tom's networking guide
 
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08. 02. 2016
Dr. Götz Güttich, IAIT
Tom's Networking Guide

Test IAIT Tintri T880 V2

Leistungsfähiger Speicher für virtuelle Umgebungen

Snapshots und Clones von virtuellen Umgebungen müssen immer möglichst schnell bereit stehen. In größeren Installationen setzten Unternehmen dafür zumeist Flash-Speicher-Lösungen ein. Ein Beispiel dafür sind die VMstore-Produkte von Tintri. Sie bringen neben dem Hybrid-Flash- oder All-Flash-Speicher noch eine Software zur Verwaltung des Storage mit. Das IAIT hat sich die Tintri T880 V2 genauer angesehen.
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Storage auf den Punkt gebracht

Tintris VMstore-Appliances sind sowohl als Hybrid-Flash-, als auch als All-Flash-Lösungen erhältlich. Die Produkte führen typische Speicher-Operationen, wie Clones von virtuellen Maschinen (VMs) anlegen, Snaphots erstellen und ähnliches direkt auf VMstore-Ebene durch, so dass die betroffenen Hypervisoren nicht belastet werden. Es ist sogar möglich, Snapshots und Clone-Vorgänge mit einem Zeitplaner automatisch im Hintergrund ablaufen zu lassen. Da alle Datendienste auf VM-Basis arbeiten, wird die Leistung anderer VMs dabei nicht beeinträchtigt. Die Clones stehen den Hypervisoren fast unverzüglich zur Verfügung. Das Instant-Provisioning und die Speicherplatz-sparenden Clones - dazu später mehr - sorgen vor allem in VDI-, Cloud-, Datenbank-, Serverkonsolidierungs- und Testumgebungen für hohe Effizienz.

Darüber hinaus bietet Tintri OS den Administratoren auch Quality-of-Service-Funktionen und umfassende Monitoring-Features, auf die wir später noch genauer eingehen werden. Für große Umgebungen mit mehreren Speicher-Appliances stellt Tintri das so genannte Global Center zur Verfügung, mit dem die IT-Mitarbeiter bis zu 32 VMstores von einer zentralen Stelle aus verwalten können.

Zusätzlich bietet Tintri noch drei optionale Software-Lösungen an, die die Arbeit mit VMstore um weitere wichtige Funktionen ergänzen. Zunächst einmal ermöglicht "SyncVM" "Zeitreisen" durch Snapshots und lässt sich gleichzeitig dazu nutzen, um "Child"-VMs innerhalb von Sekunden mit Daten von "Master"-VMs zu aktualisieren.

Eine Replikationsfunktion namens ReplicateVM sorgt bei Bedarf dafür, dass sich VMs ohne großen Aufwand - auch über das WAN - auf andere VMstore-komponenten replizieren lassen, was für ein hohes Datensicherheitsniveau sorgt. Mit Hilfe von Komprimierungs- und Deduplizierungs-Techniken reduziert das System die zu übertragenden Datenmengen um bis zu 95 Prozent.

In diesem Zusammenhang ist vor allem die WAN-Deduplizierung von Interesse. Repliziert ein Administrator eine virtuelle Maschine, die beispielsweise unter Windows Server 2008 R2 läuft, über WAN in ein anderes Rechenzentrum auf eine andere virtuelle Maschine, die ebenfalls unter Windows Server 2008 R2 in Betrieb ist, so überträgt das System nur die Unterschiede zwischen den beiden VMs und keine Betriebssystemdateien und ähnliches. Auf diese Weise lässt sich der Bandbreitenbedarf deutlich reduzieren und umfassend Zeit und Geld sparen.

