tom's networking guide
 
Anzeige

Test Talend Integration Cloud

Talend Studio for Cloud

Gehen wir nun noch kurz auf das Talend Studio for Cloud ein. Obwohl Talend bereits viele Aktionen für die Integration Cloud vordefiniert hat und in Talend Exchange noch eine Vielzahl andere Features verfügbar sind, wird es vorkommen, dass die zuständigen Mitarbeiter auch eigene Datentransformationen, Datenquellen oder auch Datenziele definieren müssen. Zu diesem Zweck liefert Talend das eben genannte Studio mit. Dabei handelt es sich um eine Eclipse-basierte Entwicklungsumgebung, die dazu in der Lage ist, die Verantwortlichen beim Erstellen der von ihnen benötigten Aktion zu unterstützen und die dann neu generierten Programme in die Integration Cloud hochzuladen, damit diese innerhalb der Flows zum Einsatz kommen können.

Anders als die meisten anderen Entwicklungsumgebungen arbeitet das Studio for Cloud mit einer Sammlung von Icons, die bestimmte Funktionen repräsentieren. Möchte ein Benutzer mit dem Studio eine Software entwickeln, so muss er lediglich die dazugehörigen Icons in den Arbeitsbereich ziehen, die benötigten Konfigurationsparameter - wie zum Beispiel erforderliche Variablen oder Pfade - angeben und die Icons anschließend so verbinden, dass die Darstellung eines Datenflusses erscheint. Die Verbindungen definieren folglich, in welcher Reihenfolge die einzelnen Funktionen abgearbeitet werden.

Die Funktion zum Download einer Datei aus der Dropbox im Talend Studio for Cloud. (©Smartmedia PresSservice)

Zuvor hatten wir bereits mehrmals die Aktion zum Herunterladen einer Datei aus der Dropbox genutzt. Öffnet man diese im Studio for Cloud, so finden sich im Arbeitsbereich der Entwicklungsumgebung mehrere Icons, die diese Aktion definieren. Konkret handelt es sich dabei um die Arbeitsschritte "Connection Configuration", "Download File", "Rename Variables" und "Action Output Data". Die Verbindungskonfiguration umfasst in diesem Zusammenhang die Definition der Verbindung zum Quelldienst, "Download File" erklärt sich selbst und "Rename Variables" kommt zum Einsatz, um die File-Zugriffe zu vereinheitlichen. "Action Output Data" übernimmt die Aufgabe, die Informationen an den nächsten Arbeitsschritt weiter zu leiten. Parallel dazu finden sich auch noch zwei andere Einträge, die mit dem eigentlichen Workflow nichts zu tun haben. "Catch Error" erkennt auftretende Fehler und leitet sie an "Log Error" zur Aufzeichnung weiter.

Auf diese Weise lassen sich also nicht nur neue Funktionen implementieren, sondern auch bereits vorhandene Aktionen modifizieren, erweitern und an die jeweiligen Anforderungen anpassen. In der Praxis läuft die Arbeit mit dem Studio folgendermaßen ab: Nach dem Anlegen oder Öffnen eines Projekts haben die zuständigen Mitarbeiter die Möglichkeit, auf der rechten Seite des Arbeitsfensters auf eine Art "Werkzeugkasten" zuzugreifen, der alle Icons mit den vordefinierten Funktionen enthält. Dieser lässt sich einfach nach Schlagworten durchsuchen, wurde aber auch in Gruppen wie "Big Data", "Cloud", "Datenbanken", "ELT" und "System" aufgeteilt, damit die Verantwortlichen ihre Tools problemlos finden. Kennen sie den Namen der von ihnen gerade benötigten Funktion, so reicht es sogar, diesen Namen in Arbeitsbereich einzutippen, danach bietet das Studio direkt das entsprechende Icon an. Greifen die Mitarbeiter auf den Werkzeugkasten zurück, so können sie die Icons einfach per Drag-and-Drop platzieren.

Die Talend Integration Cloud auf einem iPad. (©Smartmedia PresSservice)

Wurde die Funktion mit allen Icons und dem Datenfluss definiert, so haben die zuständigen Mitarbeiter die Möglichkeit, sie direkt im Studio zu testen. Läuft der Task ohne Schwierigkeiten durch, so lässt er sich im nächsten Schritt in die Integration Cloud hochladen und dort benutzen. Treten Fehler auf, so bietet das Studio umfassende Optionen zum Debuggen. Falls erforderlich, sind die Entwickler auch jederzeit dazu in der Lage, eigenen Code in ihre Projekte einzubinden. Das wird aber aufgrund der Vielzahl der vordefinierten Funktionen nur in Einzelfällen nötig sein.

