tom's networking guide
 
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30. 12. 2013
Dr. Götz Güttich, IAIT
Tom's Networking Guide

Test Talend Enterprise Service Bus 5.2.1

Service Bus für Unternehmen

Mit dem Enterprise Service Bus 5.2.1 bietet Talend eine modulare Lösung zur Integration bestehender oder neuer Anwendungen eines Unternehmens auf Open-Source-Basis. Das Testlabor des IAIT hat sich angesehen, wie Installation, Konfiguration und Arbeit mit dem Produkt im laufenden Betrieb ablaufen.
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Ein Bus, sie alle zu verbinden ...

Ein Enterprise Service Bus (ESB) dient dazu, Dienste in einem Unternehmensnetz bereit zu stellen. Dazu übernimmt er als Middleware die Datenübertragung zwischen den einzelnen Anwendungen. Es ist beim Einsatz eines ESB folglich nicht mehr erforderlich, spezielle Kommunikationsschnittstellen zwischen einzelnen Applikationen zu definieren, sondern die Anwendungen kommunizieren alle mit dem Bus und haben so die Möglichkeit, über eine gemeinsame, standardisierte Komponente Daten auszutauschen.

Ein ESB kommt üblicherweise als Teil einer modularen Service Oriented Infrastructure (SOA) zum Einsatz. In solch einer Umgebung kann er die Datenkommunikation zwischen so unterschiedlichen Systemen wie der Kundendatenbank, der Buchhaltung und dem Supply Chain Management übernehmen. Er verarbeitet unter anderem Anfragen von Geschäftsanwendungen, mobilen Geräten, Partnern und Browserzugriffe. Dazu setzt er eine große Zahl unterschiedlicher Dienste, wie Web Portale, Webservices oder Dateiserver ein. Ein ESB erleichtert die Systemintegration deutlich, da er das Erstellen eigener Skripts überflüssig macht, und schafft so freie Räume für wichtigere Aufgaben.

ESBs gibt es schon seit einigen Jahren. Lösungen wie IBM WebSphere, Oracle Fusion oder webMethods der Software AG stellen ESB-Funktionalitäten bereit. Diese Produkte sind jedoch äußerst komplex und eignen sich hauptsächlich für große Unternehmensumgebungen. Deswegen haben sich ESBs in kleineren und mittelgroßen Netzen bislang kaum durchgesetzt. Hier tritt nun Talend mit seinem ESB auf den Plan. Das Produkt setzt - wie bereits angesprochen - auf Open-Source-Lösungen auf und soll sehr skalierbar sowie wenig komplex sein. Damit eignet sich die Lösung nun für den Einsatz in Umgebungen, für die ESB bisher kein Thema war.

Im Test: Talend Enterprise Service Bus 5.2.1 (Bild: Talend)

Talends ESB im Detail

Talends ESB besteht zum einen aus einer Eclipse-basierten Tool-Umgebung, zum anderen aus Messaging-Komponenten, Web-Services, intelligentem Routing und Funktionen zur Daten-Transformation. Mit der Lösung lassen sich Web- und Datendienste entwickeln, die dazu in der Lage sind, heterogene IT-Umgebungen zu integrieren und das nicht nur innerhalb eines Unternehmens, sondern ebenso über mehrere Organisationen hinweg und in der Cloud. Die einzelnen Services können zudem über mehrere Anwendungen hinweg wieder verwertet werden, was ein sehr effizientes Arbeiten ermöglicht. Damit nicht genug, bietet Talends ESB außerdem noch Funktionen zum Failover und Load-Balancing.

Die Tool-Umgebung auf Basis von Eclipse versetzt die zuständigen Mitarbeiter in die Lage, Java Webservices, REST-Anwendungen, Daten-Services und Messaging-Routen in einer einzigen Oberfläche zu entwickeln, zu kompilieren, zu testen und zu deployen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Integrationslösungen auf Basis von Enterprise Integration Pattern (EIP) zu erstellen. Bei den EIP handelt es sich um standardisierte Bausteine für die gängigsten Integrationsanforderungen.

In seiner Entwicklungsumgebung stellt Talend den Anwendern grafische Paletten mit Icons zur Verfügung, die Funktionen und Konnektoren enthalten. Dank dieses Features haben die Entwickler die Option, Software einfach durch das Ziehen der benötigten Icons auf die Arbeitsfläche und die Definition der dazugehörigen Parameter zu generieren. Insgesamt stellt Talend mehr als 450 Konnektoren bereit, die praktisch alle relevanten Quell- und Zieltypen für Daten-Integration, -Migration und -Synchronisierung abdecken. Dazu gehören Dateien, Datenbanken, Big-Data-Lösungen und vieles mehr. Bei Bedarf ist es aber jederzeit möglich, eigenen Code in die Programme einzufügen. Auf die Erstellung der Software-Komponenten gehen wir später im Test noch genauer ein.

Das Talend Administration Center ist die zentrale Stelle zum Verwalten der ESB-Lösung. (©Smartmedia PresSservice)

Die Administration von Talend ESB läuft über eine zentrale Administrations-Konsole namens "Talend Administration Center" ab. Diese übernimmt das Deployment sowie Upgrades und sorgt so dafür, dass die IT-Verantwortlichen schnell auf wechselnde Integrationsanforderungen reagieren können. Zum Überwachen der Umgebung ist zudem ein Drill-Down auf einzelne Service-Statistiken möglich. Damit lassen sich Events analysieren und Prozess-übergreifende Service-Aktivitäten unter die Lupe nehmen.

Talend ESB steht in drei verschiedenen Versionen zur Verfügung. Bei der Standard Edition handelt es sich um eine Open Source-Version mit der sich lediglich Services erstellen und nutzen lassen. Talend Open Studio for ESB umfasst zusätzlich die Entwicklungsumgebung auf Eclipse-Basis. Talend Enterprise ESB - die in unserem Test eingesetzte Lösung - bietet darüber hinaus noch diverse Management-Funktionen, wie zum Beispiel eine Entwicklungsumgebung für mehrere Benutzer. Details zu den Unterschieden zwischen den einzelnen Varianten finden Sie unter http://de.talend.com/products/esb.

Technische Hintergrund-Informationen

Einige Komponenten von Talend ESB setzen auf Apache auf. So basieren die Webservices auf dem Framework Apache CXF, das sich einsetzen lässt, um SOAP- und REST-Web-Dienste zu erstellen.

Für die Integration der Dienste findet im Gegensatz dazu Apache Camel Verwendung. Dabei handelt es sich um eine regelbasierte Routing- und Konvertierungs-Engine, die auf den bereits erwähnten Enterprise Integration Pattern (EIP) aufsetzt und sich mittels Java programmieren lässt. Als Runtime-Container kommt schließlich Apache Karaf zum Einsatz.

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