tom's networking guide
 
Anzeige

Vergleichstest aktueller Wireless-11-AC-Router

WLAN-AC-Turbo-Router fürs Heimnetz

Nettodatenraten Messungen (TCP-Layer)

Derzeit sind noch so gut wie keine Endgeräte auf Basis von IEEE 802.11ac auf dem Markt und wenn, nur im Mobile-Segment. USB-Sticks mit USB-3.0-Schnittstelle, die die volle 11ac-Leistungsfähigkeit auf Endgeräten ohne integrierten 11ac-Chip bringen könnten, fehlen völlig. Samsung und HTC haben nun mit ihren neuen Smartphones den Reigen eröffnet, Apple will als erster Notebook-Anbieter ein MacBook Air mit 11ac-Chip auf den Markt bringen, hat dem Vernehmen nach aber noch Probleme mit der Integration in das Mac-Betriebssystem. Toshiba steht mit Tablet-Modellen kurz vor Markteinführung. Ein Gaming-Notebook von Asus erwarten wir für den Herbst. Sobald sich hier Neuerungen ergeben, werden wir die Tests um Client-Verbindungen erweitern. Beim aktuellen Stand messen wir jeweils die Datenübertragungen bei direkter WLAN-Verbindung zwischen zwei 11ac-Routern, wie Sie sie ebenfalls nutzen können, wenn Sie Endgeräte per LAN-Kabel mit einem der Ports des Routers verbinden.

Dazu wurde an jede WLAN-11ac-Bridge über deren Gigabit-Ethernet-Schnittstelle ein Mess-Client mit IxChariot angeschlossen. IxChariot ist ein professionelles Mess-Tool, das Datenverkehr unterschiedlichster Netzwerk-Protokolle erzeugen kann und eine Echtzeit-Messung durchführt. Wir verwenden hierzu zwei Lenovo-Laptops vom Typ ThinkPad X201 mit IxChariot-Software, die pro Messvorgang für jeweils drei Minuten den Datenverkehr im 5-GHz-Band erzeugt und ermitteln so den durchschnittlichen Nettodatendurchsatz.

TCP-Netto-Durchsatz-Messungen mit IxChariot von Ixia. Die Grafik oben zeigt die Messkurve des Scripts "High Performance Throughput" am Beispiel des D-Link DIR-865L (Grafik: IRT)

Messergebnisse

Insgesamt hat sich die erfreulich hohe Leistung der beiden ersten Testexemplare bei den Mitbewerbs-Modellen bestätigt. Bei direkter Sichtverbindung liegen die durchschnittlichen Nettodatenraten bei allen Geräten jenseits von 500 MBit/s bis hin zu Spitzenwerten von knapp 650 MBit/s beim Netgear R6300 mit optimiertem Beamforming+. Gegenüber WLAN-N stellt das einen deutlichen Fortschritt dar. Sehr wacker schlägt sich ebenfalls der D-Link DIR-865L, der vor allem bei schwierigeren Verbindungen sogar den Netgear-Router abhängen kann. Die stärksten Einbrüche zeigen indes die Linksys-Router sowie die Buffalo Airstation: Bei 15 Metern Entfernung und durch drei Wände hindurch (NLOS = Non Line of Sight) kapitulieren sie schlichtweg.

Im Nahbereich schneiden nahezu alle Router gleich gut ab, lediglich die Buffalo Airstation liegt immer um ein paar Prozentpunkte unter dem Datendurchsatz der Mitbewerber. Bei großen Entfernungen oder schwierigen Bedingungen profitiert der Asus RT-AC66u von seinen externen, verstellbaren Antennen. Er kann damit selbst durch drei Wände hindurch noch 102 MBit/s Datendurchsatz liefern, während die beiden Linksys-Modelle sowie die Buffalo Airstation vor solchen Hürden komplett kapitulieren müssen. (Grafik: Smartmedia PresSservice)

Das optimierte Beamforming+ macht sich in den Messungen durchweg sehr positiv bemerkbar. Die Nettodatenrate steigt gegenüber Messungen ohne Beamforming+ um 16 bis 42 MBit/s an - je nach Verbindung. Die geringste Ausbeute fällt dabei auf die Messungen LOS, 2m (up). Generell scheint Netgear mit der neuen Firmware deutliche Verbesserungen erreicht zu haben. Selbst die Messungen ohne Beamforming+ ergeben teilweise höhere Werte als die der ersten Messserie.

Messungen mit Sichtverbindung über zwei Meter (LOS, 2m)

Innerhalb eines Raumes auf Sichtverbindung (engl.: Line of Sight oder kurz: LOS) im Abstand von zwei Metern (2m), also im Nahbereich, erreichten fast alle 11ac-Router im Testfeld Nettodatenraten von 600 MBit/s und darüber. Der Datenfluss wurde sowohl in die eine (down) als auch in die andere Richtung (up) ermittelt. Spitzenreiter in Richtung (down) ist der Netgear R6300 in der Messung mit Beamforming+ mit einer durchschnittliche Nettobitrate von 648 MBit/s (610 MBit/s ohne Beamforming+: 610 MBit/s), gefolgt vom D-Link DIR-865L mit 624 MBit/s, dem Linksys-Pärchen mit 622 MBit/s und dem Asus RT-AC66u mit 603 MBit/s Nettodatenrate. Das Schlusslicht bildet Buffalos Airstation mit 528 MBit/s. Die Änderung der Datenflussrichtung ändert bei den meisten Geräten nicht viel an diesen Werten; lediglich der der D-Link-Router bricht deutlich ein und schafft nur noch 584 MBit/s.

