der Datenträger-Analyse in der Baumstruktur Ordner, die Files nach Typen sortiert enthalten. So gibt es beispielsweise Ordner mit Audio-Dateien (mp3, ogg, wav, etc.), Anwendungen (dll, exe, zip und ähnliches), Bildern (wie gif, tif, bmp, jpg), Dokumenten (html, pdf, rtf, xml), Videos (avi, mpeg, Quicktime) und Texten (html). Die gefundenen Dateien wurden in den jeweiligen Ordnern nummeriert abgelegt und können darin durchsucht und gespeichert werden. Das liegt daran, dass bei der RAW-Daten-Wiederherstellung die Filenamen nicht gerettet werden können, nur die Dateiinhalte. Eine Vorschau ermöglicht das Anzeigen des File Contents vor dem Speichern, was insbesondere beim Retten von Bilddaten sehr hilfreich ist.

Fand die Suche nicht nur im RAW-Modus, sondern mit Angabe eines Partitionstyps wie NTFS statt, so erscheinen in der Baumstruktur noch andere Ordner, wie "NTFS_deleted" und "Block". Diese enthalten die, anhand der Partitions-Informationen wiederherstellbaren Dateien mit Dateinamen sowie zu Blöcken gehörende verwaiste Ordner, ebenfalls mit Dateien, die noch ihre Dateinamen haben. Das ermöglicht eine sehr einfache Wiederherstellung ohne ein Durchsuchen der Dateiinhalte, funktioniert aber nur, wenn die dafür erforderlichen Informationen noch vorhanden sind.

Während der Suchläufe zeigt die Software unter anderem an, wie lange der Vorgang vermutlich noch dauern wird. (©Smartmedia PresSservice)

Die sonstigen Funktionen

Zusätzlich zum Datenrettungs-Assistent bringt die Software noch eine Menüzeile und eine Iconleiste mit, die noch weitere Funktionen enthalten. So umfasst die Menüzeile Befehle zum Aktualisieren der Laufwerke (Refresh Disk, dazu später mehr), zum Anzeigen der Ergebnisliste, zum Speichern von Verzeichnis-Berichten sowie zum Öffnen und Erstellen von Imagedateien. Darüber hinaus lässt sich eine unscharfe Suche aktivieren, die mehr Dateien als die Standard-Suche findet, dabei müssen die Benutzer aber davon ausgehen, dass ein Großteil der gefundenen Daten nicht mehr nutzbar ist. Darüber hinaus lassen sich Datenträger-Informationen anzeigen und die Datenträger-Verwaltung von Windows öffnen.

Von besonderem Interesse ist der Punkt "Optionen". Hier besteht die Möglichkeit, allgemeine Einstellungen wie den Log-Level (Report, Error, Warning, Info, Debug und ähnliches) zu definieren, leere Ordner automatisch zu entfernen und bestimmte Dateitypen für die Datenrettung zu aktivieren und zu deaktivieren. Das gilt für Gruppen von Typen, wie "Bilder", "Videos" oder "Textdateien".

Abgesehen davon ermöglichen die Optionen zudem das Einschränken des Suchbereichs (Start bei X Prozent, Stopp bei Y Prozent). Auf diese Weise haben die Nutzer Gelegenheit, die Suche auf bestimmte Festplatten-Bereiche zu beschränken. Außerdem können die Anwender noch diverse Such-Optionen festlegen, Damit lassen sich Blöcke überspringen, gleiche Dateinamen beim Speichern umbenennen, Fehler während des Suchvorgangs ignorieren und vieles mehr. Die erweiterten Suchfunktionen umfassen ein automatisches Erkennen von Block-Offsets und Einstellungen für die RAW-Datenanalyse wie beispielsweise das Begrenzen von Dateigrößen und das Verbinden von nicht zusammenhängenden Videoteilen. Last but not least besteht die Option, defekte Blöcke, die bei der Suche übersprungen werden, anzugeben und einen Expertenmodus einzuschalten.

Aktivieren die Anwender diesen Expertenmodus, so erscheint ein weiteres Menü in der Leiste, das einen Zugriff auf Datenträger-Informationen, eine Datenträgervorschau (HEX) und eine Kopierfunktion für Datenträger ermöglicht. Zusätzlich haben die Benutzer unter anderem die Möglichkeit, Imagedateien auf Datenträger zu schreiben und den Windows-Zertifikatsmanager aufzurufen.

Die Icon-Leiste bietet im Gegensatz dazu einen direkten Zugriff auf die am meisten benötigten Funktionen. Dazu gehört die Option einer Software-Update-Funktion und ähnliches.

Suche mit der Funktion "Formatierten Datenträger retten". Das "lost+found"-Verzeichnis oben stammt von einer ext2-Partition, die anderen Dateien aus einem NTFS-Volume. (©Smartmedia PresSservice)

Die Advanced Tools

Neben der Funktion zum Kopieren von Datenträgern, dem HEX-Viewer und dem Imaging-Werkzeug bieten die Professional- und Enterprise-Versionen von Ontrack EasyRecovery wie gesagt noch einige weitere "Advanced Tools". Dazu gehört eine SMART-Option zum Anzeigen ausgewählter Festplatten in einer grafischen Darstellung. Diese umfasst die freien, belegten und defekten Blöcke. Außerdem gibt die SMART-Option Einblick in Parameter wie die Betriebsdauer, Fehlerrate oder Temperatur der Festplatte.

Mittels "Refresh Disk" beziehungsweise "Aktualisieren der Laufwerke" lassen sich Festplatten neu schreiben und Datenblöcke überprüfen. Dabei legt Ontrack EasyRecovery die auf der HDD vorhandenen Daten nochmals auf der Festplatte ab. Diese Funktion ist vor allem für Festplatten sinnvoll, die zur Datenarchivierung zum Einsatz kommen. Lagert eine HDD eine lange Zeit im Schrank, so verringert sich nach und nach die Feldstärke der Bits, was zu Datenverlusten führen kann. "Refresh Disk" schreibt die Daten komplett neu und baut so die Feldstärke wieder auf.

Die grafische Datenträgerdiagnose. (©Smartmedia PresSservice)

E-Mail-Browsing

Das letzte der Advanced Tools dient zum Durchsuchen von Mail-Datenbanken beziehungsweise -Dateien wie zum Beispiel Outlook pst-Files. Mit diesem lassen sich die genannten Daten auswählen und einsehen. Darüber hinaus können die Anwender die vorhandenen und gelöschten Mails anzeigen, speichern und ausdrucken.

Die Funktion arbeitet mit Outlook Express, Outlook, Eudora, Mozilla, Backy und Windows Live Mail zusammen. Im Test verwendeten wir Outlook 2010. Nach dem Aufruf des E-Mail-Browsers reichte es, Outlook als Mail-Client anzugeben und den Pfad zu den Mailboxdaten festzulegen. Daraufhin durchsuchte Ontrack EasyRecovery die Mail-Daten und bot uns wieder eine Baumstruktur mit den gefundenen Inhalten an. In dem Baum befanden sich Ordner wie "Gelöschte Elemente", "Postausgang", "Gesendete Elemente", "Kalender", "Kontakte" und so weiter. Nicht nur Mails lassen sich speichern und drucken, sondern es besteht die Option, HTML-Mails zu betrachten und Attachments, Header und Rohdaten anzuzeigen.

Die Mail-Browsing-Funktion unterstützt sechs verschiedene Client-Systeme. (©Smartmedia PresSservice)

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