Im Test machten wir uns zu diesem Zeitpunkt daran, ein Eingabeelement zu erzeugen, das sehr spezifische Anforderungen erfüllte. Wir hatten zuvor mit Hilfe einer Android-App eine Datenbank mit den bei uns im Haus vorhandenen Büchern erstellt und wollten diese Datenbank in ein anderes System importieren. Leider war die Android-App lediglich dazu in der Lage, die Inhalte in Form einer CSV-Datei zu exportieren, die in keiner Hinsicht - weder was die Trennzeichen, noch was das verwendete Encoding betraf - standardkonform war. Sie ließ sich also nicht mit einer der vorgefertigten Importfunktionen der Integration Cloud importieren. Das lag an dem - wie gesagt sehr seltsamen - Format der Datenquelle, nicht an der Talend-Lösung selbst, machte aber manuelle Entwicklungsarbeiten nötig.

Um die CSV-Datei erfolgreich einlesen zu können, legten wir zunächst im Browser einen neuen Flow an und verwendeten dabei als Datenquelle unsere, in der Dropbox liegende CSV-Datei. Diese wandelten wir im nächsten Schritt mit der Aktion "csv_file_toColumns_process_step" so um, dass das System die enthaltenen Daten erkennen konnte. Dazu mussten wir diese Aktion innerhalb des Studio for Cloud so modifizieren, dass sie unsere etwas seltsame CSV-Datei richtig interpretieren konnte. Dabei war es erforderlich, manuell das Encoding, den Field-Separator und ähnliche Parameter, die in unserer Datei nicht den üblichen Erwartungen entsprachen, an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Nachdem wir die modifizierte Aktion über einen Rechtsklick auf den Eintrag und die Auswahl des Befehls "Publish to Cloud" in unseren Workspace in der Cloud hochgeladen hatten, konnten wir sie zu unserem Flow hinzufügen.

Um die Bücherliste zu exportieren genügte es nun, im Flow Builder der Integration Cloud die Zieldatenbank anzugeben und das Mapping vorzunehmen. Danach migrierte die Cloud-Lösung alle Informationen in die Datenbank. Bei uns funktionierte das zwar nicht auf Anhieb, da wir mit den Parametern zur Interpretation der CSV-Datei etwas herumprobieren mussten, dank der integrierten Versionsverwaltung war es aber im Test kein Problem, mit dem Studio so lange herum zu probieren, bis das Ergebnis unseren Erwartungen entsprach.

Umfassende Hilfetexte sorgen beim ersten Aufruf einer Seite dafür, dass die Anwender schnell in die Lage versetzt werden, effizient mit der Cloud-Lösung zu arbeiten. (©Smartmedia PresSservice)

Leserkommentar

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*





*
*
Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehr zum Thema
Test Datacore SANsymphony V R8
Mit SANsymphony-V bietet Datacore eine leistungsfähige Software-Plattform zum Bereitstellen, Teilen, Migrieren, Replizieren, Erweitern, Konfigurieren und Upgraden von Speicher ohne Verzögerungen und Downtime. IAIT hat sich angesehen, was die aktuelle Vers [mehr]
Test Entuity Eye of the Storm 2011 Enterprise
Je umfangreicher die Netzwerke, desto schneller verlieren Administratoren ohne geeignete Tools den Überblick. Entuity Eye oft he Storm 2011 bietet verschiedene Methoden an, mit denen die bestehende Infrastruktur zumindest teil-automatisch erfasst werden k [mehr]
Test Kroll Ontrack PowerControls 6.0
Exchange- und Sharepoint-Server sind längst in vielen Unternehmen unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmens-Infrastruktur. Die unabdingbaren Backup-Szenarien werden dabei aber oft vernachlässigt. Hauptsache es gibt ein Backup, wie erfolgreich sich Date [mehr]
Workshop Medienspeicherung und Verteilung
Eigene Videos, Digitalfotos und MP3-Song immer und überall hören und sehen, ohne langes Suchen durch zentrale Medienspeicherung und Medienabruf vom PC, TV-Gerät und Handy aus. [mehr]
Test CA ARCserv Backup r12
Die jüngste Version der Backup-Software für Unternehmen weist im Management- und Sicherheitsbereich viele neue Funktionen auf. Was das Produkt in der Praxis leistet, hat sich IAIT angesehen. [mehr]
High-Speed-PLC-Modems der 200-mbps-Klasse
Powerline-Modems der jüngsten Generation versprechen Triple-Play-taugliche Heimvernetzung ohne neue Kabel ? die Hausstromleitung genügt. Wir haben getestet, wie viele der versprochenen 200 MBit/s in der Realität durch Stromnetz flitzen und ob Video- und [mehr]
Anzeige