Messungen ohne Sichtverbindung über fünf Meter durch eine Wand (NLOS, 5m, 1 Wand)

Kaum sehen sich die beiden Router nicht mehr (engl.: Non Line of Sight oder kurz: NLOS), da sie 5 Meter voneinander entfernt in zwei benachbarten Etagenräumen stehen, getrennt durch eine 12cm dicke Ziegelwand, sinken die gemessenen Nettobitraten auf Werte unter 600 MBit/s. Die Netgear-Bridge schaffte mit der neuen Firmware und Beamforming+ jetzt allerdings 563 MBit/s, fast 100 MBit/s mehr als bei früheren Messungen. Asus und D-Link halten sich wacker und erreichen 551 MBit/s respektive 548 MBit/s. Buffalos Airstation fällt hier schon auf 421 MBit/s runter.

Messungen ohne Sichtverbindung über zehn Meter durch zwei Türen (NLOS, 10m, über den Gang, 2 geschlossene Türen)

Bei dieser Messung steht der zweite Router ohne Sichtverbindung in einem Raum auf der anderen Seite eines etwa zwei Meter breiten Flures. Die Türen sind geschlossen, die Gesamtdistanz beträgt zehn Meter. Asus, Netgear und D-Link kommen nach wie vor auf Nettodatenraten um 450 MBit/s. Mit Beamforming+ schafft Netgear sogar 484 MBit/s. Das Linksys-Pärchen macht bei dieser Strecke schon deutlich schlapp und erreicht nur noch eine Nettobitrate von 195 MBit/s. Die Airstation von Buffalo kommt immer noch auf ordentliche 351 MBit/s.

Messungen ohne Sichtverbindung über zehn Meter durch zwei Wände (NLOS, 10m, 2 Wände)

Stehen die beiden Router in zwei Räumen auf derselben Flurseite, getrennt durch einen dazwischen liegenden Raum, fallen die Türen als "Schlupflöcher" weg, halbiert sich die Nettodatenrate bei fast allen Testgeräten. Lediglich der Asus scheint hier mit seinen externen Antennen einen Vorteil zu haben: Sein durchschnittlicher Datendurchsatz erreicht immerhin noch 348 MBit/s. Der Netgear-Router kommt unter diesen Konditionen selbst mit Beamforming+ nur noch auf 220 MBit/s und wird vom D-Link DIR-865L an diesem Messpunkt überholt, der 258 MBit/s schafft. Das Linksys-Pärchen fällt mit nur noch 76 MBit/s auf schlechtes WLAN-N-Niveau.

Messungen ohne Sichtverbindung über 15 Meter durch drei Wände (NLOS, 15m, 3 Wände)

Drei Ziegelwände in Folge bei 15 Metern Gesamtabstand sind für Buffalos Airstation und das Linksys-Pärchen dann zu viel der Hindernisse: Es kommen keine Messungen mehr zustande. Ohne Beamforming+ krebst dann selbst Netgears R6300 bei 24 MBit/s herum, kann diesen Wert mit Beamforming+ aber immerhin noch auf 50 MBit/s verdoppeln. Nicht zu toppen ist auf dieser Entfernung jedoch die Asus-Bridge-Verbindung, die es auf eine Nettodatenrate von 102 MBit/s bringt.

Die beiden Linksys-Geräte hat das IRT zudem noch für Vergleichstest mit verschiedenen Bandbreiten herangezogen, um einmal exemplarisch den Performance-Unterschied darzustellen. Am deutlichsten fällt der Performance-Zuwachs bei der Verbindung durch zwei Ziegelwände hindurch aus. Liegt der Datendurchsatz hingegen ohnehin schon gut, fällt der Zuwachs insbesondere von 40 auf 80 MHz nicht so deutlich aus, wie man erwarten könnte. (Grafik: Smartmedia PresSservice)

Leserkommentar

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*





*
*
Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehr zum Thema
Test Datacore SANsymphony V R8
Mit SANsymphony-V bietet Datacore eine leistungsfähige Software-Plattform zum Bereitstellen, Teilen, Migrieren, Replizieren, Erweitern, Konfigurieren und Upgraden von Speicher ohne Verzögerungen und Downtime. IAIT hat sich angesehen, was die aktuelle Vers [mehr]
Test Entuity Eye of the Storm 2011 Enterprise
Je umfangreicher die Netzwerke, desto schneller verlieren Administratoren ohne geeignete Tools den Überblick. Entuity Eye oft he Storm 2011 bietet verschiedene Methoden an, mit denen die bestehende Infrastruktur zumindest teil-automatisch erfasst werden k [mehr]
Test Kroll Ontrack PowerControls 6.0
Exchange- und Sharepoint-Server sind längst in vielen Unternehmen unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmens-Infrastruktur. Die unabdingbaren Backup-Szenarien werden dabei aber oft vernachlässigt. Hauptsache es gibt ein Backup, wie erfolgreich sich Date [mehr]
Workshop Medienspeicherung und Verteilung
Eigene Videos, Digitalfotos und MP3-Song immer und überall hören und sehen, ohne langes Suchen durch zentrale Medienspeicherung und Medienabruf vom PC, TV-Gerät und Handy aus. [mehr]
Test CA ARCserv Backup r12
Die jüngste Version der Backup-Software für Unternehmen weist im Management- und Sicherheitsbereich viele neue Funktionen auf. Was das Produkt in der Praxis leistet, hat sich IAIT angesehen. [mehr]
High-Speed-PLC-Modems der 200-mbps-Klasse
Powerline-Modems der jüngsten Generation versprechen Triple-Play-taugliche Heimvernetzung ohne neue Kabel ? die Hausstromleitung genügt. Wir haben getestet, wie viele der versprochenen 200 MBit/s in der Realität durch Stromnetz flitzen und ob Video- und [mehr]
Anzeige