Tintri verbaut in seine Appliances nur Speicher-Komponenten mit integriertem Crypto-Chip. Das ist vor allem für gehostete Umgebungen wichtig, in denen Fremde physikalischen Zugriff auf die Geräte haben. In einem solchen Umfeld wäre es beispielsweise möglich, dass jemand immer mal wieder eine Festplatte aus dem VMstore RAID-Array entfernt, sie anderswo kopiert und dann wieder zurücksteckt. Im Lauf der Zeit könnte ein Angreifer auf diese Weise an die Daten des ganzen Arrays kommen. Die Verschlüsselung auf Datenträgerbasis verhindert dies. Darüber hinaus ermöglicht das dritte optionale Tool "SecureVM", ruhende Daten mit Hilfe von AES 256 komplett zu verschlüsseln.

Im Betrieb arbeiten die Tintri Appliances mit den Hypervisor-Umgebungen Vmware vSphere 4.x bis 6.x und Redhat Enterprise Virtualization 3.3 und neuer zusammen. Dabei stellt sie ihren Speicherplatz über das Netz via NFS zur Verfügung. Außerdem kommuniziert sie auch mit Microsofts Hyper-V 2012, setzt dabei als Übertragungsprotokoll aber SMB3 ein. An VDI-Umgebungen unterstützt die Lösung Vmware Horizon View und Citrix XenDesktop.

Das Dashboard des Tintri-Management-Interfaces klärt die Administratoren über die vorhandenen Ressourcen und die aktivsten virtuellen Maschinen auf. (©Smartmedia PresSservice)

Die Appliance

Für den Test stellte uns Tintri eine T880-Appliance mit Lizenzen für SyncVM, ReplicateVM und SecureVM zur Verfügung. Dabei handelte es sich um ein Hybrid-Flash-System, das vor allem für den Einsatz in Umgebungen mit vielen Workloads und Hypervisoren, großen VDI-Installationen und privaten Clouds gedacht ist. Die T800-Systeme unterstützen 140K IOPS (Input/Output Operations pro Sekunde) und 3.500 VMs sowie 10.000 VDisks in einem Gehäuse mit vier Höheneinheiten. Unsere T880 verfügte als größtes Gerät der Serie über 8,8 TByte Flash-Speicher mit elf SSDs und 78 TByte Raw-Speicher mit 13 HDDs. Von diesen Komponenten benutzbar waren - da der Speicher als RAID 6-Array konfiguriert wurde, das Betriebssystem ebenfalls auf dem Speicher liegt und eine Spare-Festplatte eingebunden wurde - 51 TByte.

Das System wurde komplett redundant ausgelegt, so bringt es neben dem Array zwei Controller, zwei Netzteile und eine Vielzahl von Netzwerk-Anschlüssen mit. Die Controller arbeiten in einer Active/Standby-Konfiguration, so dass sich Tintri OS-Updates im laufenden Betrieb durchführen lassen. Während der Updates aktualisiert das System zunächst den Standby-Controller, führt dann einen Failover durch und aktualisiert dann die übriggebliebene Einheit. Die VMs laufen dabei weiter, wie wir im Test bestätigen konnten.

Dementsprechend müssen auch alle Netzwerk-Verbindungen redundant ausgelegt sein: Es gibt an den Controllern zwei Kupfer-Netzwerk-Anschlüsse auf GBit-Ethernet-Basis für das Management-Netzwerk und zwei Netzwerk-Anschlüsse für das Datennetz auf Basis von 10 GBit-Ethernet. Die Updates sind nur dann durchführbar, wenn alle Netze auch wirklich redundant arbeiten, fehlt eine Verbindung, so weigert sich die Appliance, eine Aktualisierung durchzuführen. Sowohl die Netzteile als auch die Controller lassen sich, genau wie die Speicherkomponenten, im laufenden Betrieb tauschen.

Für Replikationen stehen zusätzlich noch zwei GBit-Ethernet-Interfaces auf Kupferbasis bereit, die sich bei Bedarf um zwei Glasfaseranschlüsse erweitern lassen. Im Betrieb unterstützt die Appliance-Ethernet-Failover, Link-Aggregation, VLAN-Tagging, IP-Aliasing und LACP.

Die Appliance beim Upgrade auf Tintri OS 3.2. (©Smartmedia PresSservice)

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