tom's networking guide
 
Anzeige

Test Talend Enterprise Service Bus 5.2.1

Service Bus für Unternehmen

Die Hallo-Anwendung

Um mit unserem Test fortzufahren, machten wir uns im nächsten Schritt daran, die Hallo-Anwendung zu erstellen. Dazu öffneten wir die Talend-Entwicklungumgebung und legten ein neues Projekt an.

Beim Einrichten des Hallo-Programms arbeiteten wir mit den oben bereits erwähnten grafischen Symbolen. Bestimmte Funktionen werden im Entwicklungsstudio durch Icons repräsentiert, die sich auf der rechten Seite nach Themen geordnet in der so genannten Palette finden. Zu den Themen gehören beispielsweise "Big Data", "Business Intelligence", "Cloud", "Datei", "Datenbanken", "ESB", "Eigener Code" und ähnliches. Zieht ein Entwickler aus einem dieser Themenbereiche ein Icon in das Arbeitsfenster (das funktioniert per Drag-and-Drop), so erzeugt das Talend Development Studio automatisch im Hintergrund den dazugehörigen Code, so dass die IT-Mitarbeiter nur noch die Rahmenbedingungen für die Icons festlegen müssen.

Möchte ein Anwender zum Beispiel eine Access-Datenbank als Eingabe definieren, so wechselt er in der Palette in den Ordner "Datenbanken/Access" und zieht das AccessInput-Element in den Arbeitsbereich. Danach kann er in den zu dem Element gehörenden Konfigurationsdialogen die Access-Version, den Pfad zur Datenbank, den Benutzernamen und ähnliches angeben. Danach ist die Konfiguration des Daten-Inputs abgeschlossen und die Datenbank lässt sich für das Projekt nutzen. Beispielsweise können die Benutzer im nächsten Schritt über eine Mapping-Funktion bestimmte Einträge der Datenbank übernehmen, neu anordnen und ähnliches. Dazu müssen sie lediglich ein Mapping-Icon in die Arbeitsfläche ziehen, das Mapping definieren und eine Verbindung zwischen dem Daten-Input und dem Mapping-Icon anlegen (das geht durch das Ziehen einer Linie zwischen den beiden Icons mit der rechten Maustaste).

Nach dem Kompilieren und Bereitstellen eines Service zeigt das Entwicklungsstudio im Arbeitsbereich an, unter welcher URL der Service ansprechbar ist (hier: "http://localhost:8090/services/Hello.World") (©Smartmedia PresSservice)

Zum Schluss ist es dann nur noch erforderlich, einen Daten-Output zu generieren (ebenfalls über ein Icon) um das Programm zur Datenumwandlung fertig zu stellen. Aufgrund der großen Zahl der vordefinierten Funktionen lassen sich fast alle anfallenden Aufgaben mit Hilfe der Icons erledigen, so dass manueller Programmieraufwand in den meisten Fällen überhaupt nicht entsteht. Deswegen können Mitarbeiter mit geringen und eingerosteten Programmierkenntnissen ebenfalls gut mit der Lösung arbeiten.

Für unser Hallo-Programm verwendeten wir einen ähnlichen Ansatz wie für das eben beschriebene Beispielprogramm zur Daten-Umwandlung. Wir wollten zwar nicht nur Daten umwandeln, sondern auch mit dem ESB kommunizieren, aber der Programmaufbau ist vergleichbar. Zunächst erstellten wir einen neuen Service namens "Hallo" und importieren das WDSL-Schema. Dadurch sorgten wir dafür, dass die Metadaten des Dienstes in unser Repository übernommen wurden, um sie in anderen Komponenten nutzen zu können. Danach fügten wir dem Dienst einen neuen Job hinzu. Anschließend öffnete sich der Arbeitsbereich. In ihm befanden sich bereits zwei Icons. Das erste war ein "ESBProviderRequest"-Icon. Dieses empfängt Dienstanfragen aus dem Bus und leitet sie weiter. Dazu kam noch eine ESBProviderResponse-Komponente, die die Antwort an den Bus zurückgibt. Jetzt zogen wir aus dem Paletten-Ordner "XML" ein XMLMap-Icon in unser Projekt. Wir statteten dieses mit einem Schema für die übertragenen Daten aus (dazu verwendeten wir die vorher in unserem Repository abgelegten WDSL-Schemadaten) und modifizierten den Datenfluss über das Mapping so, dass jeder, der über den ESB seinen Namen an den Hallo-Dienst sendete, die Zeichenkette "Hallo "{Name des Users}"!" zurück erhielt. Das ließ sich durch eine einfache - mit der Maus gezeichnete - Verbindung zwischen den Request- und den Response-Komponenten realisieren in der wir den Antwortausdruck so editierten, dass vor der Eingabe ein "Hallo " und nach der Eingabe ein "!"-String hinzugefügt wurde.

Damit war das Programm vollständig und wir konnten es über den Befehl "Ausführen" in der Konfigurationsleiste unterhalb des Arbeitsbereichs kompilieren und bereitstellen.

Um den Hallo-Dienst zu nutzen, mussten wir jetzt nur noch eine Software erstellen, die die zu begrüßenden Namen an den ESB schickte. Dazu legten wir zunächst einen neuen Job an und fügten ihm aus der Palette ein FixedFlowInput-Icon hinzu. Dazu kamen wieder ein XMLMap-Element, sowie ein ESBConsumer- und zwei LogRow-Einträge. Die FixedFlowInput-Routine erzeugt die Eingabe. Wir hätten stattdessen eine Datenbank oder ähnliches nehmen können, um das Beispielprogramm einfach zu halten, gaben wir eine feste Tabelle mit drei Namen vor, die wir direkt in der Konfiguration des Input-Icons anlegten.

Das XMLMap-Element übernimmt den Job, die Eingabe der Input-Routine an den Dienst weiterzuleiten. Dazu importierten wir die Dienstinformationen innerhalb der Mapping-Funktion aus dem Repository, wo sie ja schon von der Servicedefinition her vorlagen, und verbanden den Input aus der Namenstabelle per Drag-and-Drop damit.

Die ESBConsumer-Funktion ruft schließlich den Dienst auf und liefert die Antwort zurück. Dazu mussten wir in seinen Konfigurationsoptionen die URL der Dienstadresse unseres zuvor erstellten Hallo-Programms einfügen. Diese gibt das Studio nach dem Kompilieren und Bereitstellen der Software im Arbeitsbereich aus. Damit wir auf dem Bildschirm etwas sehen konnten, verwendeten wir zum Schluss die beiden zuvor erwähnten LogRow-Elemente. Eines davon nahm die Antwort in Empfang, das zweite kam als Ziel für eventuelle Fehlermeldungen zum Einsatz.

Nachdem wir den Job gestartet hatten, fanden sich im Ausgabebereich der Entwicklungsumgebung die drei von uns in der Tabelle angegebenen Namen und die dazugehörigen Hallo-Meldungen. Das Programm funktionierte also wie erwartet und wir zogen aus unseren bisherigen Erfahrungen den Schluss, dass der Softwareentwicklungsprozess mit Talend ESB sehr komfortabel abläuft.

Leserkommentar

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*





*
*
Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehr zum Thema
Test Datacore SANsymphony V R8
Mit SANsymphony-V bietet Datacore eine leistungsfähige Software-Plattform zum Bereitstellen, Teilen, Migrieren, Replizieren, Erweitern, Konfigurieren und Upgraden von Speicher ohne Verzögerungen und Downtime. IAIT hat sich angesehen, was die aktuelle Vers [mehr]
Test Entuity Eye of the Storm 2011 Enterprise
Je umfangreicher die Netzwerke, desto schneller verlieren Administratoren ohne geeignete Tools den Überblick. Entuity Eye oft he Storm 2011 bietet verschiedene Methoden an, mit denen die bestehende Infrastruktur zumindest teil-automatisch erfasst werden k [mehr]
Test Kroll Ontrack PowerControls 6.0
Exchange- und Sharepoint-Server sind längst in vielen Unternehmen unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmens-Infrastruktur. Die unabdingbaren Backup-Szenarien werden dabei aber oft vernachlässigt. Hauptsache es gibt ein Backup, wie erfolgreich sich Date [mehr]
Workshop Medienspeicherung und Verteilung
Eigene Videos, Digitalfotos und MP3-Song immer und überall hören und sehen, ohne langes Suchen durch zentrale Medienspeicherung und Medienabruf vom PC, TV-Gerät und Handy aus. [mehr]
Test CA ARCserv Backup r12
Die jüngste Version der Backup-Software für Unternehmen weist im Management- und Sicherheitsbereich viele neue Funktionen auf. Was das Produkt in der Praxis leistet, hat sich IAIT angesehen. [mehr]
High-Speed-PLC-Modems der 200-mbps-Klasse
Powerline-Modems der jüngsten Generation versprechen Triple-Play-taugliche Heimvernetzung ohne neue Kabel ? die Hausstromleitung genügt. Wir haben getestet, wie viele der versprochenen 200 MBit/s in der Realität durch Stromnetz flitzen und ob Video- und [mehr]
Anzeige